Das Saarland hat erstmals ein Integrationsgesetz beschlossen. Es soll Zugewanderten mehr Teilhabe ermöglichen und Diskriminierung bekämpfen. Fachleute und Verbände begrüßen die Ziele, kritisieren aber fehlende finanzielle Garantien und einklagbare Ansprüche. Trotz Nachbesserungen bleiben zentrale Forderungen unerfüllt.
Die PISA-Werte sinken, benachteiligte Jugendliche verlieren weiter an Boden. Gleichzeitig bleibt eine zentrale Erkenntnisquelle zu wenig genutzt: das Klassenzimmer. Es ist Zeit für einen Kurswechsel. Von Lavdije Zidi
Deutschlands Schüler erreichen bei Pisa historische Tiefstwerte. Ursächlich sind soziale Ungleichheit und ein Schulsystem, das Unterschiede kaum auffängt - und daran scheitert, Vielfalt in Bildungserfolg zu verwandeln.
Sprache, Bewegung und Entwicklungsstand sollen künftig nach einheitlichen Standards geprüft werden – auch bei Kindern, die keine Kita besuchen. Für zusätzliche Unterstützung und bessere Ausstattung sind Milliardeninvestitionen vorgesehen. Familienministerin Prien spricht von einem „Gamechanger“.
Die Leistung soll Kindern Chancen eröffnen, verlangt Eltern aber häufig einen bürokratischen Hindernisparcours ab. Bemerkenswert: Manche Kommunen prüfen offenbar strenger, als es das Gesetz überhaupt vorsieht. Besonders betroffen sind junge Menschen im Asylbewerberleistungsgesetz.
Der amerikanische Traum verspricht Aufstieg durch Arbeit und gleiche Rechte für alle. 250 Jahre nach der Unabhängigkeit zweifeln viele daran – besonders dort, wo Herkunft, Hautfarbe, Einkommen und Zugang zu Bildung über Chancen entscheiden. Von Khang Mischke und Franziska Spiecker
Die Berliner Justizsenatorin Badenberg verspricht gleiche Chancen für alle – und will die Quote zugunsten von Bewerbern mit Migrationsgeschichte kippen. Das Problem: Behörden wählen dann wieder eher nach Passung statt nach Leistung. Von Adem Türkel
Das Berliner Gesetz für mehr Teilhabe gerät unter Verfassungsverdacht, weil es Bewerber ohne Einwanderungsgeschichte benachteiligen soll. Die Justizsenatorin will das ändern. Offen bleibt die Frage, wie Bewerber mit Migrationserfahrung fair behandelt werden sollen.
Wer sich von Landesbehörden diskriminiert fühlt, soll in Rheinland-Pfalz künftig leichter Beschwerde einlegen und notfalls klagen können – inklusive möglicher Entschädigung. Das neue Chancengleichheitsgesetz schließt eine Schutzlücke. Die Opposition warnt vor Bürokratie und Rechtsrisiken.
Während Politik und Wirtschaft über Fachkräftemangel klagen, scheitern qualifizierte Bewerber aus dem Iran an deutschen Konsulaten. Folge: verlorene Verträge, gebrochene Versprechen. Von Zohreh Shirazi