PISA-Ergebnisse

Kritischer Umgang vor dem Hintergrund des Einflusses von Migration

Wir müssen unserer ausländischen Kinder, ob neu immigriert oder schon in der 2. oder 3. Generation in Deutschland mit logopädisch und linguistisch fundierten Konzepten fördern. Die Förderung muss solange getätigt werden, bis eine sehr gute Sprachqualifikation erreicht ist.

Von Mittwoch, 02.09.2009, 6:33 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 05.09.2010, 15:44 Uhr Lesedauer: 4 Minuten  |   Drucken

Warum hat Deutschland beim PISA – Nationen – Ranking derart unbefriedigende Listenplätze erhalten?

Aus den Tabellen der Ergebnisse vom Mathematiktest in 2003 geht beispielsweise hervor, dass Schüler dessen Väter einen Hochschulabschluss besitzen in Deutschland signifikant bessere Ergebnisse im Mathematiktest erreichen als gleichaltrige Schüler aus Frankreich, Kanada oder Japan. Das jedoch in der Gesamtwertung Länder wie Kanada, Japan oder Schweden einen höheren Rank erreicht haben liegt in der Struktur der Migration. In Deutschland leben wesentlich mehr Migranten mit geringer schulischer Ausbildung. Die Immigrationspolitik dieser Länder richtet sich eher auf hochgradig qualifizierte Fachkräfte, die bereits vor Ihrer Immigration die Landessprache beherrschen.

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Ein weiterer Grund für das miserable Abschneiden ist, dass in vielen entwickelten Ländern wie beispielsweise Kanada und Japan ganz andere Anforderungen an Lehrer gestellt werden. In diesen Ländern müssen Lehrer sich nicht um die oft sehr zeitintensive sprachliche und kulturelle Integration der Schüler kümmern. In Japan z.B. ist der Gesamtanteil an Immigranten grade Mal 0,1%.

Deshalb ist es meinem Erachten nach problematisch, PISA Ergebnisse auf die Leistungsfähigkeit des jeweiligen Schulsystems zu beziehen. Die Voraussetzungen können unterschiedlicher nicht sein.

Deutschland und Frankreich haben in etwa einen gleich hohen Migrantenanteil. Dennoch sind die Gesamtergebnisse Frankreichs signifikant besser als die von Deutschland. Hierzu hat insbesondere die Tatsache geführt, dass die Anzahl der Schüler die zu der Frage nach dem Geburtsort der Eltern unvollständige Angaben gemacht haben in Frankreich wesentlich geringer sind. Außerdem sprechen die meisten Migranten insbesondere aus Nordafrika bereits vor der Einreise nach Frankreich die Landessprache. Dies ist kein Verdienst des französischen Bildungssystems, sondern vielmehr ein Resultat der französischen Assimilationspolitik in den ehemaligen Kolonialgebieten.

Berücksichtigt man jedoch ausschließlich die Ergebnisse der Schüler, die vollständige Angaben bezügliche des Geburtsortes gemacht haben, egalisiert sich der theoretische Vorsprung Frankreichs. Zu beobachten ist ebenfalls, dass insbesondere Mütter aus nordafrikanischen Familien systematisch an der sprachlichen und gesellschaftlichen Integration gehindert werden. All das ist ein Resultat des Versagens der Ausländerpolitik.

Wenn wir einen kurzen Blick auf den verdienten Testsieger Finnland werfen, werden wir feststellen, dass Migranten unmittelbar nach ihrer Einreise einen Sprachkurs besuchen müssen. Denjenigen die sich weigern finnisch zu lernen, wird der Sozialzuschuss massiv gekürzt. Daher stellt sich den Immigranten nicht die Frage, ob sie die Landessprachen erlernen sollten. In Deutschland wäre dies aus heutiger Sicht sehr schwierig umzusetzen, zumal sich die Politik von Rechtspublizisten aus den Reihen der Union in Hessen oder Bayern den Zugang zu solchen Maßnahmen versperrt hat. Das Vertrauen seitens vieler Ausländer an den deutschen Staat hinsichtlich einer respektvollen und gerechten Integration ist auf einem Tiefststand. Eine vergleichbare Maßnahme wie in Finnland würde hierzulande als rassistisch wahrgenommen. In Wahrheit ist die größte Feindschaft, die man Migranten antun kann, sie in ihrer sprachlichen und daraus bedingten gesellschaftlichen Außenseiterposition zu belassen und somit ihre Belange indirekt zu ignorieren.

Die Finnen gehen jedoch noch weiter. Die beispielhaft intensive sprachliche Betreuung bereits im Kindergarten genügt den finnischen Behörden für eine gesunde und nachhaltige Integration nicht. Schüler werden durch besonders ausgebildete Lehrkräfte, die spezialisiert auf logopädische und linguistische Problemstellungen mit ausländischen Schülern sind parallel zum Schulalltag betreut – und zwar bis diese Schüler ein Sprachniveau erreicht haben mit dem sie dem Unterricht problemlos folgen können.

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  1. Krause sagt:

    „Wenn wir einen kurzen Blick auf den verdienten Testsieger Finnland werfen, werden wir feststellen, dass Migranten unmittelbar nach ihrer Einreise einen Sprachkurs besuchen müssen. Denjenigen die sich weigern finnisch zu lernen, wird der Sozialzuschuss massiv gekürzt.[…] In Deutschland wäre dies aus heutiger Sicht sehr schwierig umzusetzen, zumal sich die Politik von Rechtspublizisten aus den Reihen der Union in Hessen oder Bayern den Zugang zu solchen Maßnahmen versperrt hat. Das Vertrauen seitens vieler Ausländer an den deutschen Staat hinsichtlich einer respektvollen und gerechten Integration ist auf einem Tiefststand. Eine vergleichbare Maßnahme wie in Finnland würde hierzulande als rassistisch wahrgenommen“

    Dann wird es halt als rassistisch wahrgenommen. Das ist alles eine Frage der Perspektive. Vielleicht ist es nämlich so, dass Deutschland in der Vergangenheit viel zu großzügig war und wir einfach die Standards runterschrauben müssen, wie sie auch in anderen Einwanderungsländern gelten. Versuchen sie einmal in den USA als Einwanderer Sozialhilfe erhalten.
    Und was den Respekt anbetrifft: ich finde es extrem respektlos, wenn hier Leute 30 Jahre in diesem Land leben, Kinder in die Welt setzen, von Sozialhilfe leben und es nicht nötig haben, ihren Kindern Deutsch beizubringen (obwohl die Eltern es als 2. Generation gelernt haben).

    Was das Durchmischen zwischen Deutschen und Migranten anbetrifft, wird dies schwierig. Insbesondere die muslimischen Migranten haben ihren Ruf durch schlechte Erziehung ihrer Kinder dermaßen ruiniert, dass kein Deutscher, dem die Ausbidung seiner Kinder wichtig ist, bereit ist, diese auf eine Migrantenschule schicken.

    • Battal sagt:

      „…Das ist alles eine Frage der Perspektive. Vielleicht ist es nämlich so, dass Deutschland in der Vergangenheit viel zu großzügig war und wir einfach die Standards runterschrauben müssen, wie sie auch in anderen Einwanderungsländern gelten…“

      Nun ob man das als Großzügigkeit verstehen sollte, ist äußerst fragwürdig. Es ist vielmehr ein Versagen der Integrationspolitik. Die Stellschauben für die Standards müssen nicht runter, ganz im Gegenteil hochgeschraubt werden. Ob es der Bundesregierung es wert ist, solch ein Budget bereitzustellen, wage ich ich zu bezweifeln.

      „…Was das Durchmischen zwischen Deutschen und Migranten anbetrifft, wird dies schwierig. Insbesondere die muslimischen Migranten haben ihren Ruf durch schlechte Erziehung ihrer Kinder dermaßen ruiniert, dass kein Deutscher, dem die Ausbidung seiner Kinder wichtig ist, bereit ist, diese auf eine Migrantenschule schicken…“

      Gibt es zum Tatbestand, das muslimische Migranten einen schlechten Ruf in der Erziehung ihrer Kinder irgendwelche Quellen auf die Sie sich beziehen, oder ist Ihre eigene subjektive Wahrnehmung?

      • Markus Hill sagt:

        Schlechter Ruf – einfach einmal in Ihrem Umfeld fragen und dann Stichworte in Internet, da werden sie sehr schnell fündig. Es sind nicht die Asiaten und Aussiedler, die da ständig in der Presse weitergereicht werden. Ist nun einmal so, von daher auch erst einmal ein Faktum. Das mögen Sie gerne anders sein, sei Ihnen unbelassen.:-)
        Geld werden die Bundesregierung zahlen. Gegenwärtig – vielleicht wissen Sie mehr – diskutiert man noch nicht über Rückführungsprogramme (Arbeitsplätze in Türkei, finanzielle Anreize etc.) von Problemgruppen in Zusammenarbeit mit der türkischen Regierung. Es gibt derzeit keine Alternativen zum erhöhten Einsatz von Finanzmitteln, um die Kuh sozusagen vom Eis zu bekommen. Da viele türkischen Frauen und türkische Akademiker (AUCH die vielen Türken MIT Ausbildungsabschluss etc.) langsam positive Bilder in der öffentlichen Diskussion erzeugen können, besteht noch Hoffung. Es geht da schon in diese gute Richtung.

      • Krause sagt:

        @ Battal

        Sorry, ich hatte nicht geantwortet, da Markus Hill schon umfassend in meinem Sinne geantwortet hatte.

        „Nun ob man das als Großzügigkeit verstehen sollte, ist äußerst fragwürdig. Es ist vielmehr ein Versagen der Integrationspolitik. Die Stellschauben für die Standards müssen nicht runter, ganz im Gegenteil hochgeschraubt werden. Ob es der Bundesregierung es wert ist, solch ein Budget bereitzustellen, wage ich ich zu bezweifeln.“

        Nun, mit großzügig meine ich die Einreisepraxis (ist mittlerweile bis zum rechtlich zulässigen eingeschränkt) wie auch die Sozialhilfe. M.W. gibt es in Dänemark in den ersten sieben Jahren keine Sozialhilfe für Neu-Immigranten. Wäre sicherlich eine Möglichkeit um die Einwanderung in die Sozialsysteme abzuwenden. Daran haben nämlich weder Deutsche noch „Alt-Migranten“ ein Interesse. Im übrigen haben Sie recht, die Standards müssen erhöht werden. Wir sollten nur noch in’s Land lassen, wer uns nützt. Das dies – auch im Zuge der Klimaerwärmung – „Krieg“ an den Grenzen bedeutet, ist eine andere Frage.

        „Gibt es zum Tatbestand, das muslimische Migranten einen schlechten Ruf in der Erziehung ihrer Kinder irgendwelche Quellen auf die Sie sich beziehen, oder ist Ihre eigene subjektive Wahrnehmung?“

        Wie Markus Hill geschrieben hat, kann man diese ohne Probleme ergooglen. Im übrigen habe ich einige Bekannte, die als Lehrer arbeiteten und die Zeitungsberichte 1:1 bestätigen. Die Probleme an der Rütli-Schule wurde m.W. nicht durch vietnamesische Schüler verursacht. Wenn ich mir eine Bemerkung erlauben darf: ich finde es etwas albern Tatsachen zu bestreiten, die man an jeder Ecke lesen kann. Dies dient nicht der Problem-Lösung. Wie Hill schon geschrieben hat, muss die türkische Community da mal knallhart Selbstkritik betreiben, auch wenn dies kulturell bedingt schwer fallen sollte. So ist das nun einmal, wenn man im Westen lebt. Hier wird alles bis zum bitteren Ende durchdiskutiert und kritisiert. Wer Probleme damit hat: tough luck. Wie Mehmet dargelegt hat, sind wir aber schon auf dem richtigen Weg.

        • Gecko sagt:

          Wenn das so ist, dass hier alles knallhart durchdiskutiert wird, dann kann man auch von vielen deutschen Jugendlichen sprechen, die sich ins Koma saufen und ansonsten auch unmöglich benehmen

          • Markus Hill sagt:

            Keiner bestreitet, dass es so etwas gibt. Wo ist das Problem bei der Diskussion von so etwas? Einziger Punkt ist, dass das ohnehin ein Problem von deutschen Passinhabern mit deutschen Passinhabern ist und weniger eine Migrationsthematik. Was genau möchten Sie da diskutieren?

          • Mehmet sagt:

            Ne Gecko, das kann man nicht. Das unmögliche Benehmen wird nur bei Türken weitervererbt.

            • Markus Hill sagt:

              Höre ich da unterschwellig wieder die alte „Opfer- und Betroffenheitsleier“ der türkischen Community?:-):-)
              Ich nehme es als humoristische Äusserung. Natürlich kann man das diskutieren und es wurde auch oft diskutiert. Die Eltern hier sorgen sich da nämlich oft drum. Für diese Kinder fühlt man sich auch wohl in erster Linie verantwortlich. Türkische Community: Mit der Vererbbarkeit von Generation zu Generation, der Gedanke ist zwar blödsinnig und wissenschaftlich nicht haltbar, aber ich gebe Ihnen da Recht – der Eindruck ist wohl bei vielen in Deutschland entstanden. Deshalb wahrscheinlich auch die harten Worte in vielen Medien über Erziehung bei manchen Migrantenfamilien. Bei deutschen Familien gibt es so etwas in der Form von „Sozialadel“,:-)

          • Krause sagt:

            @Gecko

            Das Komasaufen wird diskutiert und kritisiert. Auch werden Maßnahmen getroffen (siehe Alcopops). Mein Thema ist nur das kindische Leugnen von Tatsachen die man ein jeder Ecke lesen kann. Deine Entgegnung ist übrigens der zweite Schritt der türkischen Rhetorik zu solchen Themen: zuerst wird geleugnet, dann wird die Gegenseite angegriffen. Auch das findet ich etwas unerwachsen.

            Es ist nun einmal so, dass muslimische Schüler gerade in der Schule Probleme bereiten, was dazu führt das bildungsorientierte Eltern ihre Kinder lieber wo anders anmelden. Dies passiert – wie man in Berlin-Kreuzberg beobachten kann – sogar bei ach so toleranten links-grünen Eltern. Es findet hier eine Abstimmung mit den Füßen statt, die nicht nur auf Vorurteilen basieren kann, da ein Umzug in einen teuren Stadtteil immer mit hohen Kosten verbunden ist. Wenn die Dinge dann aber nun so liegen wie sind, muß man sie selbstkritisch analysieren und Gegenmaßnahmen einleiten. Mehmet hat dafür ja schon Beispiele geliefert.

    • Markus Hill sagt:

      Ich stimme da in einigen Punkten der Betrachtung überein. Deutschland hat sehr human und grosszügig in dem Sinne gehandelt, als dass es nicht strikt auf (z. B.) die 2-Jahres-Vertragsdauer bei Gastarbeitern in den 60er Jahren bestanden hat und quasi diese Leute nach bezahlter Arbeit nicht genötigt hat, in die Türkei zurückzugehen. Im Gegenteil, diesen wurde auch noch der Familiennachzug erlaubt. Den Deutschen das im Nachhinein als Vorwurf zu machen und im Nachhinein geradezu eine Unverschämtheit. Von der nichtausgesprochenen Dankbarkeit gegenüber der Bundesrepublik möchte ich da noch nicht einmal sprechen. (Nach dem Motto, Spruch eines türkischen Freundes: „IHR seid ja so blöd gewesen, diese Leute nicht sofort wieder in die Türkei zurück zu schicken!“).
      Vertrauen und Respekt gegenüber dieser Einwanderergruppe und gegenüber den Folgegeneration (DIE ist eher ein Teil des Problems) ist natürlich gerade aus deutscher Sicht sehr, sehr stark reduziert worden. Die türkischen Community ist da wohl zu Recht (natürlich nicht ALLE!!! – ich habe keine Vorstellung, wie hoch der prozentuale Anteile der türkischen Eltern ist, die durch Verantwortunglosigkeit die Misere in deutschen Schulen zu verantworten hat) heute in einer Bringschuld gegenüber der Allgemeinheit, da die vielen schlechten Schüler heute und in Zukunft die Budgets von allen Steuerzahlern – auch der Chinese und der Deutsch-Türke muss für den türkischen Schulabbrecher zahlen – belasten. Viele Türken oder türkische Migranten wissen das und haben oft auch keine Probleme, diese Fakten anzuerkennen. Insofern erhöhen auch die Vielzahl von „Jammer-Jammer-Artikeln“ nicht den Respekt und das Vertrauen der Mehrheit der Eltern in diesem Lande.
      RICHTIG – 30 Jahre hier leben und die Sprache können, kann auch böse verstanden werden als: „Ihr interessiert überhaupt nicht, aber Arbeitsmöglichkeiten und „Sozialhilfe“ finde ich gut in Deutschland.“ Das ist, vermute ich, auch einer der Gründe, warum die Leute in diesem Lande immer ungehaltener auf die Forderungen der Vertreter der türkischen Community reagieren. (Auch wenn die „böse Variante“ bei vielen nicht unbedingt die Motivation war, ein Ausdruck von Vertrauen und Respekt gegenüber dem grosszügen Gastland ist das nicht).
      TÜRKEI – bitte hier wieder nicht durch solche Artikel die vielen anderen, erfolgreichen Migranten mit „stigmatisieren“. Die mangelnde Differerenzierung in den Artikel wie oben kann einen langsam etwas „wütend“ machen. Bei Türken-Problem (vorrang) bitte Türken in die Texte schreiben, ansonsten entsteht der Eindruck, dass da wieder etwas Sachdienliches (Info für Verbesserung setzt saubere Analysephase voraus) wissentlich unterschlagen wird. Es ist sachlich völlig unerheblich, ob da wieder jemand beleidigt oder gekränkt ist. Es geht um Fakten. Sonst hat man keine Sach-Artikel sondern „Propaganda -Artikel“. Das kann man machen, hinterlässt beim Leser aber einen sehr schalen Beigeschmack. Ob das dann dem grundsätzlich unterstellten guten, konstruktivem Anliegen dieser Internetseite dient, wage ich zu bezweifeln. (Dann aber bitte längerfristig eine Umbenennung in tuerkozin.de und nicht migazin.de. Das ist dann völlig transparent und nachvollziebar. Erhöht auch die Glaubwürdigkeit).
      Und wenn ich mir nach dem obigen Artikel dann auch noch das „Jammern“ über diesen sehr schweren Deutschtest lese (Gegenteil: Finnlandbeispiel – auch hier wieder: Deutschland sehr grosszügig!), dann verstehe ich teilweise nicht, ob da auf der Gegenseite überhaupt ein konstruktiver Wille zur Lösung des Problems vorhanden ist.
      Kern des Problems: Verantwortung der TÜRKISCHEN COMMUNITY für die Erziehung Ihrer Kinder (die entsprechend Gruppe von Eltern darunter) wird ständig relativiert, verleugnet und in Abrede gestellt. Deshalb „eiert“ diese Diskussion auch hier oft so Ping-Pong-mässig in den Foren hin und her. Es ist ja so schön, immer betroffen zu sein und an einem „Opfer-Status“ zu arbeiten. Zu lernen, Verantwortung für die eigenen Kinder und deren Erziehung zu übernehmen – da müsste ich ja eigene Fehlleistungen eingestehen und selber etwas tun. Selbst Verbandsvetreter müssten da ihren eigenen Landsleuten schwer auf die Füsse treten, scheinbar haben sie diesen Mut nicht. (Weiss, ist nur eine Meinung).
      Würde einmal die Verbandsvertreter offen und ehrlich diesen eigenen Teil an der Misere zugeben, wäre viele in diesem Land wesentlich offener und entgegenkommender in der Diskussion.

      • Mehmet sagt:

        „Würde einmal die Verbandsvertreter offen und ehrlich diesen eigenen Teil an der Misere zugeben, wäre viele in diesem Land wesentlich offener und entgegenkommender in der Diskussion.“

        Tun Sie doch. Habe doch letztens die DITIB zitiert. Ich denke auch, dass andere Verbandsvertreter dieser Meinung sind. Nur wird das gern von Zeitungen überhört.

      • Mehmet sagt:

        http://de.wikipedia.org/wiki/Bildung_f%C3%BCr_die_Zukunft

        „Bildung für die Zukunft beziehungsweise türk. Gelecek İçin Eğitim ist eine 2006 von vier deutsch-türkischen Großverbänden initiierte Bildungskampagne zur Verbesserung der Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Deutschland.“

        “ Zielsetzung

        Mit „Bildung für Zukunft“ wollen die Initiatoren

        in fünf Jahren den Anteil der türkischstämmigen Elternvertreter dem Anteil der türkischstämmigen Schüler in den Schulen anpassen,
        die Zahl der türkischstämmigen Schülervertreter in den Schulen steigern und
        die Zahl der türkischstämmigen Schüler ohne Abschluss halbieren, mit Mittlerem Abschluss und mit Abitur deutlich verbessern.“

        Herr Hill, die sie sehen, dass es hier schon genügend Initiativen gibt. Es wird aber nicht von den Medien wahrgenommen, weswegen Sie als Person natürlich nichts davon mitbekommen.

        • Markus Hill sagt:

          Danke für Ihren sehr sachorientierten Hinweis. Ich habe es punktuell mitbekommen. Ich empfinde es als weit zu schwach, weil es einer der Grundthemen zu sein schein, warum beide Seiten schwer KONSTRUKTIV zusammenkommen. Ich würde es sehr begrüssen, wenn die Verbände da noch viel LAUTER auftreten würden. Es geht mir auch nicht darum, dass hier jemand vor lauter Schuldgefühlen in Sack und Asche geht, sondern dass die Gruppen von Eltern, die es betrifft einmal richtig ins Bewusstsein gerufen bekommen, dass es 5 vor 12 für eine ganze Generation von türkischen Migranten geht. Meines Erachtens arbeiten die Verbände in diesem Thema nicht sehr professionell. Ich weiss nicht, woran es liegt. Aus Angst davor, als Nestbeschmutzer zu gelten?
          Man verschenkt durch dieses „laute Schweigen“ (Ausnahme netterweise Ihr Hinweis) die Zukunft einer ganzen Generation. Zusätzlich macht man anderen türkischen Migranten (Akademiker, Auszubildende, „Erfolgreiche“ allgemein etc.) das Leben hier sehr schwer. Es wäre so einfach, wie türkische Migranten und Deutsche Hand in Hand in eine Richtung arbeiten könnten.

          • Mehmet sagt:

            „Ich würde es sehr begrüssen, wenn die Verbände da noch viel LAUTER auftreten würden.“

            Siehe Quellen und Weblinks: Daher empfinde Ich das nur bedingt als „leisen“ Auftritt. Jedoch werden konstruktive Aktionen schlichtweg von den negativen Medien verdrängt. Letztere haben eine viel stärkere Wirkung und man behält Sie besser. Daher ist es wichtig, die Kritik, die man anbringt, KONSTRUKTIV mitzuteilen. Wieviel Prozent der Zeitungsartikel üben Ihrer Meinung nach konstruktive Kritik aus? Man könnte letzteres Frage auch rhetorisch verstehen…

            • Markus Hill sagt:

              Da gebe ich Ihnen recht. Zugebenermassen überwiegt die schlechte Presse. Da kommen viele Dinge in einer kurzen massiv ans „Tageslicht“, insbesondere nach den Studien vom Jahresanfang, wo man glücklicherweise einmal den Finger in die Wunde gelegt hat. Ich sehe aber sehr oft bei diesen Merkel- und Schäuble-Äusserungen etc., dass man es nicht bei diesem Negativen belassen will. Man geht auf die Leute zu, ABER unter „knallharter“ Postulierung deutscher Interessen. Diesen Ton ist die türkische Community nicht gewohnt, sie merkt, dass da der Wind langsam aus einer anderen Richtung bläst. Man kann durchaus darüber streiten, ob das von deutscher Seite immer klug ist. Vielleicht ist nach den langen Jahren einfach einmal der Geduldsfaden gerissen, jetzt sind Gräben entstanden, dann muss man halt langsam wieder begehbare Brücken bauen – von beiden Seiten.
              Was wären zum Beispiel konstruktive Punkte, die Sie begrüssen würden? Was müsste da mehr in der Presse erscheinen?

              • Mehmet sagt:

                Ganz einfach. Es haben sich 4 große Vereine zusammengeschlossen, um diese Iniative zu gründen. Eine Blätter haben dies auch erwähnt (zB Focus), was darauf hindeutet, dass führende Politiker auch davon Luft bekommen haben dürften (insbesondere diejenigen, die diese negativen Reden halten und die Integration thematisieren). FALLS man wirklich an einer Integration interessiert ist, dann würde man genau solche Initiativen unterstützen und schauen, wie man das optimieren kann…

                • Markus Hill sagt:

                  …habe es mir kurz auf der Seite angesehen. Glaube, dass die Nicht-Verbrüderung an solchen TGD-Formulierungen wie „Partizipation…“ scheitert. Die Poltiker wollen die Schiene „Partizipation ohne deutschen Pass“ wohl keinesfalls durch einen Schulterschluss noch mit propagandistisch unterstützen. Das ist nur eine kurz gegriffene Vermutung von mir. Es kann auch noch ganz andere, naheliegende Gründe geben.

      • CETO sagt:

        „Deutschland hat sehr human und grosszügig in dem Sinne gehandelt, als dass es nicht strikt auf (z. B.) die 2-Jahres-Vertragsdauer bei Gastarbeitern in den 60er Jahren bestanden hat und quasi diese Leute nach bezahlter Arbeit nicht genötigt hat, in die Türkei zurückzugehen. Im Gegenteil, diesen wurde auch noch der Familiennachzug erlaubt. Den Deutschen das im Nachhinein als Vorwurf zu machen und im Nachhinein geradezu eine Unverschämtheit. Von der nichtausgesprochenen Dankbarkeit gegenüber der Bundesrepublik möchte ich da noch nicht einmal sprechen. (Nach dem Motto, Spruch eines türkischen Freundes: “IHR seid ja so blöd gewesen, diese Leute nicht sofort wieder in die Türkei zurück zu schicken!”).“

        Das ist ja der Ober-Hammer. Sie gehen in ein fremdes Land um zu arbeiten, sie kennen die Sprache nicht, haben keine Freunde Bekannten usw. Sie arbeiten, WEIL Personal benötigt wird. Es ist doch ziemlich einfach. Es wurde Personal gebraucht, also hat man diese Menschen geholt. Dafür soll man dankbar? Wer soll wem dankbar sein? Es ist ein Win-Win-Situation, deshalb braucht hier niemand dem anderen dankbar sein. Wer hatte jedoch mehr Möglichkeiten diese SItuation optimal auf die Zukunft vorzubereiten? Der Arbeiter aus Anatolien ohne Sprache usw, oder Vater Staat?
        Eins sollten Sie sich mal klar machen: Man dankt für die Arbeit etc. aber man wird nie dafür danken, das die Menschen hier geblieben sind, Ihre KInder hier großgezogen haben. Sie als Deutscher können Sich doch nie in die Situation der Türken (aber auch anderen Ausländer) versetzen, die hier aufgewachsen sind, in einer Kultur und Gesellschaft, welche Ihnen vollkommen fremd ist. Sie sind weder Deutscher noch Türke. Das hört sich banal an, aber oft sind die banalen Sachen die größten Probleme. In Deutschland ist man der Türke und in der Türkei der aus Deutschland. Können Sie sich das überhaupt vorstellen Ohne Orientierung und am Ende ohne richtige Identität zu leben? Nein! Von daher sollten alle schlauen Bemerkungen usw. im Rahmen bleiben.
        Die Integration in die Gesellschaft war ist und wird immer die Aufgabe des Staates bleiben. Ich rede hier auch nicht über Sachen, in die ich niemals involviert war. WÄre ja so wenn Michael Schumacher versucht Roger Federer Tennis beizubringen!

        • mario sagt:

          “Deutschland hat sehr human und grosszügig in dem Sinne gehandelt, als dass es nicht strikt auf (z. B.) die 2-Jahres-Vertragsdauer bei Gastarbeitern in den 60er Jahren bestanden hat und quasi diese Leute nach bezahlter Arbeit nicht genötigt hat, in die Türkei zurückzugehen. Im Gegenteil, diesen wurde auch noch der Familiennachzug erlaubt. Den Deutschen das im Nachhinein als Vorwurf zu machen und im Nachhinein geradezu eine Unverschämtheit. Von der nichtausgesprochenen Dankbarkeit gegenüber der Bundesrepublik möchte ich da noch nicht einmal sprechen. (Nach dem Motto, Spruch eines türkischen Freundes: “IHR seid ja so blöd gewesen, diese Leute nicht sofort wieder in die Türkei zurück zu schicken!”).”

          Das ist ja der Ober-Hammer. Sie gehen in ein fremdes Land um zu arbeiten, sie kennen die Sprache nicht, haben keine Freunde Bekannten usw. Sie arbeiten, WEIL Personal benötigt wird. Es ist doch ziemlich einfach. Es wurde Personal gebraucht, also hat man diese Menschen geholt. Dafür soll man dankbar? Wer soll wem dankbar sein? Es ist ein Win-Win-Situation, deshalb braucht hier niemand dem anderen dankbar sein. Wer hatte jedoch mehr Möglichkeiten diese SItuation optimal auf die Zukunft vorzubereiten? Der Arbeiter aus Anatolien ohne Sprache usw, oder Vater Staat?

          ————————– Es war nie eine WIn-Win-Situation und es wird so schnell auch keine werden. Die türkischen Gastarbeiter haben vom ersten Tag an vor allem im Niedriglohnbereich gearbeitet, in Bereichen mit geringer Produktivität und entsprechend auch geringen Steuereinnahmen für den Staat. Es ist ein Treppenwitz der Weltgeschichte, dass die Bundesrepublik ausgerechnet dieser Gruppierung erlaubt hat, über die zunächst anvisierten 2 Jahre Vertragslaufzeit im Land zu bleiben. Und nicht nur das, man hat es auch erlaubt, dass diese gering qualifizierten und kulturell kaum zu integrierenden Gruppen ihre Familien nachkommen ließen, natürlich inklusive Anschluss an die großzügigen deutschen Sozialsysteme. Das waren massive Fehler, die den deutschen Steuerzahler seitdem Jahr für Jahr Milliardenbeträge gekostet haben. Wie sollte es auch anders sein, wenn eine gesellschaftliche Gruppierung weit überproportional nicht oder gering qualifiziert, nicht oder geringfügig beschäftigt, kriminell ist? Meines Wissens kostet jeder Zuwanderer den deutschen Steuerzahler im Schnitt 700 Euro pro Jahr; die Personen mit Migrationshintergrund, die weniger als zehn Jahre in diesem Land leben, sogar weit über 1000 Euro pro Jahr. Das sind statistische Tatsachen. WIn-WIn? LOL, LOL:

          Nochmal, es ging ja auch dem ursprünglichen Poster nicht um den Mechanismus „Wir brauchen Arbeiter, kommt zu uns“, sondern um das danach folgende „Wir haben inzwischen weniger Arbeit, viele von Euch bestreiten nicht den eigenen Lebensunterhalt und sprechen nicht unsere Sprache, aber bleibt doch einfach und holt eure Familien nach“. Angesichts dieses deutschen Verhaltens irgendwas anderes als Dankbarkeit zu empfinden, ist schlicht dreist.——————————–

          Eins sollten Sie sich mal klar machen: Man dankt für die Arbeit etc. aber man wird nie dafür danken, das die Menschen hier geblieben sind, Ihre KInder hier großgezogen haben. Sie als Deutscher können Sich doch nie in die Situation der Türken (aber auch anderen Ausländer) versetzen, die hier aufgewachsen sind, in einer Kultur und Gesellschaft, welche Ihnen vollkommen fremd ist. Sie sind weder Deutscher noch Türke. Das hört sich banal an, aber oft sind die banalen Sachen die größten Probleme. In Deutschland ist man der Türke und in der Türkei der aus Deutschland. Können Sie sich das überhaupt vorstellen Ohne Orientierung und am Ende ohne richtige Identität zu leben? Nein! Von daher sollten alle schlauen Bemerkungen usw. im Rahmen bleiben.

          ———— Auch das ist Unsinn. Ich würde wahrscheinlich überhaupt nicht in ein Land ziehen, dessen Landessprache ich nicht beherrsche. Täte ich es aber doch, würde ich alle Anstrengungen unternehmen, die Sprache zu lernen. Das ist doch einfach eine totale Selbstverständlichkeit, die die meisten Gastarbeiter auch verstanden haben. Viele Türken halt nicht. ————————-

        • Markus Hill sagt:

          1. Sie interpretieren meine Worte (bewusst?) falsch. Die DANKBARKEIT bezieht sich darauf, dass man den Leuten nicht die Pistole auf die Brust gesetzt, um zu gehen. Viele von diesen Leuten hätten in der Türkei keine wirtschaftliche Zukunft gehabt, wahrscheinlich sind sie gerade DESHALB nicht zurückgegangen. Zusätzlich haben Sie noch Ihre Familien geholt. Bzw. die deutsche Regierung hat das aus Konfliktscheue (?) einfach zugelassen. Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass Deutschland nett und grosszügig war. Das diese Leute natürlich Arbeit gegen Bezahlung geleistet haben, hat mir niemand bestritten. So wie die Schweizer heute Arbeitsplätze gegen Geld für viele GUT QUALIFIZIERTE deutsche Fachkräfte anbieten. Wenn die Schweiz auf befristeten Arbeitsverhältnissen mit Jahresvorgaben bestehen würde und dann trotzdem ein Auge zudrücken würde und sogar noch Familiennachzug und eine unbeschränkte Aufgenthaltsgenehmigung erteilen würde, wäre ich dankbar. Es geht hier nicht um Dankesbekundungen, es geht mir nur darum, dass man hier nicht ständig diese „Nettigkeit“ von deutscher Seite immer unterschlägt. Eine Folge dieser Nettigkeit in den Folgegenerationen ist die gegenwärtige Bildungsmisere in den Schulen – es sind nicht die EU-Ausländer, nicht die Aussiedler und nicht die Asiaten, die für den gegenwärtigen Missstand verantwortlich sind. Es sind türkische Eltern, die ihre Kinder nicht richtig erzogen haben. Es geht darum, dass man nicht Forderung an Forderung hängt, versucht einen „Opferstatus“ zu kreieren sondern seitens der türkischen Community (es betrifft darin einen ganz bestimmten Elternkreis) einmal offensiv Verantwortung bekennt. Das dann gemeinsam mit der deutschen Seite an dem Scherben-aufkehren gearbeitet wird, ist selbstverständlich.
          2. Die Eltern sind in erster Linie für die Erziehung verantwortlich. Sind diese es nicht – viele türkische Eltern haben sich unverantwortlich verhalten (gibt es auch bei Deutschen, natürlich). Hätte man dieser für unmündig erklären lassen sollen? Die Kinder in deutsche Schullandheime zum Sprache lernen? Den Eltern alles mögliche vorschreiben?
          Ihre Staatsgläubigkeit teile ich nicht. Sozialer Druck durch die eigene Community, die eigenen Verbände und Aufklärungsarbeit halte ich für effizienter und weniger „entmündigend“. „Papa Staat“ kann nicht jedem Erwachsenen die Eigenverantwortung abnehmen. „Eltern haften für Ihre Kinder“, so heisst es wohl – bedeutet auch Verantwortung. Ansonsten dränge ich diese Erwachsenen auch in eine Kinderrolle. (Meinung). Das schliesst nicht aus, dass der Staat Hilfsangebote machen kann. Der einzelne entscheidet. Jetzt, nach dem das Kind in den Brunnen gefallen ist, könnte der Staat (die Eltern haben ja Ihre Verantwortungslosigkeit ab der 2. Generation in einer bestimmten Gruppe bewiesen) da durchaus wesentlich direktiver wirken. Z. B. kein Besuch des Elternabends, dann einfach Sozialzahlungen abziehen (übrigens auch bei deutschen Bildungsfernen).
          3. Ich habe bewusst nicht in der Thematiken Kultur oder Nation (oder Gefühle der Identität) diskutiert. Ich gebe Ihnen Recht, natürlich (obwohl selber Doppelstaatler) kann ich mich da schwer in die Gefühle eines türkischen Migranten versetzen.
          4. Wir haben unterschiedliche Auffassungen über Meinungsfreiheit. Ich sehe mich da gerne auf Seiten der erfolgreichen Einwandergruppen in meiner Betrachtungsweise. Asiaten, Aussiedler und Co. haben Angebote bekommen und angenommen. Oder sie haben diese Angebote überhaupt nicht nehmen wollen und haben Eigenverantwortung gezeigt. Ich weiss, dass manche Vertreter der türkischen Community das nicht gerne hören – Eigenverantwortung und Leistung schaffen nun einnmal Anerkennung und Respekt vor gewissen Einwandergruppen. Bestimmte Problemgruppen innerhalb der türkischen Community haben da noch Optimierungspotential (vor allen viele, viele türkische, männliche Migranten, die in der Schule die Probleme verursachen – wohl wissend, dass da letztendlich die entsprechenden türkischen Eltern den absoluten Grossteil der Schuld tragen). Ich weiss, dass diese Problemgruppen sozusagen den gesamten Ruf der Türken in Deutschland ruiniert haben. Natürlich trifft es sehr viele, die damit nichts zu tun haben. So wie ein Kölner nicht für bildungsferne Deutsche in Neu-Brandenburg verantwortlich ist.:-)

  2. Osman sagt:

    „Dann wird es halt als rassistisch wahrgenommen. Das ist alles eine Frage der Perspektive. Vielleicht ist es nämlich so, dass Deutschland in der Vergangenheit viel zu großzügig war und wir einfach die Standards runterschrauben müssen, wie sie auch in anderen Einwanderungsländern gelten.“

    Man kann nicht 40 Jahre alles verschlafen und dann im „Hau-Ruck-Prinzip“ versuchen die Kuh vom Eis zu holen. Andere Einwanderungsländer haben diese Standards teilweise von Anfang an und deshalb werden diese auch nicht negativ wahrgenommen. Das passiert nur, wenn man auf einmal seine Strategie ändert.

    Was Sozialhilfe und Respektlosigkeit betrifft: Es gibt tausende von ur-deutschen Familien, die von Sozialhilfe leben und ihren Kindern auch nicht zu einer besseren Bildung verhelfen. Diese Familien leben teilweise genauso am gesellschaftlichen Leben vorbei wie Migrantenfamilien. Außerdem: Was ist denn respektlos? Das man die Sprache nicht lernt oder das man trotz sprachlicher Qualität der Gesellschaft auf der Tasche liegt?

    „Was das Durchmischen zwischen Deutschen und Migranten anbetrifft, wird dies schwierig. Insbesondere die muslimischen Migranten haben ihren Ruf durch schlechte Erziehung ihrer Kinder dermaßen ruiniert, dass kein Deutscher, dem die Ausbidung seiner Kinder wichtig ist, bereit ist, diese auf eine Migrantenschule schicken.“

    Ja genau, das ist genau die Denke, die es seit 40 jahren in Deutschland gibt. „Ach, ein Ausländer sucht eine Wohnung? Dann gebt ihm ’ne Wohnung in Kreuzberg!“ oder auch „Was? Neukölln? Da wollen wir nicht hin. Da leben die bösen Ausländer!“

    Gute Nacht Deutschland!

    • Mehmet sagt:

      Ne Wohnungen suchen als Türke ist wirklich nicht leicht…

      • Markus Hill sagt:

        Der Vermieter handelt aus normalen Eigeninteresse, ist ihm nicht zu verdenken. ABER: So eindeutig ist das nicht. Versuchen Sie einmal mit sehr geringen Einkommen oder als Freiberufler etc. sich um eine gute Wohnung zu bewerben. Das kann auch nach hinten losgehen.:-)

        PS: Natürlich sind da pauschale Vorurteile im Spiel. Es gibt leider noch keine Maschine zum Indentifizierung “anständiger- bzw. problematischer Mieter” (Guter-Charakter-Messmaschine:-):-).

    • Markus Hill sagt:

      Deutsche Familien – natürlich sollen die eine ähnlich Form von Druck spüren Ihr Verhalten zu ändern. Wir behandeln hier jedoch ureigenste „Türken-Gruppen-Probleme“.
      Sie haben recht. Der Strategiewechsel erfolgt jetzt so abrupt wie die Umstellung auf das 12-Jahre-Abitur. Wo gehobelt wird, fallen Späne. Da entsteht jetzt natürlich ein unangenehmer Druck auf die Eltern der türkischen Problemschüler. Ein sehr konstruktiver Druck, wie ich meine. Das wird nach einer Zeit auch wieder in normale Bahnen gelenkt. Der heilsame Schock ist aber notwendig, sonst machen diese Eltern und die Verbände weiter wie bisher. Das ist im Sinne aller Bewohner dieses Landes, man möchte das Bildungssystem wieder auf Vordermann bringen. Und die Türken sollten auch von der De-facto-Negativ-Watchlist kommen. Andere können einen zum Lernen schwer motivieren, letztendlich ist es eine Sache des eigenen „Drives“ und der persönlichen Verantwortung – egal ob bei Türken oder bei Deutschen.

  3. CETO sagt:

    Vielen Dank Herr Battal für diesen informativen Beitrag.
    Solange die Bürger in der BRD Ausländer als 2.Klasse Menschen behandeln wird es nie eine Integration geben. Wenn man diese Menschen aus der Gesellschaft fern hält gründen diese halt eine Parallelgesellschaft.
    @ Krause: wenn jemand hier 30 Jahre lebt und jedes Jahr auch seine Steuer an den Vater Staat abbezahlt hat er die selben Rechte wie jeder Deutsche. Somit kann er nach dem Grundgesetz so sein und leben wie er will. Ob es vorteilhaft oder eher das Gegenteil für denjenigen ist sollte das Problem jedes einzelnen sein.

    • Markus Hill sagt:

      Zitat:
      „…wenn jemand hier 30 Jahre lebt und jedes Jahr auch seine Steuer an den Vater Staat abbezahlt hat er die selben Rechte wie jeder Deutsche“.
      Hört sich nicht sehr verantwortungsbewusst und allgemeinwohl-orientiert an. Eben so ist es nicht:
      Wenn dieser türkische Steuerzahler sozusagen bei Onkel Mehmet (bildlich gesprochen) Kartons im Lager stapelt und Steuern bezahlt, seinen Kindern aber die Sprache nicht richtig beibringt und andere Deutsche sowie türkische, vietnamesischen und italienische Schüler dadurch (einer oder viele „versauen“ aus individueller Verantwortungslosigkeit )bei Ihrem Lernfortschritt nachhaltig behindert, dann ist dass nicht mehr allein dessen Problem. Genau durch diese von Ihnen dargestellte Denke entstehen die Probleme, die wir jetzt im Schulwesen haben. Warum meinen Sie, dass selbst viele türkische Migranten Ihre Kinder nicht mehr auf solche Schulen mit Kindern von „Ihren“ schein-autonomen türkischen Steuerzahlern schicken wollen?!
      Deutsche Bildungsferne sind hier kein Thema – natürlich würde ich denen hier genauso ein Fehlverhalten vorwerfen.

    • Markus Hill sagt:

      PS: Bitte nicht „Ausländer“, sagen Sie Türken. Es gibt unterschiedliche Auffassungen (Henne und Ei), ob Ihre Interpretation so Bestand haben kann. Wenn es so sein sollte, wie Sie die Welt betrachten: Sie beleidigen Japaner, Aussiedler etc. durch Ihre Aussage, weil diese keineswegs als Menschen 2. Klasse betrachtet werden. Im Übrigen halte ich auch die Aussage bzgl. türkischer Migranten nicht für haltbar. Es mag ein paar Deutsche geben, die absolut eine „Türken-Phobie“. Das liegt an den schlechten Erfahrungen UND IN DER REGEL daran, dass diese Leute ohnehin oft kaum persönliche Kontakte oder Freundschaften mit Türken pflegen – dann würde sich dieses Bild schnell wandeln. (Da sind wir dann halt unterschiedlicher Auffassung).

      • Battal sagt:

        @Krause: Sie sind mir noch eine Antwort schuldig.
        @Markus Hill: Sie vertreten eine sehr interessante und mir etwas befremdliche Meinung. Ihre Aussagen sind durchweg unstrukturiert und dadurch sehr unverständlich. Sie rufen in mir die Phantasie hervor, dass Sie zwar eine Meinung haben, jedoch erhebliche Schwierigkeiten diese adäquat zu artikulieren. […]

        • Markus Hill sagt:

          Na, dann kann ich ja echt froh sein, dass sich meine Ansichten doch noch dem einen oder anderen trotzdem erschlossen haben. Anstatt solcher „rhetorischer Nebelgranaten“ wäre eine inhaltliche Stellungnahme (trotz scheinbarer Probleme hinsichtlich Komplexitätserfassung Ihrerseits) trotzdem sehr nett gewesen. „Befremdlich“, wie auch Ihre anderen Aussagen, haben ausser der berechtigten Meinung keinerlei inhaltliche Bedeutung. Vielleicht sollten Sie sich weniger auf Form bei Beiträgen und mehr auf Inhalte konzentrieren. Zumindest ein Erkennbares bemühen, würde Freude bereiten.:-)

          • Kosmopolit sagt:

            @Markus Hill ,
            sie geben sich sehr viel Mühe mit ihren Argumenten, leider fallen diese nicht auf fruchtbaren Boden. Bezüglich der Zuwanderung aus früheren Zeiten möchte ich aus dem Buch von Dr. Stefan Luft „Abschied von Multikulti“ zitieren. Während die meisten mitteleuropäischen Staaten ( Italien, Spanien, Portugal ) Rückführungsabkommen mit Deutschland abgeschlossen hatten, hat sich die Türkei geweigert ebenso ein Abkommen abzuschließen. Laut Dr. Luft war die Türkei eher an dem Geldtransfer ihrer Landsleute gelegen. Auch die CDU hatte unter Kohl ein Rückkehrabkommen mit Türken hier abgeschlossen. Mit der Auszahlung ihrer geleisteten Rentenbeiträgen und weiteren Zahlungen sollten türkische Arbeiter wieder zurück in ihre Heimat. Wie viele dieses Angebot angenommen hatten ist mir unbekannt. Leider fallen solche Tatsachen, aufgrund vorliegender Dokumente, in den Trash der Geschichte. Noch eine Bemerkung, in dem Heimatland meiner Frau, kann ich nie die Staatsbürgerschaft bekommen. Sollte ich dort leben wollen, muss ich meinen Unterhalt nachweisen und eine hohe Kaution hinterlegen.

            • Markus Hill sagt:

              Naja, es macht halt Freude, ein paar Tatsachen zu nennen. Natürlich, jeder hat da eine eigene Brille auf.
              Ich weiss aus vielen Diskussionen mit türkischen Freunden, dass sie viele der Argumente doch manchmal nach einer Zeit nachdenkenswert finden. Zumindest ist es einmal ein Gegenpol zu der den türkischen „Befindlichkeiten“. Auch die Deutschen, Doppelstaatler und viele erfolgreiche Migranten (auch viele türkischstämmige – es gibt nämlich nicht nur die „Verbands-Berufsbetroffenheitstürken“:-) haben die Nase gestrichen voll von der „Verdrehung“ bestimmter Fakten. Ein Grund für die gegenwärtigen Lage, die natürlich durch diese Einwanderungs-Nicht-Rückführung mit verursacht wurde, wird natürlich nicht gerne von türkische Seite zugegeben. Deutschland ist Einwanderungsland aus Resignation, nicht aus Überzeugung, geworden. Erst wurde der Karren in den Dreck gefahren, Probleme von türkischer Seite und von deutscher interessierter Seite (bestimmte Parteien, siehe jetzt auch die Wahlartikel in migazin.de) geleugnet und kleingeredet, seit den frühen 70er Jahren wohl. Dann wurde gesagt, wie beim Mauerbau und bei Ostblockszenario: „Diese Realitäten („Ausländer-Ghettos“, Schulkatastrophe etc.) müsst Ihr gefälligst anerkennen. Bezahlen dürft Ihr die Folgen der ungewünschen Einwanderung auch noch, claro!“:-):-)
              Es ist halt auch ein sehr emotionales Thema. Verletzter Stolz auf türkischer Seite (Vermutung!), man muss halt zugeben, dass man selber viel zu dem Missstand beigetragen hat. (Seien wir doch geradeaus: Ist es nicht eine Schande, dass bestimmte Eltern noch nicht einmal das Versagen bei der Erziehung Ihrer Kinder offen zugeben? Das diese sich für die Ergebnisse Ihrer Erziehung nicht in Grund und Boden schämen? – Natürlich, auch bei deutschen Bildungsfernen sollte man so eine Einsicht verlangen – die sind hier aber nicht Diskussionsthema).
              Ihre Ausführungen sind interessant mit der Buchquelle. Konstruktiver Ansatz oder Vorschlag:
              Könnten sich zum Beispiel die türkischen Verbände in Zusammenarbeit mit den türkischen Zeitungen nicht für die Verfehlungen der ersten Gastarbeitergenerationen und der Folgegenerationen, die Ihren Erziehungsaufgaben nicht nachkamen und auch heute nicht nachkommen, bei den Deutschen oder der deutschen Regierung öffentlichkeitswirksam entschuldigen?
              Das würde, so glaube ich, dass Klima in der Diskussion seitens der Deutschen stark verbessern. Vielleicht würde man nicht mehr in dieser Härte diskutieren. Man hätte das Gefühl, dass die türkische Seite einmal über ihre eigenen Verantwortlichkeiten nachgedacht hätte. Präziser an dieser Stelle: GANZ BESTIMMTE GRUPPEN in der türkischen Community, NICHT „die Türken“ allgemein. Das wird nämlich oft im Eifer des „Gefechts“ vergessen.
              Würden Sie diesen Weg für gangbar halten? Dann könnten doch beide Seiten zusammen an der Lösung der Probleme arbeiten. Die Verbände kommunizieren konstruktiv in die türkischen Community, die Deutschen bezahlen mehr Geld für Bildung, Sprache etc.
              PS: Eine Meinung ist eine Meinung. Ich habe in diesen Foren auch viele nachdenkenswerte Statements von türkischen Migranten gelesen. Da habe ich meine Meinung auch oft überdacht in manchen Punkten. Es wäre eine Illusion, wenn man meinen würde, durch rationale Argument jeden überzeugen zu können. Jeder – meine Person eingeschlossen – lebt ja in seiner eigenen Welt. Die Seiten sind schon zum Standpunkt schildern gedacht, aber auch nur für einfache Diskussion, nicht „Mission“. (Meinungsbildungsprozesse dauern ja auf beiden Seiten immer sehr, sehr lange:-).

            • Markus Hill sagt:

              PS
              Zitat von Ihnen (wenn die Quelle in Ihrem Buch zutreffend ist):
              1.
              „…hat sich die Türkei geweigert ebenso ein Abkommen abzuschließen.“
              Könnte sich da nicht die türkische Regierung bei der deutschen Regierung für die eingetretenen Folgekosten entschuldigen?
              2.
              „Laut Dr. Luft war die Türkei eher an dem Geldtransfer ihrer Landsleute gelegen.“
              Zur Verbesserung des Diskussionsklimas: Könnte sich die türkische Regierung nicht dafür bedanken? (Man hat doch indirekt durch das Bieten von Arbeitsplätzen für arbeitslose türkischen Bildungsfernen auch noch Infrastrukturhilfe für die Türkei geschaffen).
              Könnten Sie sich vorstellen, dass da einmal ein Denken in diese Richtung gehen könnte?

              • Kosmopolit sagt:

                @Markus Hill

                Um hier weitere Einwendungen zu vermeiden, empfehle ich allen dieses Buch, dass sich ausführlich mit der Zuwanderung aus früheren Zeiten beschäftigt. Hier die entsprechende Info:
                Abschied von Multikulti: Wege aus der Integrationskrise‘ hat der Bremer Politikwissenschaftler Stefan Luft ein grundlegendes Werk zu Fragen von Zuwanderung und Integration vorgelegt …
                http://www.stefanluft.de/Multikulti/multikulti.htm
                Hier wird leidenschaftslos aufgrund vorliegender Dokumente die Geschichte der Einwanderung von Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen nach Deutschland beschrieben.

                • Markus Hill sagt:

                  Danke. Was meinen Sie mit „Einwendungen“?

                  • Kosmopolit sagt:

                    Um hier weitere Einwendungen zu vermeiden, empfehle ich „ALLEN“ dieses Buch.
                    Soweit mein Text.
                    Es geht darum, dass einige Teilnehmer in diesem Forum wieder Äpfel mit Birnen vergleichen, oder von diesem Thema ablenken.

  4. Boli sagt:

    Ein türkisches Sprichwort sagt:
    Wenn ein Kind in die Schule kommt, gehört dasFleisch dem Lehrer. Den Eltern bleiben nur noch die Knochen. …

    Genau das ist die Einstellung die zum Versagen führt. Das zum Thema Verantwortung der Eltern für die Leistungen der Kinder in der Schule. Ohne weitere Worte!

  5. Flug sagt:

    Die beteiligten Länder der PISA Studie sollten sich wirklich ein Beispiel an Finnland nehmen. Finnlands System der Ausländerpolitik bzw der Integration von Immigranten ist wirklich vorbildlich. Auch in Deutschland sollten meiner Meinung nach Sprachtests eingeführt werden. Allerdings spielen hier viele Einflußfaktoren eine entscheidende Rolle. Die Eltern sind enorm wichtig und es liegt an Ihnen Ihre Kinder zu fördern!!!

    Auch die Lehrer sollten sich besser an den ausländischen Schülern orientieren. In Rheinland-Pfalz wurde nun das System der Realschule Plus eingeführt, wo zum Beispiel während jeder Stunde zwei Lehrer anwesend sind. Einer betreut die schwachen Schüler und der andere der beiden fördert die leistungsstarken Schüler.

    Meiner Meinung nach ein erster Schritt, um das Schulsystem in Deutschland zu verbessern. Jedoch sollte hier jeder mitziehen, damit auch in Deutschland bessere Ergebnisse erzielt werden.

    • Markus Hill sagt:

      Ihren Gedanken zu Reformansätzen stimme ich zu. Das würde allen (unabhängig von Migrant- oder Nichtmigrant) zugute kommen und Positives bewirken. Ich glaube aber das Finnland da in der Migrationspolitik schwer vergleichbar mit Deutschland ist (relativ homogene Bevölkerungsstruktur). Vielleicht gibt es da ein Länderbeispiel, dass da etwas „passgenauer“ wäre.