Die EU-Kommission will Anerkennungsverfahren bei Qualifikationen deutlich verkürzen. Auch Abschlüsse aus Nicht-EU-Staaten sollen schneller geprüft werden. Für bestimmte Berufe ist sogar eine automatische Anerkennung vorgesehen.
Der Antidiskriminierungsverband verzeichnet erneut steigende Fallzahlen. Behörden, Schulen, Polizei und Justiz spielen bei den dokumentierten Diskriminierungsfällen eine große Rolle. Doch ausgerechnet in öffentlichen Einrichtungen gibt es eine gesetzliche Schutzlücke.
Verbände schlagen Alarm: Eine Regierungsbeteiligung der AfD könnte zahlreiche Menschen mit Migrationsgeschichte aus Sachsen-Anhalt forttreiben. Besonders dramatisch wären die Folgen für Pflege und Kliniken. Von Thomas Nawrath
Gute Schulleistungen bedeuten nicht automatisch gleiche Chancen: Der Bildungsmonitor sieht Hessen im Handlungsfeld Integration auf Platz eins. Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg schneiden deutlich schlechter ab. Bundesweit zeigt die Entwicklung seit Jahren nach unten.
Von Hamburg bis München demonstrierten Zehntausende gegen Rechtsextremismus und die AfD. Damit rückt auch ein mögliches Verbotsverfahren wieder in den Mittelpunkt – unterstützt unter anderem vom Institut für Menschenrechte.
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund bezeichnet Rüstungsgüter als mögliche „Hilfsmittel“ für „Remigrations- und Abschiebeoffensiven“. Zugleich geht die AfD juristisch gegen Friedrich Merz vor, nachdem der Kanzler ihr Remigrationskonzept als „ethnische Säuberung“ bezeichnet hatte.
Nach dem Erdrutschsieg der AfD verschärft der Kanzler seine Abgrenzung. Besonders drastisch fällt seine Kritik an „Remigration“ aus: Merz setzt den Begriff mit „ethnischer Säuberung“ gleich und warnt vor den gesellschaftlichen Folgen.
Der Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt befeuert Ängste in der Zivilgesellschaft. Organisationen fordern einen Schutzschirm und Streichung der Residenzpflicht. Vize-Kanzler Klingbeil warnt vor einer „Politik der Ausgrenzung“ – und berät über Kürzungen im Bereich Integration und Demokratieförderung.
Die CDU rückte in der Migrationspolitik nach rechts, doch die AfD wurde nicht kleiner. Im Gegenteil. Sachsen-Anhalt zeigt ein neues Problem: Die AfD beherrscht längst nicht mehr nur Migration. Wähler trauen ihr inzwischen fast alles zu. Von Sedat Dursun
Friedrich Merz wollte die Union stabilisieren und die AfD halbieren. Nun gewinnt sie in Sachsen-Anhalt mit mehr als 40 Prozent, während seine eigene Partei abstürzt. Innerparteilich dürfte die Verantwortung schnell zum Streitpunkt werden. Nun geht es um die Brandmauer - nach links und nach rechts.