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Kundgebung

Bundeskanzlerin Merkel wird Rede gegen Antisemitismus halten

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird bei einer Kundgebung vom Zentralrat der Juden eine Rede gegen Antisemitismus halten. Derweil beklagen Muslime die fehlende Anteilnahme nach drei Brandanschlägen auf Moscheen innerhalb von nur acht Tagen.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland will mit einer Kundgebung vor dem Brandenburger Tor in Berlin gegen Antisemitismus protestieren. Bei der Aktion am 14. September werde auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Rede halten, teilte der Zentralrat am Dienstag mit. Zudem sollen den Angaben zufolge der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, und der Vorsitzende der katholischen deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, Reden halten. Die Veranstaltung steht unter dem Titel „Steh auf! Nie wieder Judenhass!“.

„In den vergangenen Wochen wurden wir Zeuge, wie blanker Judenhass sich offen Bahn gebrochen hat“, sagte Zentralratspräsident Dieter Graumann. Anschläge auf jüdische Bürger und Synagogen sowie „unfassbare und schockierende Hass-Parolen“ auf deutschen Straßen hätten in der jüdischen Gemeinschaft große Sorgen ausgelöst. „Dennoch lässt sich die jüdische Gemeinschaft nicht einschüchtern, sondern setzt weiter auf die Gestaltung eines selbstbewussten jüdischen Lebens in Deutschland“, betonte Graumann.

Bei Protesten in Deutschland gegen den israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen hatten Demonstranten in den vergangenen Wochen antisemitische Parolen gerufen. Darüber hinaus verübten anti-israelische Aktivisten Angriffe auf jüdische Einrichtungen und bedrohten jüdische Bürger. Ende Juli wurde auf die Synagoge in Wuppertal ein Brandanschlag verübt.

Derweil macht sich auch unter Muslimen zunehmend Besorgnis breit, nachdem innerhalb von acht Tagen drei Moscheen Ziel von Brandanschlägen wurden. Eine im Bau befindliche Moschee in Berlin wurde erheblich beschädigt, in zwei weiteren in Bielefeld haben Unbekannte Exemplare des Korans angezündet und damit Brand im Gebetsraum gelegt. Die Polizei schließt inzwischen einen politischen Hintergrund nicht aus. In Berlin wurden Spuren von Brandbeschleunigern im Schutt gefunden. Muslime kritisieren das Ausbleiben der öffentlichen Empörung und die fehlende Anteilnahme von Seiten der Politik. (epd/mig)

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7 Kommentare
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  1. […] dieses kollektive Versagen zumindest ein stückweit aufzufangen. Sie wird am 14. September eine wichtige Rede vor dem Brandenburger Tor halten, auf einer Kundgebung des Zentralrats der Juden. Thema: Nie wieder […]

  2. Michael Klein sagt:

    Geht es bei dieser Kundgbung wirklich gegen Judenhass? Dann bin ich selbstverständlich dabei! Oder handelt es sich nicht doch eher um eine Pro-Israel Veranstaltung? Nein danke, dann ohne mich!

  3. Marianne sagt:

    Nun, es ist kennzeichnend für diese Kundgebung, dass es trotz brennender Moscheen und vielem anderen mehr ausschleßlich um Antisemitismus und nicht um antiislamischen Rassismus geht. Nachdem sich der Untersuchungsausschuss in Thüringen erstmals zu einigermaßen klaren Worten bezüglich dessen aufraffen konnte, was in diesem Lande mit Unterstützung unzähliger staatlicher Institutionen, die die Morde ermöglicht haben, in Sachen Rassismus gegen Türken/Muslime vor sich geht, ist die Einschränkung auf Antisemitismus ein Schlag ins Gesicht der Opfer. Und dass es bei Veranstaltungen des ZdJ, der sich fast ausschließlich als Sprachrohr Israels und nicht der hier lebenden Juden betätigt und bei jedweder Kritik an Israel mit der Antisemitismuskeule zu wedeln pflegt, nicht in erster Linie um Antisemitismus geht, sondern um eine pro-israelische Veranstaltung, bei der Kritiker der Verbrechen der israelischen Regierung als Antisemiten gebrandmarkt werden, ist absehbar.

  4. surviver sagt:

    EINE HAND WÄSCHT DIE ANDERE
    Ich habe das Gefühl dass die CDU-Regierung mit den Pro-jüdischen Propaganda-Medien kooperiert. Solange sie die Israelpolitik (Waffenlieferungen, Bankenrettungen…) unterstützt, wird sie von „den Medien“ hochgeschaukelt.
    Jemand, der ihr gefährlich werden kann, wird durch „diese Medien“ weggefegt. Siehe als Beispiel Christian Wullf.
    Sollte sie sich für Islamfeindlichkeit einsetzen würde sie von „den Medien“ sehr wahrscheinlich attackiert werden und dadurch Wählerstimmen verlieren.
    Dieses Machtmonopol der „Pro-Israelischen“ Medien hat mit Demokratie nichts am Hut. Sie diktieren dem Deutschen Volk ihre Meinung durch einseitige Berichterstattung. Leider denken immer noch viele dieser „BILD- und/oder WELT-LESER“ das sie die Meinung vom Volk vertreten.

    Das ist gezielte Manipulation.

  5. posteo sagt:

    Eine behinderte Bekannte führt immer ein paar Flugblätter mit sich, auf denen steht: Sie stehen auf meinem Behindertenparkplatz. Wollen sie auch meine Behinderung?
    Wie verrannt kann man sein, die Juden darum zu beneiden, dass Sie von unserer Regierung eine besondere Aufmerksamkeit erfahren?

  6. Marianne sagt:

    Wie verrannt muss man sein, um Juden mit Behinderten zu vergleichen.

  7. […] Nach Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat auch Bundespräsident Joachim Gauck seine Teilnahme an einer Kundgebung gegen Antisemitismus in Berlin zugesagt. Dies sei ein ganz „besonderes und bewegendes Zeichen der Solidarität und der Verbundenheit“, erklärte der Präsident des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann, am Dienstag in Berlin. […]



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