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Migration und Integration in Deutschland

Letztlich haben einige Industriestaaten ihren Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften … dadurch gedeckt, dass sie bei der Einstellung von irregulären Arbeitsmigranten ein Augen zudrücken.

Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen, Migration in einer interpedenten Welt, 2004

Türkische Presse Europa

23.09.2009 – Wahlkampf, Moscheebau, Bundestagswahl

Die Europaausgaben türkischer Tageszeitungen berichten ausführlich über mögliche Koalitionen nach der Wahl, geben Wahlversprechungen der Parteien wieder und berichten über einzelne Wahlkampfveranstaltungen von türkischstämmigen Politikern. Weitere Themen sind:

Islam und Muslime in Deutschland
Laut dem Geschäftsführer des Interkulturellen Rates, Torsten Jäger, ist nicht der Islam das Problem, sondern die Muslime. In Deutschland würde eine neue Generation von Muslimen aufwachsen, die nicht mehr als Putzkraft oder Bauarbeiter arbeiten sondern immer mehr zur Elite gehören. Damit, so Jäger, hätten manche ein Problem. Auch dürfe man die über vier Millionen Muslime, die in Deutschland leben, nicht wegen den Untaten einiger Weniger unter Generalverdacht stellen. Muslime müssten die gleichen Rechte haben. Hierüber berichtet die ZAMAN auf der Titelseite der Europaausgabe.

Wir brauchen euch
… sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Titelseite der HÜRRIYET. Damit Deutschland seinen sozialen Wohlstand beibehalten könne, brauche man die Migranten. Merkel habe dabei auf den Rückgang der Population hingewiesen und gleiche Bildungschancen versprochen.

Ist es wegen den Stimmen oder ernst gemein?
Diese Frage stellt die SABAH auf der Titelseite der Europabeilage in großen Lettern und geht auf den Vorstoß der FDP ein, die gesagt haben soll, dass die doppelte Staatsbürgerschaft die Integration erleichtern könne. Die SABAH erinnert daran, dass die FPD vor elf Jahren das Optionsmodell vorgeschlagen und durchgesetzt hatte.

Privilegierte Partnerschaft ist nur ein Zwischenschritt
Emine Demirbüken-Wegner (CDU Berlin) habe gesagt, dass ihre Partei sich über eine EU-Mitgliedschaft der Türkei am meisten freuen würde. Die privilegierte Partnerschaft sei nur ein Zwischenschritt. Die CDU habe, seit sie an der Regierung sei, immer betont, dass sie sich an die bisherigen Abmachungen halten werde. Außerdem, so Demirbüken-Wegner, sei sie überzeugt davon, dass man in 10-15 Jahren oder vielleicht in 20 Jahren ganz anders darüber reden werde. (SABAH)

Sie sehen Türken als Barbaren
Unter dieser Schlagzeile gibt die SABAH zwei Ergebnisse unterschiedlicher Studien wieder. Die Studie wurde unter türkischstämmigen Studenten durchgeführt und hat ergeben, dass Türken und Muslime in der Regel mit Barbaren, Blut, Gewalt und Terror in Zusammenhang gebracht werden.

Macht Platz, die Integrationsmesser kommen!
Unter dieser Schlagzeile fasst die TÜRKIYE die Arbeit der vergangenen vier Jahre der großen Koalition zusammen. Die Große Koalition habe ein Gipfel nach dem anderen veranstaltet, große Worte von sich gegeben. Heute könne man Integration messen, wie Luftdruck oder das Wetter, so die TÜRKIYE enttäuscht.

Türkischlehrer an deutschen Schulen
Die MILLIYET berichtet ausführlich über den aktuellen Stand der Verhandlungen über die Einreisemöglichkeit türkischer Lehrer aus der Türkei, die in Deutschland Türkischunterricht erteilen sollen. Zum Ende des Jahres laufe die bisherige Vereinbarung aus. Die Verlängerung würde auf den Beschluss des Bundesrates warten.

Sechs türkischstämmige Kandidaten haben eine Chance
In der MILLIYET werden die sechs türkischstämmigen Kandidaten bei den Bundestagswahlen vorgestellt, die eine realistische Chance für einen Einzug in den Bundestag haben.

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4 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. Rolf sagt:

    Absolut schrecklich diese Zukunftsperspektive.

  2. kalyptus sagt:

    Wir haben Millionen von Arbeitslosen und die holen immer mehr Fremdarbeiter rein. Ich krieg nach 35 Jahren Arbeit 150 Euro AlG II, weil meine Frau (Schmerzpatient mit BtM Medikation ) selbst ein paar Köten verdient.
    Ich hab keine Ahnung wie ich meine Miete oder Strom zahlen soll.
    Währen der junge 19 jährige im Haus der noch nie gearbeitet hat einen 5er BMW fährt.
    Erkläre mir das mal bitte einer

  3. Vati sagt:

    Hallo,

    Merkel lügt, die erzählt Märchen um Stimmen von den ca. 600.000 eingebürgerten Türken zu bekommen. Jedenfalls mehr als bisher.
    Denn, das wisst ihr besser als ich, die allermeisten Stimmen der eingedeutschten bekommt die SPD. Ich meine in irgendwelchen Umfragen etwas von 55% behalten zu haben.
    Wir brauchen nur noch ein paar gebildete Abitur & Akademiker oder GUTE Facharbeiter. Deutschland hat ca. 4 Millionen Arbeitslose und ca. nochmal 2-3 Mill. verdeckte. Dazu wird der Niedriglohnsektor und die Zeitarbeit immer mehr ausgweitet.
    Nach der Wahl kommt noch mehr Übel an das Tageslicht – versprochen.

    Herr Jäger macht Scherze!
    Klar, hatte ich eine türkische Spitzenkraft und habe jetzt 3 stimmt die Aussage, nämlich immer mehr.
    Wir wollen schön auf dem Boden bleiben. Ca. 12% der Türken machen Abitur.
    Die Deutschen und „Russen“ irgendwas zw. 33-35%, „Vietnamesen“, die ähnlich unprivilegiert wie Türken (immer im Schnitt bitte) sind über 40%.
    „Anwesende“ wie immer ausgenommen! ;-))

    Ich möchte auch toller Sportler sein. Nur hängen mich (fast) alle Leute
    ab. Komisch, ne? (lach).
    zum Abschluß ein paar Zahlen:
    http://www.stern.de/politik/deutschland/zwischenruf/zwischenruf-die-vergrabene-bombe-634119.html

    Meinung:
    Im übrigen können auch die in Deutschland leben Türken (incl. Menschen mit türkischen Wurzeln) nicht wollen können, dass die Türkei in die EU kommt.
    Dann kommen (nach einer Übergangsfrist (wie z. B. bei den Rumänen) irgendwas zw. geschätzten 1 – 1,5 Millionen nach Deutschland.
    D. h. auch der Wohlstand der hier ansässigen Menschen wird sinken und der soziale Frieden (mehr) gefährdet.
    Die sollen besser die Türkei weiter voranbringen, da gibt es noch genug Arbeit. Zudem ist da viel mehr Platz.

    Gruß

    Vati

  4. Mehmet sagt:

    Stimmt. Alle Ausländer dürfen nur höchstens soviel verdienen wie der am schlechtesten verdienende Deutsche.



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