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Migration und Integration in Deutschland

Das Beitragsaufkommen [in den Rentenversicherungen beträgt] auf Grund der Beschäftigung der ausländischen Arbeitnehmer jährlich rd. 1,2 Milliarden DM, während sich die Rentenzahlungen an ausländische Arbeitnehmer jährlich auf rd. 127 Millionen DM, also etwa ein Zehntel, belaufen.

Ludwig Kattenstroth, Staatssekretär im Arbeitsministerium, März 1966, Bundesvereinigung der Dt. Arbeitgeberverbände

Nutzen und Schaden

Die sarrazinsche Debattenkultur

Thilo Sarrazin habe eine Debatte über Tabuthemen ausgelöst, eine Diskussion über die feige deutsche Debattenkultur. Er habe mutig ausgesprochen, was viele sowieso dachten und wussten. Er habe zwar zugespitzt und pauschalisiert, doch müsse man seine Worte differenziert und im Gesamtkontext betrachten.

DATUM12. Oktober 2009

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RESSORTMeinung

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Thilo Sarrazin habe eine Debatte über Tabuthemen ausgelöst, eine Diskussion über die feige deutsche Debattenkultur, heißt es gut eine Woche nach Erscheinen seines Interviews. Er habe mutig ausgesprochen, was viele sowieso dachten und wussten. Er habe – zugegeben – zwar zugespitzt und pauschalisiert, so seine Befürworter, doch müsse man seine Worte differenziert und im Gesamtkontext betrachten.

Ja, er hat eine Debatte ausgelöst und ja, er war mutig. Ist die Debatte aber, die er ausgelöst hat, wünschens- und erstrebenswert? Und vor allem: wem nutzt es und wem schadet sie?

Bereits jetzt ist abzusehen, dass dank Sarrazin Zuspitzungen und Pauschalisierungen um ein Stück weit hoffähiger geworden ist. Dank Sarrazin muss man sich nicht mehr dreimal umschauen, wenn man über integrationsunwillige und –unfähige „neue Kopftuchmädchen“ spricht, die in die Welt gesetzt werden, um Deutschland zu erobern, die vom Staat leben und diese zu allem Überdruss auch noch ablehnen. Wer lediglich sagt: „Sarrazin hat doch recht“, braucht sich nicht einmal mehr zu vergewissern, dass er unbeobachtet ist. In der Bahn, beim Einkaufen und vor allem am Arbeitsplatz und in der Schule.

Und da wären wir auch schon beim Nutzen und Schaden der sarrazinschen Debattenkultur angelangt. Nicht alle einheimischen Nachbarn, Lehrer und Arbeitgeber haben schon immer wie Sarrazin gedacht. Und ganz sicher sind nicht bis zu 90 % der Türken und Araber so, wie Sarrazin versucht, es uns nahezulegen.

Wir wissen, dass türkischstämmige Akademiker immer häufiger mit dem Gedanken spielen, in die Türkei auszuwandern, weil sie trotz guter Ausbildung und Hochschulabschluss auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt werden und weil sie sich bei gleichen Leistungen zehn Mal häufiger um eine Stelle bewerben müssen als die deutsche Konkurrenz, um zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Wir wissen auch, dass Kinder aus sozial schwachen Familien bei gleichen schulischen Leistungen seltener eine Empfehlung für ein Gymnasium bekommen als Kinder aus gut betuchten Familien. Leider trifft dieser Umstand überdurchschnittlich Türken und Araber bzw. muslimische Kinder. Und wir wissen auch, dass Wohnungsinteressenten mit ausländisch klingenden Namen aus den großstädtischen Brennpunkten nur schwer herauskommen, selbst wenn sie sich damit eine bessere Schule in der näheren Umgebung für ihre Kinder erhoffen. Wir wissen, dass sozial schwache es ungleich schwerer haben und ein guter Wille allein nicht ausreicht.

Sicherlich. Nicht alle Türken und Araber haben einen Hochschulabschluss oder gute Schulnoten und wollen ihrer Kinder wegen raus aus den sozialen Brennpunkten. Doch es gibt sie.

Schauen wir uns den einheimischen Arbeitgeber, die Lehrerin oder den Wohnungseigentümer an, ergibt sich ein ähnliches Bild. Wir wissen, dass die ausländische Herkunft nicht für alle Arbeitgeber ein KO-Kriterium ist. Ein ähnliches Bild auch unter Lehrern: Wir wissen, dass nicht alle eine Empfehlung für das Gymnasium vom sozialen Status der Eltern abhängig machen. Und wir wissen auch, dass es Vermieter gibt, die keine Vorbehalte gegenüber Türken und Araber haben. Nichts Neues also; das alles wissen wir bereits.

Öffentliche Debatten sind meinungsbildend und prägend zugleich für die Gesellschaft. Sie verfestigen bereits vorhandene Vorstellungen, lassen sie entstehen oder ändern sie. Wenn Sarrazin 70 % der Türken und 90 % der Araber über einen Kamm schert, ihnen Integrationsunwilligkeit und -unfähigkeit unterstellt, die nur darauf aus sind, Deutschland durch eine höhere Geburtenrate zu erobern mit „neuen Kopftuchmädchen“, so ist auch dies geeignet, das Meinungsbild der Gesellschaft zu prägen. Immerhin kommt das von einem Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank!

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154 Kommentare
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  1. Bogo sagt:

    Zu Gast bei deutschen Freunden.
    Wir haben gestern deutsche Freunde besucht und raten sie mal welches Thema zur Diskussion stand.
    Ich habe jedenfalls wieder einmal gelernt, dass ich ja nicht gemeint bin und mir wurde klar und deutlich zu verstehen gegeben, dass Sarrazin ja auch laut Umfrage recht hat und diese Zahlen nun mal nicht lügen.
    Integrationsdebatte?
    Fehlanzeige, kein Mensch weiß was zu tun ist und außer Sarrazin Äußerung und das sie berechtigt sei, wird nun nicht mehr oder weniger diskutiert, was zu tun ist.
    Sarrazin hat es erleichtert den Muslimen Rügen auf primitive Art mitzuteilen, für wen das ein Erfolg sein soll, darf ich mich als Migrant zu recht fragen und die Abwehrhaltung hat sich zu recht verstärkt, denn Dank Sarrazin, weiß man als Muslim und Migrant nun ganz sicher, dass man am besten so unauffällig wie möglich durch Deutschland wandelt.
    Am besten nimmt man keine sozialen Leistungen in Anspruch und man redet nicht über seine Religion, denn als Muslim kann es einem leicht mal passieren, dass man das falsche sagt und dann kommt man sicher nicht so ungeschoren davon wie die Sarrazins Deutschlands.

  2. Yakamoz sagt:

    Das Schlimme bei dieser Sache ist, daß angeblich auch noch die Mehrheit der deutschen Bevölkerung den Aussagen von Sarrazin zustimmt… (siehe Presseschau zu neuster Umfrage)! Einfach beschämend…

  3. Selçuk sagt:

    Sehr guter Artikel. Danke dafür.

  4. Boli sagt:

    Denn bisher sind wir Derartiges nur aus dem rechten und islamophoben Lager gewohnt

    Nein, in Wirklichkeit ist das islamkritische Lager viel größer. Es betrifft jung und alt, arm und reich, also egal welcher gesellschaftliche Level usw. .
    Die Muslime nähren dieses Phänomen allerdings auch tatkräftig wie z.B. hier:

    http://www.swr.de/laendersache-rp/-/id=100894/did=5469418/pv=video/gp1=5472488/nid=100894/546zn0/index.html

    Alle Muslime die diesen Beitrag gesehen haben, könnten mit sich selbst einmal ein kleines Experiment starten. Geht einfach mal her zu eurem Vater, Verwandten und kündigt an ihr würdet gerne den Islam verlassen. Wer von Euch den Mut hat mir ehrlich zu antworten, bitteschön. Wer bei diesem Versuch negative Erfahrungen durch die eigenen Glaubensbrüder und Geschwister, Familie etc. erfahren sollte hat durchaus die Möglichkeit zu erkennen, was ich meine und was dies für den Frieden einer Gesellschaft bedeuten kann. Es sind also nicht nur die im Artikel genannten Benachteiligungen oder Formulierungen, sondern ebenso aufgezeigtes Beispiel die Gefahr bedeuten können.
    Bezüglich des Filmbeitrages stehe ich bis auf die letzte Szene voll dahinter. Denn nur weil ich ein Experiment einberaume muß niemand in letzter Konsequenz seinen Glauben ändern. So viel Toleranz kann man sich als Christ locker leisten.

  5. LI sagt:

    was mich wirklich überrascht hat, war nicht, das es Menschen wie Sarrazin gibt, die trotz SPD Parteibuch ein rechtes Gedankenbild verinnerlicht haben, sondern der fast hundertprozentige Zuspruch, welchen die Äußerungen Sarrazins erfahren haben.

    Dabei war noch nicht einmal die Zustimmung der Bevölkerungt z. B. in Foren überraschend, sondern mehr die Zustimmung in den Medien, z,B. selbst Plasberg in hart aber fair.

    Die braunen Aussagen Sarrazins zu einer drohenden Überfremdung, oder zur Integration waren dabei nicht das Thema der Diskussion.

    Diskutiert wurde erstaunlicherweise ein angebliches Tabu zum Thema Ausländer.

    Dieses Tabu gibt es aber nicht und hat es auch nicht gegeben, ich erinnere an die ständigen Integrationsdebatten,

    Das wirklich neue und gefährliche in der Debatte Sarrazin.ist tatsächlich der Bruch eines Tabus. Gebrochen wurde nämlich das Tabu der öffentlichen Rechtfertigung jeglichen braunen Gedankenguts.

    Damit wurden Dämme gebrochen, was Anlass zu Sorge gibt..

    LI

  6. Ein toller Beitrag!

    Ich persönlich bin auch der Meinung, dass in einer offenen und freiheitlich-demokratischen Gesellschaft kein Thema tabuisiert werden darf. Es muss auch auch angesprochen werden, dass von den „Türken“ und „Arabern“ auch Probleme ausgehen, die die Menschen und Gesellschaft belasten. Es muss auch möglich sein, an die Adresse einer Bevölkerungsgruppe eine unangenehme Frage zu stellen.

    Was ist dann das Problem?

    1. Das Problem ist, dass immer über Probleme mit und von „Türken“ und „Arabern“ gesprochen wird, aber nie oder nur in seltenen Fällen Lösungswege aufgezeigt werden. Nur in seltenen Fällen wird dabei eine potenzialorientierte Perspektive eingenommen, um sich die Frage zu stellen, wie diese Gruppe mobilisiert und aktiviert werden kann, damit zu einem „produktiven“ Teil der Gesellschaft werden kann.

    Vor einigen Jahren war es üblich, dass die Politik immer die Forderung aufgestellt hat, dass die Türken Deutsch lernen sollen. Schließlich ermögliche die Beherrschung der deutschen Sprache die Partizipation an der Gesellschaft. Richtig! Aber wie soll dies gehen, wenn entsprechende Angebote – vor den Integrationskursen – gefehlt haben. Mit Verlaub – dies ist so, als ob man sich über eine Person mit amputierten Beinen beschwert, dass er nicht auf eigenen Füßen stehe, zumal man ihm die Krücken weggenommen hat.

    2. Ja, die 80% und 90% der Türken und Araber sind so, wie Herr Sarrazin sie beschrieben hat. Diese Zahlen sind sicherlich unwiderlegbar, wie viele Medien dies angeführt haben. Es wird aber außer Acht gelassen, dass hier ein pervertiertes Zahlen-Spiel betrieben wurde:

    Man betrachte eine heterogene Gruppe X, selektiere sie nach verschiedenen Merkmalen z.B. Erwerbstätigkeit X1, X2, X3 usw. und nehme jene Untergruppe, die die geringste Erwerbstätigenquote aufweist, um sodann überraschend aber im popultischen Manier missverständlich zu formulieren, dass 80% bis 90% dieser „BevölkerungsGRUPPE“ arbeitslos sind. Ein klassischer „Induktionsfehler“ nenne ich so etwas, um gelinde auszudrücken.

    Dies ist so, also ob ich den Anteil junger Muslima mit Kopftuch untersuchen möchte und hierfür zu einem Korankurs für Mädchen in einer Moschee gehe. Oder: Ich gehe in einen Stadtteil Berlins mit einem hohen Arbeitslosenanteil und beschwere mich über die „hohe“ Arbeitslosenquote in der deutschen Gesellschaft. Eine solche Zahlen-Spielerei ist eine Verzerrung der Realität, womit die Chance vermieden wird, politische Gestaltungsmöglichkeiten aufzuzeigen, um einen Ausweg aufzuzeigen.

    In einer offenen und freiheitlich-demokratischen Gesellschaft muss es möglich sein, auch unangenehme Themen aufzuarbeiten. Aber wer nur problematisiert ohne Lösungswege aufzuzeigen, der diskreditiert und diffamiert. Wer Probleme beim Namen nennt und Lösungsmöglichkeiten aufzeigt, der ist ein streitbarer Demokrat.

  7. municipal sagt:

    @ Ekrem Senol

    „Öffentliche Debatten sind meinungsbildend und prägend zugleich für die Gesellschaft. Sie verfestigen bereits vorhandene Vorstellungen, lassen sie entstehen oder ändern sie.“

    Was die „Gesellschaft“ mittlerweise satt hat,Herr Senol , ist, das über Jahre hinweg jedwedesAufzeigen und Ausprechen bekannter Probleme bei der Integrationen GERADE
    von Menschen mit türkischem und/oder islamischen Hintergrund reflexartig von diesen oder deren Verbandvertretern mit den bekanntenWerkzeugen wie RASSISMUS, GENERALVERDACHT, BELEIDIGUNG, EINZELFÄLLE, VORTURTEILE
    sofort quasi totgeschlagen wurde, oder man dafür in die RECHTE-NEO-NAZI-ECKE gestellt wurde.

    Und DAS ist der Grund für die Tatsache, das eine breite Mehrheit der Bevölkerung, UND AUCH einige sog. Opinionleader dem sicherlich krassen, aber doch wahren Vorwurf durch
    Sarazzin zustimmen. Viel zu lange wurde versucht, diese Zustände (wohlgemerkt eines Teiles dieser Gruppe) unter den Tisch zu kehren, man sieht dies faktisch als einen „Befreiungsschlag“ für ein viel zu lange nur „kuschelig“ angegangenes Problem, das von Generation zu Generation fast statisch bleibt.

    „Am besten nimmt man keine sozialen Leistungen in Anspruch und man redet nicht über seine Religion….“

    GENAU RICHTIG, Herr Senol, denn KEIN ANDERER Bevölkerungsteil definiert sich so extrem über seine Religion. Und daher nochmals mein Hinweis, das es eine Staatszugehörigkeit ISLAM nicht gibt !

    Das HANDELSBLAT schreibt dazu heute unter dem Titel „Sarrazin offenbart Versäumnisse der Politik“:

    Zitate

    Die Empörungsgesellschaft liebt unliebsame Fakten nicht. Dabei aber sind die wirklich empörenswert. Denn insbesondere türkische Migranten in Berlin weisen in puncto Bildung, Beschäftigung, Gleichberechtigung von Frauen und vor allem Sprachvermögen eklatante Rückstände auf, die es ihnen verwehren, sich zu integrieren, und die ihren Kindern eklatante Hürden für deren Integration aufbauen. Zuletzt haben zwei großangelegte Studien die zahlreichen Integrationsdefizite offengelegt. Im Januar dieses Jahres stellten sowohl der DIW als auch das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung gravierende Integrationsprobleme fest. Während nur zwei Prozent der Deutschen ohne Schulabschluss ins Leben starten, sind es bei Migranten 18 und bei Türken 37 Prozent. 31 Prozent der Deutschen haben einen Uni-Abschluss, 39 Prozent der Migranten, aber nur 17 Prozent der Türken. 16 Prozent der Deutschen sind erwerbslos doch über 40 Prozent der Türken.

    Über 2,8 Millionen Türken leben in Deutschland – die Hälfte hier geboren –, und seit Jahrzehnten stellen Untersuchungen immer wieder fest: „Viele Türken zeigen kaum Bereitschaft, sich einzugliedern.“ Das Desinteresse hängt mit der Herkunft aus rückständigen Gebieten der Ost-Türkei zusammen, viel auch mit einer Art perspektivischer Selbstverstümmelung…

    „90 Prozent aller jungen Migranten sind bei uns ohne weitere Qualifizierung nach der Schule nicht in den Arbeitsmarkt integrierbar“, sieht Heinz Buschkowsky (SPD), der leidgeprüfte Bürgermeister des Berliner Problem-Bezirks Neukölln.

    So bemängelte Barbara John, Ex-Ausländerbeauftragte Berlins schon im Jahre 2000, dass Einwanderer „nicht gezwungen sind, sich eindeutig für ihre neue Heimat zu entscheiden“.

    Ende der Zitate
    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/sarrazin-offenbart-versaeumnisse-der-politik;2467829

    Ein interessanter Artikel, der die von Ihnen und dem MIGAZIN so gerne vernachlässigte „andere Seite der Medaille“ beleuchtet.

  8. municipal sagt:

    @ Kamuran Setzer

    Sie wollen Lösungswege? Dat hätte ich spontan einen Vorschlag (der allerdíngs vom Neu-Köllner Bürgermeister Buschkowski kommt) den Spracherwerb und Schulbesuch der Kinder betreffend:

    Zitat

    Morgenpost Online: Neuköllns Bezirksbürgermeister Buschkowsky, ein Sozialdemokrat, wünscht sich von der Bundespolitik Sanktionsmöglichkeiten im Sozialrecht für die Leute, die ihre Kinder nicht in die Schule schicken, nicht mit Jugendämtern kooperieren, nicht mit der Justiz zusammenarbeiten wollen, wenn es da Ärger und Probleme gibt.

    Vogelsang: Die Position, „kommt das Kind nicht in die Schule, kommt das Kindergeld nicht aufs Konto“, ist richtig. In manchen Bereichen muss es Sanktionen geben. Anders können wir nicht zum Wohle dieser kleinsten Menschen arbeiten. Meine Tochter geht natürlich zur Schule, weil ich sie morgens wecke und weil ich dafür sorge, dass sie zur Schule geht. Aber wenn Eltern vormittags nicht aufstehen und man denen nicht näher kommen kann, außer mit der Tatsache, dass man ihnen das Kindergeld entzieht, wenn das Kind nicht in die Schule geht, dann muss man das tun. Dann wird nämlich das Kind schnell wieder zur Schule geschickt.
    Zitat Ende
    http://www.morgenpost.de/politik/bundestag/bundestag_neukoelln/article1164937/Was_die_Kandidaten_in_Neukoelln_wollen.html

    Damit wir uns richtig verstehen: Dies sollte für ALLE (nicht nur Migranten) Problemfälle gelten.

  9. Aha…! Vielen Dank für Ihren Lösungsvorschlag… Und Ihr letzter Satz bringt die Wirkung sehr gut auf den Punkt, auf den ich hinwirken möchte:

    Solange das Thema „Migranten“ problematisiert wird, ohne hierfür einen Lösungsweg aufzuzeigen, dann wirkt es so, dass diese Probleme nur bei den den Migranten existiere. Sobald aber zum Problem ein Lösungsansatz formuliert wird, so merkt man sehr schnell, dass ein solches Problem nicht eine ethnische Minderheit sondern eine Milieugruppe betrifft, die über das Merkmal „Ethnie“ hinausgeht.

    Menschen wie Thilo Sarrazin haben nur ein Bestreben, so mein Eindruck, nämlich eine ethnische Gruppe zu diskreditieren. Wenn Herr Sarrazin schreibt, dass er diese Aussagen getroffen habe, weil er Berlin liebt, dann erwarte ich von ihm, dass er auch eine Lösung vorschlägt. Und wenn er eine Lösung vorschlägt, dann wird er selber schnell merken, dass dieses Problem nicht nur die Türken und Araber betrifft.

  10. Mehmet sagt:

    Das hier nenne Ich nichts anderes als Polemik.
    Stichwort: Schulpflicht


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