Studie

Jeder dritte türkische Akademiker sieht seine Zukunft in der Türkei

Türkische Akademiker fühlen sich in Deutschland zu Hause, doch trotzdem will jeder dritte nach dem Studium lieber in der Türkei arbeiten, so eine neue Studie. Grund: Sie fühlen sich nicht richtig anerkannt.

Dienstag, 21.04.2009, 7:40 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 08.01.2020, 15:45 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Aus einer Untersuchung des Instituts futureorg, die von der Türkisch-Deutschen Unternehmervereinigung präsentiert wurde, geht hervor, dass 36 Prozent der jungen türkischstämmigen Akademiker ihre Zukunft in die Türkei sehen und nicht in Deutschland. 41 Prozent von ihnen geben als Grund ein fehlendes Heimatgefühl in Deutschland an. Diese Begründung geben insbesondere männliche Befragte an, deren Eltern die deutsche Sprache nicht beherrschen.

Bei den weiblichen Jungakademikern und Studierenden stehen berufliche Gründe im Vordergrund. Sie versprechen sich auf dem Arbeitsmarkt in der Türkei größere Chancen als in Deutschland.

Die Türkei bietet gute Aussichten in vielerlei Hinsicht: Aufgrund der Mehrsprachigkeit sind die Chancen auf einen Arbeitsplatz größer. Auch dürften die mehr als 2000 Niederlassungen deutscher Firmen in der Türkei den Sprung angenehm überleiten. Schließlich – kein unwesentlicher Faktor, wie die Studie ebenfalls offen legt – können Türken das bedrückende Gefühl der Benachteiligung und die damit verbundene Unsicherheit ablegen.

Denn viele Akademiker mit türkischem Migrationshintergrund fühlen sich in Deutschland wegen ihrer Abstammung zurückgewiesen. Nicht ohne Grund: Das Zentrum für Türkeistudien hat identische Bewerbungen an Unternehmen geschickt – mit türkischem und mit deutschem Namen. Das Ergebnis: Bewerber mit deutschem Namen wurden zehnmal häufiger zum Vorstellungsgespräch eingeladen als diejenigen mit türkischem Namen.

Einer Schätzung des Zentrums für Türkeistudien nach liegt die Arbeitslosenquote unter türkischstämmigen Akademikern hierzulande dreimal so hoch wie bei originär deutschen Akademikern.

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  1. Boli sagt:

    http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/11/0,3672,8016203,00.html

    Es sind generell mehr Akademiker egal woher ärmer dran.

  2. Sanne sagt:

    „41 Prozent von ihnen geben als Grund ein fehlendes Heimatgefühl in Deutschland an. Diese Begründung geben insbesondere männliche Befragte an, deren Eltern die deutsche Sprache nicht beherrschen.“

    Wenn nicht integrierte Eltern ihrem Kind ständig vorjammern, wie diskriminiert sie sind, wird das Kind diese Ansichten irgendwann übernehmen. Warum wird hier immer wieder so etwas unsachliches in den Vordergrund gedrängt? Ein subjektives Empfinden kann schon allein durch die Fragestellung impliziert werden!
    Wenn mich jemand fragt, ob ich mich in D „sicher“ fühle, könnte ich auch mit „nein“ antworten, aufgrund diffuser Angstgefühle. Ob die Sicherheitslage tatsächlich bedenklich ist, hat damit nichts zu tun. Vielleicht sind Türken einfach schneller beleidigt, haben kein Verständnis für Umgangsformen des anderen Kulturkreises, verstehen miss? Wenn schon die Frage nach der Herkunft nicht erlaubt sein soll, obwohl sie lediglich freundliches Interesse ausdrückt, frage ich mich, in welche „Fettnäpfchen“ man noch so treten kann.

    Und woher weiß man so genau, welche Gründe Arbeitgeber dafür haben, türkischnamige Bewerber eher abzulehnen? Gibts da auch eine Studie/Umfrage? Hat man schlechte Erfahrungen gemacht? Wie sieht es bei z.B. asiatischen/kroatischen/griechischen/usw. Namen aus?
    Und warum nutzen Türken, wenn sie von Deutschen so schlecht behandelt wurden, gerne die Jobangebote deutscher Firmen in der Türkei?

    Ansonsten: Schade, dass die Qualifizierten auswandern, während die Unterschicht bleibt und Probleme macht. Das gilt für alle. Soweit ich weiß suchen auch viele deutsche gut qualifizierte das Weite. Fühlen die sich auch diskriminiert?

  3. Pingback: Migrationsbericht 2009 – Böhmer möchte auch ausländische Fachkräfte integrieren | Migration und Integration in Deutschland | MiGAZIN

  4. Istanbul sagt:

    Hallo Ihr Lieben und weniger Lieben,

    ich bin Türke und bin in Deutschland geboren. Ich habe BWL studiert.

    Vor mein Studium habe ich sogar eine Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel erfolgreich abgeschlossen.

    Ich habe 2 Praktikas absolviert in folgenden Bereichen Procurement, Vertrieb, Controlling, Marketing und Mitwirkung an internationalen Projekten.

    Obwohl ich überdurchschnittliche Noten habe, bekomme ich nur Absagen!!!!!!!!!!!!!!!

    Ich habe über 300 Bewerbungen geschrieben, leider ohne Erfolg.

    Es wird viel über Integration geredet, aber in Wirklichkeit wollen die meisten keine Türken einstellen.

    Die Deutschen, die mit mir studiert haben, haben alle eine Arbeitsstelle gefunden.

    Allein im Jahre 2009 sind knapp 40.000 türkische Uniabsolventen für immer in die Türkei ausgewandert, weil sie hier keine Perspektiven mehr hatten. http://www.dradio.de/dlf/sendungen/europaheute/1301843/

    Meint ihr wirklich, dass diese Leute studiert haben, um Hartz 4 Empfänger zu werden?

    Warum könnt ihr uns nicht als neutrale Menschen akzeptieren? Kommt jetzt nicht mit der Antwort, dass ich es meinen Landsleuten zu verdanken habe!

    Mein Zeugnis wurde von einem deutschen Professor übergeben, anscheinend ist es für euch immer noch nicht genug.

    In meiner Umgebung waren, außerdem sehr viele Türken, die ebenfalls keine Stelle gefunden haben.
    Hört endlich mit der Phobie gegenüber Türken auf!
    Lass uns miteinander leben und nicht gegeneinander sonst schafft ihr euch ab;)
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/jeder-zweite-tuerke-ist-arbeitslos/1310622.html

  5. Manfred O. sagt:

    @Instanbul

    40.000 türkische Uniabsolventen ? Sie scherzen. Es waren 40.000 Personen, darunter Rentner,Arbeitslose, Männer,Frauen, Kinder, Personen, der Aufenthaltsgenehmigung abgelaufen oder entzogen wurde,und natürlich EINIGE Uniabsolventen.