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Kirche (Symbolbild) © Yevhen1971 @ pixabay.com (Lizenz), bearb. MiG

Berlin

Zahl der Kirchenasyle wieder angestiegen

Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang ist die Zahl der Kirchenasyle in Berlin wieder angestiegen. Bundesweit befinden sich rund 500 Personen in Kirchenasyl, darunter viele Kinder. In den meisten Fällen werden sie vor einer Abschiebung aufgrund der Dublin-Regelung geschützt.

Mittwoch, 18.01.2023, 20:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 18.01.2023, 16:27 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Die Zahl der Kirchenasyle in Berlin ist zum Ende des vergangenen Jahres wieder gestiegen. Ende Dezember wurden 37 Kirchenasyle mit 63 Personen in Berliner Gemeinden registriert, wie der Verein Asyl in der Kirche Berlin-Brandenburg am Mittwoch zu seinem Jahresempfang am Abend mitteilte. Unter den Betroffenen waren 17 Kinder.

Zwischenzeitlich war die Zahl der Kirchenasyle in der Hauptstadt von 36 im Januar 2021 (73 Personen) auf 17 (21 Personen) im Juni vergangenen Jahres zurückgegangen. In allen Fällen handelte es sich um sogenannte Dublin-Fälle. Das bedeutet, den Betroffenen droht die Abschiebung in das EU-Land, in dem sie zuerst einen Asylantrag gestellt haben oder zumindest registriert wurden.

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Bundesweit 320 Fälle von Kirchenasyl

In Brandenburg gab es demnach Ende 2022 zwölf Kirchenasyle mit 17 Personen, davon drei Kinder. Ende Januar 2021 waren es noch 23 Kirchenasyle mit 42 Personen, davon 15 Kinder.

Bundesweit wurden laut Ökumenischer Bundesarbeitsgemeinschaft Kirchenasyl Anfang Dezember 320 Fälle von Kirchenasyl gezählt. Diese umfassten insgesamt 516 Menschen, unter ihnen 115 Kinder.

Erstes Kirchenasyl 1983

Beim Kirchenasyl werden Flüchtlinge ohne legalen Aufenthaltsstatus zeitlich befristet in Kirchengemeinden beherbergt. In Härtefällen soll damit eine unmittelbar drohende Abschiebung in eine gefährliche oder sozial unzumutbare Situation verhindert und der Fall erneut geprüft werden.

Das erste Kirchenasyl in der Bundesrepublik fand im Herbst 1983 statt. Eine von Abschiebung bedrohte palästinensische Familie fand damals in West-Berlin Unterschlupf in der evangelischen Kirchengemeinde Heilig Kreuz im Stadtteil Kreuzberg. (epd/mig)

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