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Menschen an einer Haltestelle (Symbolfoto)

Sorgenklima

Sorge um Einwanderung in Deutschland höher als in vielen Ländern

Armut, Krieg und Inflation sind laut einer Ipsos-Umfrage die größten Sorgen der Menschen in Deutschland. Auch die Kontrolle von Einwanderung und ein Anstieg von Extremismus beschäftigen die Befragten stärker als im internationalen Durchschnitt.

Mittwoch, 06.05.2026, 15:27 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 06.05.2026, 15:27 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |  

Die Menschen in Deutschland sorgen sich vor allem vor Armut, Krieg und Inflation. Zugleich sieht eine große Mehrheit (82 Prozent) das Land auf dem falschen Kurs, wie die Studie „What Worries the World“ des Meinungsforschungsinstituts Ipsos ergab. Für die Studie wurden nach Angaben von Ipsos jeden Monat mehr als 24.000 Menschen in den teilnehmenden Ländern zu ihren größten Sorgen befragt. Die aktuellen Umfragewerte beziehen sich auf den April dieses Jahres. Nur in Frankreich (91 Prozent) und Peru (89 Prozent) halten mehr Menschen den Kurs ihres Landes für falsch. Der globale Länder-Durchschnitt liegt bei 62 Prozent.

Vor Armut und sozialer Ungleichheit sorgen sich 36 Prozent der in Deutschland Befragten – ein Anstieg um drei Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat März. Auch die Sorge vor Inflation (31 Prozent) stieg um drei Prozentpunkte. Sorge vor militärischen Konflikten haben in Deutschland ebenfalls 31 Prozent der Befragten – acht Prozentpunkte mehr als im März. Weltweit dominiert die Sorge vor Inflation (33 Prozent).

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Auf Platz vier der Sorgen in Deutschland liegt die von Ipsos abgefragte Kategorie „Einwanderung“ mit 29 Prozent. Das sind vier Prozentpunkte weniger als im Vormonat und 13 Punkte weniger als vor einem Jahr. Trotzdem liegt Deutschland damit deutlich über dem globalen Durchschnitt von 16 Prozent.

Sorge um Einwanderung

Im internationalen Vergleich gehört Deutschland bei der Sorge um „Einwanderung“ zur Spitzengruppe. Höhere Werte verzeichnet Ipsos nur in Großbritannien (41 Prozent), den Niederlanden (33 Prozent) und Irland (33 Prozent). Hinter Deutschland folgen Kanada mit 27 Prozent, Frankreich mit 24 Prozent sowie Spanien, Australien und Chile mit jeweils 23 Prozent.

Deutlich niedriger fällt der Wert unter anderem in den USA mit 20 Prozent, in Schweden und Italien mit jeweils 19 Prozent sowie in Polen mit 17 Prozent aus. Am unteren Ende der Vergleichsliste stehen unter anderem Südkorea mit drei Prozent sowie Brasilien und Indonesien mit jeweils einem Prozent.

Die Zahlen zeigen allerdings nur, welche Themen die Befragten als besonders besorgniserregend nennen. Sie sagen nicht aus, ob Menschen Einwanderung grundsätzlich ablehnen, sich mehr politische Steuerung wünschen oder die gesellschaftliche Debatte über Migration als belastend empfinden. Gerade in Deutschland steht das Thema seit Jahren im Spannungsfeld von Fachkräftemangel, humanitärer Verantwortung, Sicherheitsdebatten und parteipolitischer Zuspitzung.

Sorge vor Extremismus

Auch die Sorge vor einem Anstieg von Extremismus ist in Deutschland vergleichsweise ausgeprägt. 18 Prozent der Befragten nennen dieses Thema als eine der drei größten Sorgen. Damit liegt Deutschland deutlich über dem globalen Durchschnitt von zehn Prozent. Im deutschen Sorgenranking steht Extremismus hinter Steuern (20 Prozent), aber noch vor Klimawandel (16 Prozent), Arbeitslosigkeit (14 Prozent) und Bildung (zehn Prozent).

Im Ländervergleich liegt Deutschland auch hier weit oben. Höhere Werte verzeichnet Ipsos nur in Israel mit 21 Prozent und den Niederlanden mit 20 Prozent. Deutschland liegt gleichauf mit Frankreich und den USA, wo ebenfalls jeweils 18 Prozent der Befragten einen Anstieg von Extremismus zu den größten Sorgen zählen. Es folgen Polen mit 17 Prozent sowie Großbritannien, Australien und Spanien mit jeweils 14 Prozent.

Der Wert für Deutschland ist gegenüber dem Vormonat und gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen. Gleichwohl bleibt die Sorge im internationalen Vergleich hoch. Die Ipsos-Kategorie unterscheidet nicht nach Formen von Extremismus. Sie erfasst also nicht, ob Befragte vor allem rechtsextreme, religiös begründete, politische oder andere Formen von Extremismus meinen.

Sorge vor Kriminalität

Auf Platz fünf der Sorgen in Deutschland liegen Kriminalität und Gewalt mit 24 Prozent, acht Punkte weniger als im März. Es folgen das Gesundheitswesen (23 Prozent, plus ein Prozentpunkt) und Steuern (20 Prozent, plus fünf Prozentpunkte). Weltweit nennen 31 Prozent Kriminalität und Gewalt als eine der größten Sorgen, 28 Prozent Armut und soziale Ungleichheit sowie ebenfalls 28 Prozent Arbeitslosigkeit.

Für Deutschland basiert die Auswertung laut Ipsos auf einer repräsentativen Stichprobe von rund 1.000 Erwachsenen im Alter von 16 bis 74 Jahren. Die internationale Befragung wurde zwischen dem 20. März und dem 3. April durchgeführt. Bei den globalen Werten handelt es sich um einen Länderdurchschnitt; er ist nicht nach Bevölkerungsgröße gewichtet. (epd/mig) Aktuell Gesellschaft

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