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Migration und Integration in Deutschland

In allen Zielstaaten der Arbeitsmigration weisen die Eltern der als Migranten erfassten Jugendlichen eine kürzere Schulbesuchszeit und einen geringeren ökonomischen, sozialen und kulturellen Status auf als die Eltern von Nichtmigranten. Nirgendwo ist dieser Unterschied … aber so stark wie in Deutschland.

Konsortium Bildungberichterstattung, Bildung in Deutschland, 2006

Studie

Jeder dritte türkische Akademiker sieht seine Zukunft in der Türkei

Türkische Akademiker fühlen sich in Deutschland zu Hause, doch trotzdem will jeder dritte nach dem Studium lieber in der Türkei arbeiten, so eine neue Studie. Grund: Sie fühlen sich nicht richtig anerkannt.

Aus einer Untersuchung des Instituts futureorg, die von der Türkisch-Deutschen Unternehmervereinigung präsentiert wurde, geht hervor, dass 36 Prozent der jungen türkischstämmigen Akademiker ihre Zukunft in die Türkei sehen und nicht in Deutschland. 41 Prozent von ihnen geben als Grund ein fehlendes Heimatgefühl in Deutschland an. Diese Begründung geben insbesondere männliche Befragte an, deren Eltern die deutsche Sprache nicht beherrschen.

Bei den weiblichen Jungakademikern und Studierenden stehen berufliche Gründe im Vordergrund. Sie versprechen sich auf dem Arbeitsmarkt in der Türkei größere Chancen als in Deutschland.

Die Türkei bietet gute Aussichten in vielerlei Hinsicht: Aufgrund der Mehrsprachigkeit sind die Chancen auf einen Arbeitsplatz größer. Auch dürften die mehr als 2000 Niederlassungen deutscher Firmen in der Türkei den Sprung angenehm überleiten. Schließlich – kein unwesentlicher Faktor, wie die Studie ebenfalls offen legt – können Türken das bedrückende Gefühl der Benachteiligung und die damit verbundene Unsicherheit ablegen.

Denn viele Akademiker mit türkischem Migrationshintergrund fühlen sich in Deutschland wegen ihrer Abstammung zurückgewiesen. Nicht ohne Grund: Das Zentrum für Türkeistudien hat identische Bewerbungen an Unternehmen geschickt – mit türkischem und mit deutschem Namen. Das Ergebnis: Bewerber mit deutschem Namen wurden zehnmal häufiger zum Vorstellungsgespräch eingeladen als diejenigen mit türkischem Namen.

Einer Schätzung des Zentrums für Türkeistudien nach liegt die Arbeitslosenquote unter türkischstämmigen Akademikern hierzulande dreimal so hoch wie bei originär deutschen Akademikern.

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47 Kommentare
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  1. Baba sagt:

    Ich kann z.T. der Studie nur zustimmen. In Deutschland geboren, aufgewachsen und studiert heisst noch lange nicht, dass man auch Deutscher ist bzw. als Deutscher akzeptiert wird.

    Ich bin nach dem Studium nach Irland gezogen und arbeite fuer ein amerkanisches Unternehmen,. Komisch ist nur, dass die Deutschen mich hier als ‚Deutschen‘ betrachten. Das koennte vielleicht daran liegen, dass sie zum ersten Mal erleben was es heisst, Ausleaender zu sein und in einem ‚fremden‘ Land zu arbeiten und leben.

    Deutschland bietet viel, die Menschen sind nett, wenn man auf Sie zu geht. Leider sind ihre Meinungen zu stark von den Medien und Politikern so stark beeinflusst, dass man als Individuum nicht viel erreichen kann.

    Integratio, oder was auch immer die Loesung des Problems ist, kann nur gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen, damit meine ich vor allem die Hauptverantwortlichen, Medien, Verbaende, Unternehmen und deutsche Politiker (Gruss an Frau Merkel und an Ihr Kabinett)

    Solange diese Hauptverantwortlichen nur negatives ueber die Tuerkei und ‚Tuerken‘ berichten, wird die Mehrheit des deutschen Volkes immer Vorurteile haben. Aber So ist es nun mal. Jedes Land hat und braucht seine Suendeboecke.

    Deutschland hat uns, die Tuerken, Irland die Polen, die Amis die Schwarzen und Mexikaner und die Griechen haben die Albaner. Ein Raubueberfall – ‚Muessen Tuerken gewesen sein‘ so heisst es im deutschen Munde…Schlechte Nachrichten verkaufen sich eben besser…Auf Kosten der Tuerken bzw. der Migranten

    Ich kann mich nicht entsinnen wann ich das letzte Mal etwas positives ueber die Tuerkei in den Deutschen Medien gelesen habe. Oder etwas positives im Fernsehen. Erdogan mag zwar ‚islamisch‘ angehaucht sein, aber er ist der einzige Politiker, dessen Stimme in Europa gehoert wird. Natuerlich sind Frankreich und Deutschland als einzige Grossmaechte Europas gegen den Beitritt der Tuerkei. Der Machtverlsut waere zu gross im eurpaeischem Parlamernt.

    Zum Schluss:
    Wenn die Moeglichkeit besteht schlage ich jedem Akademiker vor Deutschland zu verlassen und in ein anderes europaeisches Land zu ziehen. Unsere Eltern haben dieses Land mit aufgebaut und Steuern gezahlt. Nun, wo es keine Arbeit mehr gibt und deutsche Manager entscheiden ihre Produktionstaette nach Osteuropa oder nach China zu verlagern, sind wir die Suendenboecke.

    Nein Danke! Das haben wir und unsere Eltern mit Sicherheit nicht verdient.

  2. Mehmet sagt:

    Ich selbst studiere Chemie und überlege auch nach meinem Studium in die Türkei auszuwandern(klingt komisch ich weiss)
    Wenn man mich fragt warum?
    Weil in Deutschland das Recht auf Gleichberechtigung nur auf Papier existiert.

    Laut meiner Grundschullehrerin in der vierten Klasse, waren meine Deutschkentnisse unzureichend ein Gymnasium zu besuchen. Diese Worte standen in meinem Übertrittszeugnis. Ich konnte erst mit Mühe und Not von der 5.Klasse aufs Gymnasium wechseln und verlor dadurch ein Jahr. Und kam anschließend ohne Probleme bis zum Abitur und vollendete es auch mit Erfolg. Von meinen Klassenkameraden in der vierten Klasse, die direkt aufs Gymnasium gewechselt sind, kann ich dies nicht behaupten.

    Diese wahre Begebenheit zeigt sehr deutlich auch warum die Anzahl der türkischen Akademiker sehr gering ist.

    Ich wurde nie in der Gesellschaft als ein volles Mitglied akzeptiert. Immer war ich der Türke, der weniger wert ist.

    Außerdem darf man die Medien vor allem den Axel Springer Verlag nicht vergessen. Sie haben mit ihren einseitigen Berichten über die Türken,Türkei … die Ausgrenzung der Türken aus der Gesellschaft verstärkt.
    Nach dem Motto : “ Wir backen uns einen bösen Türken“
    Erinnert leider Gottes sehr an die NS-Zeit.

    Ich will mit meinem Kommentar nicht sagen, dass alle Deutschen Nazis sind. Aber man sollte Sigmund Freud und seine drei Instanzen im Hinterkopf behalten.
    Durch die Medien, bekommen die Menschen UNTERBEWUSST den Hass auf die Türken .
    Zitat von Sigmund Freund : “ Das Unbewusste steuert das Bewusste im Menschen“

    Auch wenn viele es jetzt abstreiten werden, der Hass steckt tief im Inneren.
    ….

    Ich bin,war,werde eine Kanake in Deutschland bleiben.

    Darum 2.Klasse adieu. Türkei warte ich komme bald.

  3. Ufuk sagt:

    Ich kann Mehmet nur recht geben…
    Ich habe all die gleichen Sachen erlebt…
    Meine Lehrerin der 1. Klasse hat versucht mich auf die Sonderschule zu schicken….warum? Weil ich sie paar mal böse angeschaut hätte…Gottseidank erklärte der extra bestellte Psychiater die Lehrerin für verrückt.
    Ich durfte nicht von der 4.Klasse direkt auf das Gymnasium weil es mir schwer gefallen wäre und ich psychische Schäden erlitten hätte, wenn ich dann vom Gymnasium auf die Hauptschule „fallen“ würde, laut Argumentation der Lehrerin.
    Und so ging das Abenteuer in der Hauptschule weiter. Dort musste ich die Aufnahmeprüfung zum Gymnasium machen, weil die Lehrerin sich zufällig beim Übertrittszeugnis um eine Note vertan hat.
    Nach Überwinden dieser Hürden und erreichen des Abiturs, studier ich nun das Gymnasiallehramt.
    Vllcht lass ich dann alle blonden blau äugigen Schüler in meinen Klassen durchfallen….natürlich wäre es dann auch noch göttliche Gerechtigkeit, wenn das die Kinder meiner damaligen Lehrer sind.
    Spaß bei seite aber es ist wirklich Tatsache, dass nicht nur die Akademiker ihre Zukunft in der Türkei sehen sondern auch weniger Qualifizierte, die in dem Aufschwung in der Türkei viele Chancen im Vergleich zur Einöde in Deutschland sehen.
    Es leben die deutschen Türke(n)(i)HassMedien
    Dadurch wird Deutschland viel erreichen…bravo…

  4. AB sagt:

    Hallo,

    ich bin nach 11 Jahren Ausland (IRL und USA) wieder in Deutschland und bin nun auf Jobsuche, und ich muss leider auch die Erfahrung machen, dass mein türkischer Name bei der Jobsuche hinderlich ist.

    Betr. „Das Zentrum für Türkeistudien hat identische Bewerbungen an Unternehmen geschickt – mit türkischem und mit deutschem Namen. Das Ergebnis: Bewerber mit deutschem Namen wurden zehnmal häufiger zum Vorstellungsgespräch eingeladen als diejenigen mit türkischem Namen.“

    Anmerkung: Hätten wir jetzt ein Nichtdiskriminierungsgesetz, wären die Unternehmen „Equal Opportunity Employers“ und gäbe es „political correctness“ in Deutschland, dann könnte man diese Firmen verklagen. Das ist in den USA möglich, warum nicht in Deutschland? Und warum muss man in deutschen Lebensläufen Alter, Zivilstand, Kinder, Religion etc. angeben und ein Bild einfügen? Diese Angaben werden in einem englischen Lebenslauf weggelassen, damit Diskriminierung vermieden wird.

    Warum greifen hier Bürgerrechtler, die GAL, Amnesty nicht ein? Wo ist „unsere“ Lobby?

    Die Deutschen müssen ihr Denkschema ändern, nicht nur gegenüber den Türken, sondern gegenüber allen Ausländern. Einer der Unterschiede zwischen den USA und D ist, dass die Amerikaner stolz sind, wohingegen die Deutschen arrogant. Es ist eine Tatsache, dass die Deutschen Akademiker ins Land holen müssen, und man denkt ja über die Blue Card (als Konkurrenz zur Green Card) nach, aber solange Ausländerfeindlichkeit besteht und diese von der Regierung nicht bekämpft wird, glaube ich nicht, dass qualifizierte Akademiker nach Deutschland kommen werden, wenn diese in die USA gehen können.

    Ich lese gerade „Dreams From My Father“ von Barack Obama. Er spricht mit seiner Halbschwester über ihr Leben in Deutschland. Sie sagt: „I have no right to complain, I suppose, “ she said. „I have a scholarship, a flat. I don’t know what I would be doing if I was still in Kenya. Still, I don’t care for Germany so much. You know, the Germans like to think of themselves as very liberal when it comes to Africans, but if you scratch the surface you see they still have the attitudes of their childhood. In German fairy tales, black people are always the goblins.“

    NPR, National Pulic Radio, hat einen Bericht über die Ausländerfrage in Europa (Deutschland, Italien, Frankreich) gebracht, sehr interessant.

    Zitat aus http://www.npr.org/templates/story/story.php?storyId=99247328:
    The concept of national identity in Europe was founded on exclusion. A German political scientist, Jan Techau, told me, „For hundreds of thousands of years, identities were created by excluding those who weren’t part of the crowd by drawing up borders. And this is why becoming a German when you are from Africa, Asia or Turkey or elsewhere is such a difficult thing — because not only do you have to subscribe to everything that’s normal here, you also have to overcome this exclusion barrier.“

    Dieser Teil ist über die Ausländer in D: http://www.npr.org/templates/story/story.php?storyId=99189265

    (Natürlich hilft es nicht, wenn die türkischen Frauen immer mit Kopftuch gezeigt werden.)

    Dieses Jahr werden wir Türken wieder zum Sündenbock erklärt, denn Seehofer – der sich zum deutschen Obama kürte (musste so lachen), dies aber schnell widerrief, als Obama Türkeis Wunsch, der EU beizutreten, unterstütze, woraufhin Seehofer diesen Titel ablegte (ich musste noch mehr lachen) – möchte dieses Jahr den Beitrittswunsch der TR zum Wahlkampfthema machen.

    Betr. „Ich könnte es mir ja noch einmal überlegen, ob ich meine drei Kinder nicht doch nationalbewusst und türkeiorientiert erziehen werde.“ (Ömer)
    Anmerkung: Wenn Sie das machen, dann stehen Sie und Ihre Kinder sowohl in D als auch in der TR allein da, und Sie verbauen Ihren Kindern die Zukunft, denn diese sollten als „Weltbürger“ aufwachsen.

    Betr. „Deutschland bietet viel, die Menschen sind nett, wenn man auf Sie zu geht. Leider sind ihre Meinungen zu stark von den Medien und Politikern so stark beeinflusst, dass man als Individuum nicht viel erreichen kann.“ (Baba)

    Anmerkung: Da stimme ich Ihnen zu. Wenn über „kan davasi“ (Ehrenmord) berichtet wird (aber etwas Anderes ist, wenn ein Vater seine Frau und Kinder tötet, oder ein Junge mit seinem Freund seine Familie), oder es nur solche Berichte über Zwangsheirat gibt (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,413795,00.html, http://www.spiegelgruppe.de/spiegelgruppe/home.nsf/PMWeb/1881443CBAB15580C1257332003FCF29, http://www.spiegel.de/sptv/magazin/0,1518,330168,00.html, http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/07/02/dokument.html?titel=Cousin+und+Cousine&id=61822070&top=SPIEGEL&suchbegriff=zwangsheirat+azad&quellen=&qcrubrik=artikel), dann wird ein negatives Image des Türken aufgebaut, ein Image vom Türken als Barbaren.

    Auch hilft es nicht, wenn türkische Autoren wie Necla Keklek, Renan Demirkan, Hatice Akyün etc. über die „typischen“ türkischen Probleme schreiben.

    Natürlich sind die Türken in D nicht ganz unschuldig.

    Die Türken in der TR und in den USA, die aus der TR kommen, sind so anders. Die Türken hier können manchmal echt nervig sein und einen ersticken.

    Das Leben in den USA war herrlich. Zum ersten Mal im Leben war ich frei von diesen Zwängen, Stereotypen, dem Druck, Vorurteilen. Eine ganze Last war weg, und ich konnte mich endlich auf das Leben konzentrieren.

    Warum ich nicht in die USA zurückkehre? – Da ist ein Kampf zwischen Herz und Verstand:
    Herz – möchte wieder in die USA.
    Verstand (plus Herz) – sagen: Die Familie ist in D, wieder so eine Trennung. Meine Eltern werden nicht jünger und werden irgendwann meine Hilfe brauchen. Wir hatten gerade einen Krankheitsfall in der Familie, und daher bin ich nach D zurück.

    Betr: In die Türkei auswandern

    Anmerkung: Das kommt für mich als Geisteswissenschaftlerin nicht in Frage. Türkei ist zudem ein anderes Land mit anderen Sitten für mich (und mein Türkisch ist leidlich). Da spielen Beziehungen in der Wirtschaft eine große Rolle. Und als Frau und Alevitin hätte ich auch keine großen Chancen. Und last, but not least, das System. Die AKP hat das ganze System infiltriert, sie geht gegen Regimekritiker vehement vor. Anstatt, dass sich die Regierung um die Wirtschaft kümmert, kümmert sie sich um das Kopftuchthema, das eigentlich ad acta ist.

    Nun denn. Zurück zu meinen Bewerbungen.

  5. Johanna sagt:

    „- deutsche Staatsbürgerschaft unbedingt erweben, wegen der Chancengleichheit für das Reisen in die Welt, und zusätzlich sich die “Blaue Karte” vom türkischen Konsulat sichern!“

    Wenn jemand die deutsche Staatsbürgerschaft hat, dürfte er kein „Flüchtling“ sein.

    Vielleicht könnte mich einer der Juristen hier aufklären, ob dies nach deutschem Recht eigentlich legal ist.

  6. Johanna sagt:

    Wie die Amerikaner sagen:

    „You can’t have the cake and eat it, too!“

  7. AB sagt:

    Warum nicht?

  8. AB sagt:

    PS

    „Warum greifen hier Bürgerrechtler, die GAL, Amnesty nicht ein? Wo ist “unsere” Lobby?“

    Sorry, habe vergessen, etwas zu erwähnen: Wir können nicht erwarten, dass andere unser Job für uns machen.

    Vielleicht sollten wir uns auch selbst organisieren, um auf diese Situation aufmerksam machen und „objektiv“ zu diskutieren – auch im Interesse von Deutschland, denn Deutschland muss seine Politik und Denkweise ändern, wenn es mit der Blue Card qualifizierte Arbeiter ins Land holen möchte.

    Jedenfalls fühle ich mich von der Islam-Konferenz nicht vertreten. Und auch nicht von den türkischen MdB oder Autoren et al., die in dieselbe Kerbe hauen und mit dem „typischen“ Türkenbild in Deutschland arbeiten (hier haut Necla Keklek in diese Kerbe: http://www.zeit.de/2006/11/Titel_2fIntegration_11?page=1; nicht jede türkische Frau, die heiratet, heiratet in eine Zwangsehe rein).

    Jedenfalls kann ich nur empfehlen, „Dreams From My Father“ von Barack Obama zu lesen. Die Schwarzen in den USA hatten ein ähnliches Problem, und Obama schildert das Grundproblem ganz toll.

    Ach, das ist alles so ansstregend. 🙂 Ich dachte, es gäbe keine Probleme: Ich bin in D geboren, bin hier zur Schule, habe hier studiert, habe deutsche Freunde, habe kein Problem mit internationalen Gerichten, dies wäre meine Heimat, bis jemand anfing, abzugrenzen.

    Diese Grenzen und Barrieren sind oft in unseren Köpfen. Vieles ist ein Problem der Auffassung, das Fehlen von Informationen über die andere Person.

    Vielfalt ist kein Nachteil, sondern ein Vorteil.

  9. Johanna sagt:

    „Warum nicht?“

    Ich betrachte das mal als Witz.

    Kürzlich kam eine Russin im TV zu Wort, die im Integrationsfeld tätig ist. Sie sagte, viele Leute würden vom Staat die Rumumfürsorge erwarten und wären dann enttäuscht, wenn nicht alles ihren Vorstellungen entspricht.

    „Deutschland ist ein Land für Erwachsene“ sagte sie zum Schluss.

    Vielleicht sollte ein Jeder einmal in sich gehen, der sich laufend über Deutschland beschwert, und sich fragen, ob es vielleicht an ihr/ihm selbst liegt, wenn er auf Gegenwind stößt. Außerdem muss ich nicht jeden Menschen mögen.

    Durch meine eigene langjährige Auslandserfahrung in jungen Jahren (die ich jedem empfehle kann), weiss ich, dass überall auch nur mit Wasser gekocht wird. Die Türken, die in die USA auswandern, sind meistens gebildete Leute. In den USA sind die Sozialleisten völlig anders als in Deutschland.

    Nach Deutschland hingegen kamen Arbeiter. Die Nähe Deutschlands zur Türkei lässt auf ewig zwei Herzen in der Brust eines Türken oder Deutschen türkischer Abstammung schlagen, während Amerika weit weg ist. Von dort fliegt man nicht mal „eben so“ in die Türkei.

    Die Sozialleistungen in Europa sind nicht zu toppen. Das wissen auch die Türken bzw. Deutsche türkischer Abstammung sehr gut.

  10. Daniel Lee sagt:

    @AB
    Das Konzept der nationalen Identität gilt mit Sicherheit nicht nur für Deutschland. Europäer (auch Türken ;-)), Afrikaner oder Amerikaner hätten beispielsweise in Korea dieselben Probleme bzw. Hürden zu bewältigen.

    Es gibt in Deutschland übrigens seit 2006 ein Nichtdiskriminierungsgesetz, das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG).
    http://www.gesetze-im-internet.de/agg/

    Nur:
    1. Im Gegensatz zur USA hat sich Deutschland lange Zeit nicht als Einwanderungsland gesehen.

    2. Die USA sind ein Land, in dem die Menschen mit Zuwanderungsgeschichte die Mehrheit darstellen. Ein Alptraum für Länder wie Deutschland oder Korea. Oder?

    3. Deutschland (und nicht nur Deutschland) tut sich schwer mit der Gleichberechtigung von Frauen, Behinderten, Homosexuellen. Ist es da so verwunderlich, dass sich „Deutschland“ auch schwer tut mit Migranten?

    4. Bei Bewerbungen muss man die Religion nicht angeben. Hat keinen zu interessieren. Mit Ausnahme vielleicht religiösen Einrichtungen. Man muss heutzutage auch nicht mehr die Namen der Eltern oder Geschwister angeben. Zivilstand und Kinder? Da müsste man vielleicht mal einen Rechtsanwalt fragen.

    5. Vielen Unternehmen sind die Inhalte des AGG nicht bekannt. Auch der politische Druck scheint mir in diesem Punkt nicht sehr hoch zu sein.
    Leider kennen viele Betroffene das AGG ebenfalls nicht.

    P.S. Viel Erfolg bei Ihren Bewerbungen. 🙂


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