Lange prägten koloniale Stereotype das westliche Bild ostasiatischer Männer. Heute feiern Millionen Fans K-Pop-Idole als Schönheitsideale. Kulturwissenschaftler Kien Nghi Ha erklärt im Gespräch, warum dieser Wandel bedeutsam ist, aber Rassismus nicht automatisch überwindet. Von Vit Lê
Politikwissenschaftler Benjamin Höhne beobachtet seit Längerem Zweifel an der Brandmauer in Teilen der ostdeutschen CDU. Nach dem Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt erklärt er im Gespräch, warum es neue Formen des Umgangs mit der AfD braucht – ohne sie zu kopieren und zu stärken. Von Jonas Grimm
Extremwetter zerstört in Ost- und Südafrika zunehmend Lebensgrundlagen. IOM-Regionaldirektor Frantz Celestin beobachtet, dass klimabedingte Gefahren häufiger und heftiger auftreten. Im Gespräch kritisiert er gekürzte internationale Hilfen. Die Folgen kosteten viermal so viel als die Prävention. Von Gundula Haage
Um mehr Menschen abschieben zu können, treiben EU-Staaten Pläne für Abschiebezentren in ostafrikanischen Ländern voran. Wie kommt dieser Vorstoß eigentlich bei möglichen Partnerländern vor Ort an? Die Kenianische Menschenrechtskommission findet deutliche Worte. Von Marlene Brey
Nach mehreren Wahlniederlagen sucht die Union nach Ursachen. Politologe Thomas Biebricher sieht neben der Unzufriedenheit mit der Bundesregierung auch die Übernahme von AfD-Positionen und Kulturkampfthemen als einen Faktor. Von Nils Sandrisser
Die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA haben Vorurteile gegenüber dem Islam in Deutschland verstärkt. Bis heute wirkt das Feindbild nach, das sich damals etablierte, sagt die Kommunikationswissenschaftlerin Carola Richter im Gespräch. Von Franziska Hein
Der Herbst 1941 markierte einen entscheidenden Wendepunkt auf dem Weg zum Holocaust. Historikerin Andrea Löw erklärt im Gespräch, wie Ausgrenzung in systematische Deportation mündete – und warum sie angesichts des Aufstiegs der AfD heute Warnzeichen erkennt. Von Susanne Rochholz
Exklusive Schwimmzeiten für Schwarze Kinder und Jugendliche sollten einen geschützten Raum bieten. Nach einer Debatte über angebliche Benachteiligung Weißer und rassistischen Bedrohungen wurde das Angebot abgesagt. Rassismusforscherin Lisa Janotta erklärt, warum der Konflikt eskalierte. Von Martina Schwager
Der Literaturwissenschaftler Bertin Nyemb kritisiert im Gespräch einseitige Darstellungen afrikanischer Lebenswelten. In Karlsruhe zeigt er Lehramtsstudierenden, wie Kinderbücher koloniale Vorstellungen fortschreiben – und wie vielfältigere, gegenwärtige Perspektiven aussehen könnten. Von Leonie Mielke
Der Islamwissenschaftler Uçar erwartet nach dem Berliner CSD-Anschlag keine schnelle Abkehr von der verbreiteten Ablehnung homosexueller Menschen. Es helfe jedoch nicht, Muslime gesellschaftlich unter Druck zu setzen. Das führe zu „Selbstabschottung“. Von Urs Mundt