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Gedenk-Demo am 19. Februar 2022 in Hanau © Initiative 19. Februar Hanau / Twitter

Mutige Fragen gestellt

Georg-Leber-Preis geht an „Initiative 19. Februar Hanau“

Für ihren Einsatz wurde die „Initiative 19. Februar Hanau“ mit dem Georg-Leber-Preis geehrt. Die Initiative sorge dafür, dass die Namen der Opfer nicht vergessen werden und stelle mutige und unbequeme Fragen.

Montag, 26.09.2022, 17:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 26.09.2022, 15:33 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Die „Initiative 19. Februar Hanau“ ist am Montag in Kassel mit dem Georg-Leber-Preis für Zivilcourage ausgezeichnet worden. Die Initiative sorge dafür, dass die Opfer des Anschlags von Hanau am 19. Februar 2020 nicht in Vergessenheit gerieten, sagte die stellvertretende SPD-Vorsitzende Serpil Midyatli in ihrer Laudatio. Ihrem Einsatz sei es zu verdanken, dass die Morde als politische Tat aufgearbeitet würden. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird von der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) vergeben.

Midyatli würdigte die Initiative dafür, dass sie mutig unbequeme Fragen stelle und konsequent den Rassismus in der Gesellschaft aufzeige. Immer wieder würden rassistische Übergriffe verharmlost oder vertuscht. Maßnahmen, die den strukturellen Rassismus in Deutschland bekämpften, blieben aus. Deshalb bleibe die Angst, dass sich solche Taten wiederholten und Rassismus in Deutschland kein Ende finde.

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Gegen alle Widerstände

Am Abend des 19. Februar 2020 erschoss der 43-jährige Tobias R. aus rassistischen Motiven an mehreren Tatorten in Hanau neun Menschen. Um ihrer Solidarität und den Forderungen nach Aufklärung und politischen Konsequenzen einen dauerhaften Ort zu geben, gründeten die Angehörigen die „Initiative 19. Februar Hanau“. Die Räume der Initiative am Hanauer Heumarkt sind eine Anlaufstelle für Austausch, Beratung, Vernetzung und die Unterstützung Betroffener.

Der Georg-Leber-Preis wird seit 2013 von der IG BAU vergeben. Er würdigt Personen, die mutig für ihre Überzeugungen und Ideale öffentlich eintreten und damit ein Vorbild sind, sich gesellschaftlich und politisch gegen alle Widerstände zu engagieren. Namensgeber ist der frühere Vorsitzende der Baugewerkschaft, Georg Leber (1920-2012), der sich als Gewerkschafter und SPD-Politiker für eine freie, soziale und demokratische Gesellschaft einsetzte (epd/mig)

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