
Hunderte Vermisste
Bootsunglück vor Malaysia mit vielen toten Geflüchteten
Bootsunglücke mit Geflüchteten passieren nicht nur im Mittelmeer. Auch zwischen Malaysia und Thailand läuft derzeit eine großangelegte Suche. Die Zahl der Toten steigt – und mehr als 200 Menschen werden noch vermisst.
Dienstag, 11.11.2025, 15:45 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 11.11.2025, 15:45 Uhr Lesedauer: 2 Minuten |
Nach dem Kentern eines Bootes mit Geflüchteten vor der Küste im Grenzgebiet zwischen Malaysia und Thailand ist die Zahl der Toten gestiegen. Bisher wurden 21 Leichen geborgen, 13 Menschen konnten lebend gerettet werden, wie die Zeitung „The Sun“ unter Berufung auf die malaysische Marinebehörde (MMEA) berichtete. Einsatzkräfte suchen derweil mit Schiffen und einem Flugzeug weiter nach zahlreichen Vermissten.
Das Unglück hatte sich am Wochenende ereignet, als ein Boot mit rund 70 Personen – mutmaßlich Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya aus Myanmar – gekentert war. Nach Angaben der Behörden hatten die Flüchtlinge ihre Reise vor etwa einem Monat in Myanmar auf einem Mutterschiff mit rund 300 Menschen an Bord angetreten.
Mutterschiff mit 300 Menschen
Beim Umladen der Passagiere in kleinere Boote nahe der Seegrenze zwischen Malaysia und Thailand kenterte eines der Boote. Das Schicksal der übrigen rund 230 Menschen ist ebenfalls unklar – sie konnten bisher nicht geortet werden. Teams der Polizei, der Küstenwache und der Marine beider Länder haben den Radius des Suchgebietes mittlerweile auf mehr als 900 Quadratkilometer zwischen der malaysischen Inselgruppe Langkawi und der thailändischen Insel Ko Tarutao ausgeweitet.
Das Unglück steht im Zusammenhang mit der anhaltenden Gewalt im Krisenland Myanmar, die viele Angehörige der muslimischen Rohingya-Minderheit zur Flucht zwingt. Die Vereinten Nationen zählen sie zu den am stärksten verfolgten Volksgruppen der Welt. Immer wieder wagen Menschen in überfüllten, seeuntüchtigen Booten die gefährliche Flucht über die Andamanensee und die Straße von Malakka – oft mit tödlichem Ausgang.
Gefährliche Überfahrt
„In diesem Jahr haben sich bereits über 5.300 Rohingya-Flüchtlinge von Bangladesch und Myanmar aus auf die gefährliche Seereise begeben. Mehr als 600 von ihnen gelten als vermisst oder sind ums Leben gekommen“, teilten die Internationale Organisation für Migration (IOM) und das UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) in einer gemeinsamen Erklärung mit.
„In den letzten Jahren waren über zwei Drittel der Rohingya, die sich auf die gefährliche Seereise begaben, Frauen und Kinder“, hieß es weiter. Solange die eigentlichen Ursachen der Flucht aus Myanmar nicht beseitigt seien, würden Flüchtlinge auch weiterhin gefährliche Reisen auf der Suche nach Sicherheit unternehmen, warnten die beiden UN-Behörden. (dpa/mig) Aktuell Ausland
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