Während Tausende vor dem Krieg im Jemen fliehen, versuchen andere, über dasselbe Land nach Saudi-Arabien zu gelangen. Sie hoffen auf Arbeit und ein besseres Leben. Für mindestens 139 Menschen endete die gefährliche Reise nun mit dem Tod auf See. Die Katastrophe wirft ein Schlaglicht auf eine Migrationsroute, auf der Gewalt, Ausbeutung und Tod zum Alltag gehören.
Papst Leo hatte gerade erst auf die besondere Schutzbedürftigkeit migrierender Kinder hingewiesen. Einen Tag später stirbt ein Zehnjähriger auf einem völlig überfüllten Boot im Ärmelkanal. Auch zwei Frauen kommen ums Leben.
Viele Rohingya leben seit Jahren unter bedrückenden Bedingungen in Myanmar oder in Lagern in Bangladesch. Viele flüchten und riskieren ihr Leben auf See. Jetzt sollen zwei Boote im Golf von Bengalen gesunken sein. Leichen treiben im Meer. UNHCR und IOM zeigen sich tief besorgt.
Fast 900 Rohingya-Geflüchtete sind 2025 auf der Seeroute im Indischen Ozean gestorben oder verschwunden. Trotzdem bleibt diese tödliche Flucht erstaunlich leise im globalen Krisenlärm.
Im Jahr 2021 kommt es im Ärmelkanal zu einem Bootsunglück, viele Geflüchtete sterben. Eine Kommission spricht Jahre später von erheblichen Versäumnissen britischer und französischer Behörden. Viele Menschen hätten gerettet werden können.
Bootsunglücke mit Geflüchteten passieren nicht nur im Mittelmeer. Auch zwischen Malaysia und Thailand läuft derzeit eine großangelegte Suche. Die Zahl der Toten steigt – und mehr als 200 Menschen werden noch vermisst.
Sie hoffen auf eine bessere Zukunft – doch für viele endet die Überfahrt nach Spanien tödlich. Ein überfülltes Boot kentert vor laufenden Kameras kurz vor dem Ziel. Unter den Toten sind auch Kinder. TV-Kameras halten das Unglück fest.
In Senegals Fischerhafen M’bour werden die „pirogues“ genannten Holzboote gebaut – eigentlich für den Fischfang. Wenn das Meer aber leergefischt ist, nimmt das Boot Kurs auf die Kanaren und wird zum Hoffnungsträger – und zur tödlichen Falle. Von Marc Hertel
Starke Winde, hohe Wellen: Erneut kommen Menschen bei der Überfahrt von der türkischen Küste zu den griechischen Inseln ums Leben, und wieder sind Kinder unter den Opfern.
Sind reiche nördliche Länder verantwortlich für die Armut auf der südlichen Erdhalbkugel? Eine Ausstellung in Bremen veranschaulicht eindrucksvoll den Zusammenhang zwischen der Ausbeutung der Meere und dem Schicksal der Küstenbewohner im Süden. Von Dieter Sell