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Geflüchtete Rohingya in einem Flüchtlingslager in Bangladesch © 123rf.com

UNHCR

Tod Hunderter Rohingya-Geflüchteter auf hoher See

Die Rohingya werden in Myanmar brutal unterdrückt. Nun müssen geflüchtete Rohingya auch in Lagern in Bangladesch zunehmend Gewalt erdulden. Viele von ihnen versuchen den Repressalien über das Meer zu entkommen.

Dienstag, 17.01.2023, 17:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 17.01.2023, 14:46 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Die Vereinten Nationen haben die vielen Opfer unter geflüchteten Rohingya-Flüchtlingen auf hoher See in Südostasien beklagt. Im Jahr 2022 seien im Andaman-Meer und im Golf von Bengalen mindestens 348 Rohingya gestorben oder als vermisst gemeldet worden, sagte die Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Shabia Mantoo, am Dienstag in Genf.

Mehr als 3.500 Rohingya hätten 2022 aus Myanmar und Bangladesch die gefährliche Seepassage gewagt. Ihre Ziele seien Indonesien, Malaysia, Thailand und andere Länder. Im Jahr 2021 hätten 700 Rohingya die Überfahrt riskiert. Die Rohingya wollen Unterdrückung und bitterer Armut in Myanmar und Bangladesch entkommen.

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Systematische Gewalt gegen Rohingya

Unterdessen zeigten sich Menschenrechtler angesichts systematischer Gewalt gegen Rohingya-Geflüchtete in Bangladesch alarmiert. Zunehmend würden Geflüchtete in den Lagern in Cox’s Bazar durch bewaffnete Polizeieinheiten erpresst, schikaniert und willkürlich verhaftet, kritisierte Human Rights Watch (HRW). Internationale Geber müssten Druck auf Bangladeschs Behörden ausüben, um die Rohingya besser zu schützen. Die mutmaßlichen Misshandlungen sollten untersucht werden und Opfer rechtlichen Beistand erhalten.

Demnach sind bewaffnete Polizeibataillone seit Juli 2020 für die Sicherheit in den Flüchtlingscamps im Südosten des Landes zuständig. Seitdem habe sich die Lage verschlimmert, heißt es unter Berufung auf Rohingya und humanitäre Helfer. Es sei gängige Praxis, dass bangladeschische Sicherheitskräfte mutmaßlichen Verdächtigen Drogen- oder Waffengeschäfte anhängten und dann für deren Freilassung Geld erpressten. Viele Rohingya, die ins Visier der Polizei geraten, arbeiten den Menschenrechtlern zufolge in den Camps für Hilfsorganisationen oder als Lehrinnern und Lehrer.

Eine Million Geflüchtete im Camp

Die Menschen seien Misshandlungen durch diejenigen ausgeliefert, die sie eigentlich schützen sollten, kritisierte die HRW-Asien-Expertin Shayna Bauchner. Schon zuvor seien die Geflüchteten Gewalt seitens krimineller Banden und bewaffneter Gruppen ausgesetzt gewesen.

In den Camps von Cox’s Bazar harren etwa eine Million Rohingya-Geflüchtete aus. In ihrem mehrheitlich buddhistischen Heimatland Myanmar wird die muslimische Minderheit seit Jahrzehnten verfolgt. Mehr als 800.000 von ihnen wurden Ende August 2017 während einer brutalen Offensive der myanmarischen Armee nach Bangladesch vertrieben. Dort leben sie unter erbärmlichen Bedingungen in Camps. UN-Ermittler sowie Menschenrechtler werfen Myanmar Völkermord an den Rohingya vor. Die humanitäre Hilfe für die Rohingya und die Nachbargemeinden in Bangladesch ist chronisch unterfinanziert. (epd/mig)

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