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Migration und Integration in Deutschland

Wenn ich mir die Hauptschulen in Ballungszentren anschaue, sehe ich es als zentralen bildungspolitischen Auftrag für diese Schulart, dass sie […] Schülern ein niederschwelliges Bildungsangebot macht […]. Gerade für Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Präsident der Kultusministerkonferenz Ludwig Spaenle (CSU), taz, 20. Januar 2010

Feindbild Islam

Journalistenverband gegen Workshop über mediale Wahrnehmung von Muslimen

Das Bundesinnenministerium will im Rahmen der Deutschen Islamkonferenz einen Workshop mit deutschen Chefredakteuren veranstalten. Es soll um die mediale Wahrnehmung von Muslimen gehen. Der Deutsche Journalistenverband wehrt sich dagegen. Zu Unrecht, findet Said Rezek.

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Sais Rezek © Privat, bearb. MiG

VONSaid Rezek

Said Rezek ist Student der NRW School of Governance und beschäftigt sich mit Fragen der Einwanderungsgesellschaft. 2015 erhielt er die Auszeichnung der Akademischen Arbeit des Jahres. Mehr von Said Rezek auf Facebook und auf said-rezek.de.

DATUM21. November 2016

KOMMENTARE23

RESSORTAktuell, Meinung

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Das Bundesinnenministerium plant Medienworkshops mit Chefredakteuren über die mediale Wahrnehmung von Muslimen. Der Vorsitzende des deutschen Journalisten Verbands (DJV), Frank Überall, reagiert dünnhäutig und doppelzüngig auf diese Initiative. „Keine Berichterstattung ist so gut, dass sie nicht noch besser werden könnte. Aber staatlich organisierten Nachhilfeunterricht brauchen wir nicht“, erklärte er.

Es sei Aufgabe von Journalisten, umfassend und vielseitig über muslimische Mitbürger und den Islam zu berichten, wenn es geboten ist. Die Richtschnur gebe aber der Pressekodex des Deutschen Presserates vor und nicht der Bundesinnenminister. Überall rät eingeladenen Chefredakteure dazu, „im Zweifel“ auf die Teilnahme zu verzichten.

Feindbild Islam

Nun könnte man auf den Gedanken kommen, dass der Verbandsvorsitzende sich durch die Einladung des Bundesinnenministeriums von einer politischen Einmischung gestört fühlt. Das dürfte aber eher unwahrscheinlich sein, macht man doch sonst gerne gemeinsame Sache. Der deutsche Journalistentag des DJV in Nordrhein-Westfalen beispielsweise wurde vor wenigen Tagen über die Bundeszentrale für politische Bildung, also indirekt vom Bundesinnenministerium gefördert. An einer Zusammenarbeit mit der Politik kann es demnach nicht liegen.

Stört sich der DJV-Vorsitzende etwa an einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Berichterstattung über den Islam? Möglicherweise. Es ist wissenschaftlich belegt, dass deutsche Medien durch ihre Negativberichterstattung ein „Feindbild Islam“ konstruieren. Demnach wäre Nachhilfe gar nicht verkehrt. Weiten Teilen der deutschen Journalistenlandschaft täte es sicher gut zu erfahren, dass sie, sobald es um Muslime geht, tendenziell negativ berichten. Ihre Arbeit trägt Studien zufolge maßgeblich mit dazu bei, dass Islamfeindlichkeit immer größer wird. Die Einladung des Bundesinnenministeriums sollten sie deshalb nicht blockieren, sondern sich darauf einlassen und ihre Arbeit kritisch hinterfragen.

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23 Kommentare
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  1. aloo masala sagt:

    @Abe Kobe

    —-
    In Deutschland sind die Medien mindestens genauso korrupt wie in der Türkei, nur stellt man es hier geschickter an.
    —-

    Medienunternehmen sind überall in der Welt profitorientiert. Problematisch wird es erst, wenn der Staat versucht Einfluss auf die Berichterstattung zu nehmen. Und hier ist die Lage in der Türkei eine Katastrophe.

  2. Cengiz K sagt:

    …Und hier ist die Lage in der Türkei eine Katastrophe….

    Und das kommt von den deutschen Medien- einheitlich. In Zeiten von ‚Fake-News‘ und ‚Lügenpresse‘.. Ich würde dahingegen sagen, die Situation in Deutschland ist eine einzige Katastrophe, werde Sie das abstreiten mit noch mehr Apologetik? Ich wünsche Ihnen, dass Sie aus Ihrer B90/grünen Sekte ausbrechen mögen.. Je länger Sie damit warten, desto schmerzhafter wird es..

  3. aloo masala sagt:

    @cengiz

    Das unter Erdogan die Pressefreiheit beschnitten ist, kann man auch in der internationalen Presse als auch bei Nichtregierungsorganisatoren lesen: Al Jazeera, Guardian, New York Times, Reporters without Borders, …

    Der Tenor der internationalen Berichterstattung ist, dass der Journalismus von Erdogan faktisch abgeschafft wird. Was bleibt ist eine lienentreue Berichterstattung, die keine sunstanzielle Kritik mehr äußert.

    Dass für Erdogan-Anhänger alle Lügner außer die linientreue Erdogan-Presse ist, kann ich verstehen. Doch sollte Ihnen dabei bewusst sein, dass Sie vom Recht der Meinungsfreiheit Gebrauch machen, um eine Beschneidung der Meinungsfreiheit zu rechtfertigen.

  4. Cengiz K sagt:

    …Dass für Erdogan-Anhänger alle Lügner außer die linientreue Erdogan-Presse ist, kann ich verstehen. …

    Wer ist Erdogan-Anhaenger? Ich? Warum, weil ich Tuerke bin? Das ist richtig rassistisch von Ihnen. So wie die neue Gruenen-Linie eben vorgibt. So sieht Ihre Kritik aus.. Fuer die Gruenen und die von Grass (erinnern Sie sich an die einhellige Reaktion deutscher Chefredakteure auf sein Gedicht?) kritisierte Presse sind alle Tuerken mit oder ohne deutsche Staatsbuergerschaft, die nicht auf deren Welle surfen, entweder „tuerkische Nazis“ oder „Faschisten“.. Ich bin definitiv keins von diesen Dingen.. Das ist die Presse, die Sie verteidigen.. Das ist Ihre Oezdemir/PKK-Linie, irre ich?
    Merken Sie nicht, welches Derailing Sie hier vollfuehren, wenn auf die Gruenen angesprochen? Das Thema ist nicht Erdogan und Ihre Vorstellung von Pressefreiheit.. Substanziell ist Ihre Kritik an Said Rezek auch nicht wirklich, sondern agenda-getrieben.. Sagen Sie doch in einem einfachen, fuer jeden verstaendlichen Satz, was Sie in Ihrem ellenlangen Beitrag eigentlich sagen wollten! Ich gebe mal vor, Sie koennen dann noch immer korrigieren: „Deutschland alles toll, es gibt keine Mauschelei, die Pressestellen und die Politbueros sorgen fuer Dich und sind fuer Dein Wohlergehen da!“ Legen Sie mal eine neue Platte auf.. Ein Ratschlag, versuchen Sie es mit Anstaendigkeit und Ehrlichkeit, da wuerden Sie aber Ihr Gruenen Parteibuch schnell wieder abgeben muessen..

  5. aloo masala sagt:

    @cengiz

    Sie schwafeln. Kommen Sie zum Punkt:

    – Beschneidet Erdogan die Pressefreiheit?
    – Beschneidet die deutsche Regierung die Pressefreiheit?

    Kriegen Sie zu diesen Fragen vernünftige Statements mit Argumenten hin? Und lesen Sie meine Kommentare, dann würde sich der Unsinn, den Sie über mich absondern von selbst erübrigen.

  6. Cengiz K sagt:

    Mir ist das erst einmal gleich, was Erdogan in der Türkei macht, wenn wir über die BRD reden.. Nettes Ablenkungsmanöver.. Dazu sage ich später vielleicht etwas.. Erinnert an den Dieb, der ruft, haltet den Dieb.. Oder dem Grünen, der seine verfehlte Politik auslagert..

    Hier meine Fragen an Sie:

    – Halten Sie die Presse in der BRD für glaubwürdig?
    – Haben die Grünen einen entscheidenden Anteil an der Islamophobie in der BRD?
    – Ist es von der Hand zu weisen, dass beide Parteien konzertiert arbeiten? (Axel Springer-Bertelsmann-Gruner-Özdemir) Soll ich Ihnen jetzt Özdemirs Ansprachen und Erklärungen über Islam, Türkei, PKK und sämtliche Schlagzeilen in den Ausgaben dieser Verlagshäuser einzeln raus suchen, damit Sie die Terminologien vergleichen können? Mit Verlaub, aber Sie spinnen, wenn Sie über Pressefreiheit sinnieren..

  7. munsterEi sagt:

    @CengizK

    Alle Medien weltweit kritisieren Erdogan, nicht nur die in Deutschland. Es ist objektiv richtig dass Erdogan die Pressefreiheit abgeschafft hat. Und Sie finden das gut… beschweren sich aber gleichzeitig über die staatlich unabhängigen Medien in der BRD. Ernsthaft? Und wo bitte ist die Diskussionsgrundlage?

  8. President Obama sagt:

    @ Cengiz:

    DIE Presse gibt es nicht. Im Großen und Ganzen meinen Sie die Massenmedien. Die machen natürlich Stimmung, aber es gibt ausreichende Medien, die glaubwürdig sind. Dazu zählen zB die FAZ, die Zeit, Süddeutsche. RTL2 oder der Express gehört nicht dazu. Deren Aufgabe ist es aber auch nicht faktenbasiert zu informieren, sondern eher seicht zu informieren und Meinungen abzubilden.

    Khalif Erdogan lässt beides nicht zu. Die deutsche Regierung beschneidet die Pressefreiheit nicht. Beschneidung heißt Zensur. Die kann ich nicht erkennen.

    Und die Grünen haben keinen entscheidenden Anteil an der Islamophobie. Diese entsteht durch die Berichterstattung in allen Medien. Die Grünen mögen teilweise diese Auffassung teilen, haben aber keinen großen Anteil daran. Dafür sind deren Anhänger zu wenige und in der Regel auch nicht einhellig einer Meinung.

  9. aloo masala sagt:

    @cengiz:

    Kommen Sie zum Punkt und sparen Sie sich Ihre kindischen Ausflüchte:

    – Beschneidet Erdogan die Pressefreiheit?
    – Beschneidet die deutsche Regierung die Pressefreiheit?

    Zu Ihren Fragen / Kommentaren:

    – Halten Sie die Presse in der BRD für glaubwürdig?
    Welche Presse? Die Presse in Deutschland ist vielfältig. Die Mainstreammedien halte ich für eine System- und Lückenpresse, die eine transatlantische und neoliberale Agenda erfolgt. Die Berichterstattung über Themen wie Ukraine, Syrien, Afghanistan, NATO, Pegida, Trump, Erdogan usw. halte ich für tendenziös und manipulativ.

    – Haben die Grünen einen entscheidenden Anteil an der Islamophobie in der BRD?

    Einen entscheidenen Anteil haben für mich die Medien, die CDU/CSU und mit Abstrichen die SPD. Die Grünen sind mir da nicht weiter aufgefallen. Aber Sie können mir gerne Beispiele nennen, die belegen, dass die Grünen einen entscheidenen Anteil an der Islamophobie in Deutschland haben. Mir ist das nicht weiter aufgefallen.

    – Ist es von der Hand zu weisen, dass beide Parteien (Özdemir & Springer) konzertiert arbeiten?
    Das ist bei einigen Themen vielleicht möglich, bei anderen Themen jedoch nicht. Beispielsweise ist Özdemir ist in der Atlantikbrücke. Er verfolgt somit die gleiche politsche Agenda wie der Springer-Verlag bezüglich der transatlantischen Verhältnisse. Ähnliches gilt für die Kurdenfrage. In anderen Themen liegen beide Parteien jedoch weit auseinander.

    – Pressefreiheit
    Pressefreiheit ist ein Schutzrecht gegenüber dem Staat aber keine Garantie für Qualitätsjournalismus. Sie können – sofern sie über das nötige Kapital verfügen – eine Zeitung aufmachen und über die von Ihnen ausgewählten Sachverhalte aus Ihrem Blickwinkel berichten. Migazin ist ein Beispiel dafür. Diese Pressefreiheit ist unter Erdogan nicht mehr gegeben.

  10. Cengiz K sagt:

    …Die Berichterstattung über Themen wie Ukraine, Syrien, Afghanistan, NATO, Pegida, Trump, Erdogan usw. halte ich für tendenziös und manipulativ….

    Und ganz besonders ueber Islam und Muslime.. Mittlerweile wurde eine Reihe von Begriffen von der Presse kreiert, die bei mir Kopfschmerzen ausloesen, weil ich nicht weiss, was damit gemeint ist: Salafist, Islamist, Radikalislamist, Extremist, etc.. Diese werden von den „gewaehlten“ Politikern, sehr offensichtlich unter Absprache mit der PRESSE, wiedergekaeut.. Das ist evident.. Keiner weiss, was sie bedeuten, sie loesen aber ihren Effekt entsprechend aus, erzeugen Bilder, und sind nicht faktisch, sondern austauschbar.. Eher folgen sie einem Narrativ, den man aus dem kerneuropaeischen Mittelalter kennt ueber das sinistre Bild des ‚Moselmanns‘, der vom Orientalismus akademisch stets genaehrt wurde und wird ueber die Jahrhunderte.. Vergleichbar dazu ist die Personifizierung des Judas als des ewigen Juden..

    …Diese Pressefreiheit ist unter Erdogan nicht mehr gegeben….

    das ist einfach nicht wahr.. Wurde ein entsprechender Gesetzesartikel abgeschafft? Dass die Zaman verboten wurde, wundert mich nicht.. Es herrscht gerade Ausnahmezustand, weil Teile vom Militaer mit besonderer ideeller Zugehoerigkeit defektiert haben, die eindeutig bestimmten Gruppen zuzuordnen sind laut Staat.. Ich hatte noch mitgekriegt, dass vor Jahren ein Missstand, der jeglichem Egalitaetsprinzip widersprach von diesen Gruppierungen sehr lange mit Duldung der AKP, ausgenutzt wurde, bis es dann zum Bruch diesbezueglich kam.. EIn Systemfehler wurde ausgenutzt.. Danach kam es zum Bruch.. Das hatte ich verstanden.. Ueber Ahmet Schick redet heute keiner mehr.. Es gibt auch keinen Grund Verschwoerungstheorien dessentwegen den Vorzug zu geben, nicht wahr?

    Eine Frage habe ich noch, besonders weil das ja ein migazinaffines Thema ist.:
    -Stimmt es, dass Can Duendar die deutsche Staatsangehoerigkeit erhalten hat? Wenn ja, wie kommt’s?

    Abgesehen davon, danke fuer die erste weitestgehend ehrliche Replik Ihrerseits.. Auch wenn Sie ein wenig herablassend daher kommen, ich sehe Ihnen das diesmal nach..


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