Die PISA-Werte sinken, benachteiligte Jugendliche verlieren weiter an Boden. Gleichzeitig bleibt eine zentrale Erkenntnisquelle zu wenig genutzt: das Klassenzimmer. Es ist Zeit für einen Kurswechsel. Von Lavdije Zidi
Deutschlands Pisa-Ergebnisse spiegeln sich auch im Schulalltag wider: Lehrkräfte beobachten sinkende Aufmerksamkeit – wischen, klicken, KI fragen. Ein Schulleiter warnt davor, die Probleme auf Migration zu schieben – und sieht andere Ursachen im Vordergrund. Von Sandra Trauner und Philipp Embach
AfD-Politiker machen Einwanderung aus „Niedrig-IQ-Regionen“ für Schulprobleme verantwortlich und fordern separate Klassen sowie Abschiebungen. Grüne Abgeordnete kritisieren seine Äußerungen und sprechen von „Rassenlehre in reinster Form“. CDU, SPD, FDP und Schulministerin Feller gehen darauf nicht ein. Von Bettina Grönewald
Deutschlands Schüler erreichen bei Pisa historische Tiefstwerte. Ursächlich sind soziale Ungleichheit und ein Schulsystem, das Unterschiede kaum auffängt - und daran scheitert, Vielfalt in Bildungserfolg zu verwandeln.
An deutschen Schulen liegt einiges im Argen. Der Chef der Pisa-Studien macht auf einen gravierenden Missstand aufmerksam, deren größte Verlierer Kinder mit Migrationsgeschichte sind. Die Linke fordert mehr Anstrengungen. Benachteiligung in der Schule sei „untragbar“.
In Schulen mit hoher sozialer Mischung erbringen Schüler aus bildungsfernen Familien bessere Leistungen. Positiv wirken sich auch Ganztagsangebote aus. Das geht aus einer PISA-Sonderauswertung hervor.
Schüler in Deutschland holen im internationalen Vergleich auf. Migranten in Deutschland schneiden ebenfalls besser ab. Dennoch: Herkunftsorientierte Leistungsbeurteilungen und soziale Ungerechtigkeit sind ein Dauerproblem.
Statistisch schneiden Schüler mit Migrationshintergrund schlechter ab als ihre Klassenkameraden. Deshalb sollen mehr Kinder möglichst früh eine Kindertageseinrichtung besuchen und dort gefördert werden. Dieser Lösungsansatz hat sich in Forschung, Politik und Medien durchgesetzt. Im Gespräch mit dem Mediendienst Integration kritisiert der Erziehungswissenschaftler Frank-Olaf Radtke dieses Modell. Von Rana Göroğlu
Das Verhältnis von Eltern zur Schule hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert - auch bei Familien mit Migrationshintergrund. Schule und Schulleistungen sind zu einem dominanten Thema geworden.
Ein Rückblick auf das Jahr des metallischen Tigers. Es war geprägt von Thilo Sarrazin, Christian Wulff, Mesut Özil, Rücktritten und anonymen Bewerbungen und Brückenbauern. 2011 ist das Jahr des Metall-Hasens. Von Martin Hyun