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Seenotrettung im Mittelmeer © seawatchcrew @ Twitter

356 Menschen an Bord

„Sea-Watch 3“ rettet weitere Flüchtlinge in Seenot

Bei mehreren Einsätzen binnen weniger Tage hat das Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ insgesamt mehr als 350 Geflüchtete in Seenot an Bord geholt. Im Mittelmeer sind in diesem Jahr bislang mehr als 800 Menschen ertrunken oder werden vermisst.

Montag, 06.06.2022, 20:30 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 07.06.2022, 5:44 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Die Besatzung der „Sea-Watch 3“ hat binnen weniger Tage und nach mehreren Einsätzen im Mittelmeer insgesamt 356 Geflüchtete aus Seenot gerettet. Wie die Organisation Sea-Watch am Sonntag und Montag auf Twitter mitteilte, wurden beim Einsatz am Sonntag 85 Gerettete an Bord des Schiffes geholt. Bei dieser Rettungsaktion sei ein „illegaler Pullback“ verhindert worden: Die libysche Küstenwache habe – „unterstützt von Malta & Frontex“, wie die Seenotretter schreiben – die Absicht gehabt, die 85 Menschen mit ihrem Boot nach Libyen zurückzuschleppen.

Beim Einsatz am Montag habe „Sea-Watch 3“ nach langer nächtlicher Suche 49 Geflüchtete südlich von Lampedusa an Bord genommen. Sie seien stark erschöpft, und einige von ihnen bräuchten dringend medizinische Behandlung durch das Team. Bei vier vorangegangen Rettungsaktionen hatte das Seenotrettungsschiff innerhalb von 24 Stunden 222 Menschen aufgenommen. Den Angaben zufolge hatte die Organisation Alarm Phone, die eine Hotline betreibt, Sea-Watch über die Notfälle informiert.

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Keine staatliche Seenotrettung

Im Mittelmeer gibt es keine staatlich organisierte Seenotrettungsmission. Lediglich die Schiffe privater Organisationen halten Ausschau nach in Not geratenen Flüchtlingen und Migranten. Immer wieder dauert es viele Tage, bis die italienischen Behörden den Rettungsschiffen einen Hafen zuweisen. Malta gibt seit Jahren keine Erlaubnisse mehr. Zuletzt hatten die „Aurora“ von Sea-Watch und die „Ocean Viking“ von SOS Méditerranée Flüchtlinge aus Seenot gerettet und nach Italien gebracht.

Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind seit Beginn dieses Jahres bislang knapp 800 Menschen bei der Überfahrt ums Leben gekommen oder werden vermisst. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Die Organisationen weigern sich, die Überlebenden nach Libyen zu bringen, von wo aus viele Flüchtlinge in See stechen, weil ihnen dort Folter und andere Menschenrechtsverletzungen drohen. (epd/mig)

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