Rezension
Shida Bazyar und die Kunst des kollektiven Wegsehens
11.10.2026

Shida Bazyar hat mit ihrem Roman Die Lücken den Deutschen Buchpreis 2026 gewonnen. Sie erzählt von jüdischen Familien, die aus einer Kleinstadt verschwinden, und von Bewohnern, die ihre Mitverantwortung verdrängen. Jahrzehnte später: Wiederholt sich die Geschichte? Ein hochaktueller Roman. Von Edgar Pocius
Deutscher Buchpreis
„Die Lücken“ trifft einen Nerv, den Deutschland nicht loswird
06.10.2026

Der Wunsch nach einem historischen Schlussstrich bekommt literarischen Gegenwind: Shida Bazyar erzählt von NS-Verstrickung, Schweigen und Rassismus bis in die Gegenwart. Dafür erhält sie den Deutschen Buchpreis – mit einem Werk, das Gleichgültigkeit ausdrücklich verweigert. Von Jenny Tobien und Anna Ringle
Buchvorstellung
Wie viel Feindschaft hält eine Freundschaft aus?
20.08.2026

Die Geschichten führen nach Israel, Palästina, in die Ukraine, die USA und nach Deutschland – Isabel Schayani erzählt in ihrem neuen Buch „Unwahrscheinliche Freundschaften“ von Menschen, die Krieg, politische Gegensätze und persönliche Verluste trennen – und die trotzdem verbunden bleiben. Von Robert Messer
USA
„Roots“ veränderte vor 50 Jahren den Blick auf die Sklaverei
16.08.2026

Mit Kunta Kinte in Alex Haleys Besteller „Roots“ bekam die Geschichte der Sklaverei für ein Millionenpublikum ein Gesicht. Buch und Fernsehserie wurden zu kulturellen Ereignissen – trotz späterer Kritik an historischen Ungenauigkeiten und aneren Vorwürfen. Von Konrad Ege
36 Boys
Wie eine Gang zur Antwort auf Ausgrenzung wurde
06.08.2026

Tim Raue blickt auf seine Jugend bei den „36 Boys“ zurück – auf Gewalt, Gemeinschaft und das Gefühl, endlich Teil von etwas zu sein. Die deutsche Integrationspolitik jener Jahre kritisiert er scharf. Von Andreas Rabenstein
Neuerscheinung
Lehrer berichten über den braunen Alltag an deutschen Schulen
11.03.2026

Hakenkreuze, Drohungen, Wegsehen: Was als Einzelfall kleingeredet wird, offenbart ein tieferes Problem. Zwei Lehrer berichten in ihrem jetzt erschienen Buch „Rechtsruck im Klassenzimmer“, wie rechte Ideologien an Schulen Fuß fassen – und warum das Schweigen vieler Erwachsene längst Teil des Problems ist. Von Monika Wendel
Wir sind das Volk!
Es ist Zeit, laut zu werden
15.04.2025

In den späten 1980er Jahren half der Slogan „Wir sind das Volk!“, die Ostdeutschen in ihrem Kampf für die Freiheit zu mobilisieren. Die Zeit ist jetzt eine andere. Das deutsche Volk – das ganze Volk – muss seine Stimme erheben. Von Chris Reiter und Will Wilkes
Rezension
Wallraffs Ali ist immer noch „Ganz unten im System“
25.08.2024
40 Jahre nach Wallraffs Besteller „Ganz unten“, legt Sascha Lübbe in seinem Buch offen: Die Alis sind bis heute „Ganz unten im System“. Sie sind gefangen in einer parallelen Arbeitswelt, in der im großen Stil ausgebeutet wird. Ein Buch, das wachrütteln sollte. Von Ekrem Şenol
Hein de Haas im Gespräch
Warum Gesellschaft, Politik und Medien besessen sind von Migration
08.08.2024
Die politische Debatte über Migration beruht oft auf falschen Annahmen. Im Interview erklärt Migrationsforscher Hein de Haas, warum Migration sich nicht steuern lässt, und warum Grenzschließlungen für die Zuwanderungskontrolle wenig bringen. Von Franziska Hein
Buchtipp
Asiatische Präsenzen in der Kolonialmetropole Berlin
09.07.2024
Europäische Zentren verwandelten sich nicht nur durch transkontinentale Migrationen, sondern auch durch das frühe Kino in einen widersprüchlichen Kolonialraum. Im deutschen Fall reflektierte die aufwändige Produktion exotisierender Kolonialfilme nicht zuletzt die Sehnsucht nach dem gerade verlorenen Imperium.