Es mehren sich Berichte, dass ehemalige Ortskräfte von den internationalen Soldaten am Flughafen abgewiesen werden. Das Patenschaftsnetzwerk Afghanischer Ortskräfte erhebt schwere Vorwürfe. Der Verband binationaler Familien fordert in einer Online-Petition unbürokratische Lösungen.
Das Außenministerium hat versagt, ebenso das Innen- und Verteidigungsministerium - Merkel sowieso. Aber auch die Medien haben versagt: In Afghanistan war 20 Jahre Krieg und niemand hat berichtet. Von Sven Bensmann
Rund um den Flughafen von Kabul wird die Lage brenzliger. Am Montag kam es zu einem Feuergefecht, an dem auch deutsche Soldaten beteiligt waren. Etwa 3.000 Menschen wurden bislang von der Bundeswehr evakuiert. Deutschland bot Ortskräften Jahresgehalt für das Bleiben in Afghanistan an.
Dramatische Szenen am Flughafen Kabul: Im Gedränge vor dem Gelände sterben am Sonntag mindestens sieben Menschen. Derweil werden die Evakuierungsflüge fortgesetzt. Die Bundeswehr hat bis Sonntag etwa 2.300 Menschen in Sicherheit gebracht.
Die Signale, die die Taliban aus Afghanistan in die Welt sendet, sind nach Überzeugung des Theologen Bülent Uçar verheerend. In den Köpfen der Menschen werde hängenbleiben, dass der Islam für Mittelalter, Rückständigkeit und Steinzeit steht. Von Martina Schwager
Ein umständliches und langwieriges bürokratisches Verfahren hat verhindert, dass afghanische Ortskräfte rechtzeitig aus dem Land gebracht wurden. Jetzt kontrollieren die Taliban Afghanistan. Viele Finger zeigen auf Innenminister Seehofer.
Nach der Machtübernahme der Taliban hat Deutschland die Entwicklungszusammenarbeit mit Afghanistan ausgesetzt. Das schade der Bevölkerung zusätzlich, kritisiert das katholische Hilfswerk Misereor.
Die Evakuierungsflüge aus Afghanistan dauern an, doch viele Menschen kommen gar nicht erst zum Flughafen. Ein deutscher Botschafter versucht die Taliban zu überzeugen, afghanische Ortskräfte internationaler Organisationen passieren zu lassen.
Nach fast 20 Jahren sind die Taliban in Afghanistan wieder an der Macht. Die Führung zeigt sich versöhnlich. Doch die Versprechen in Sachen Frauenrechten bleiben vage. Von Agnes Tandler
Die Evakuierungsoperation aus Afghanistan läuft nur schleppend an. Die Bundesregierung hofft, so viele Menschen wie möglich auszufliegen. UN fordern Staaten auf, Schutzbedürftige aufzunehmen. Merkel will kein Kontingent zusagen. Derweil geben die Taliban Helfern westlicher Truppen eine Sicherheitsgarantie.