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Flüchtlinge auf dem Rettungsschiff "Sea-Eye 4" (Archiv) © Guillaume Duez

Italien

Flüchtlinge haben nach tagelangem Ausharren Rettungsschiff verlassen

Nach tagelangem Ausharren auf dem Rettungsschiff „Geo Barents“ sind 439 Geflüchtete in Italien an Land gegangen – darunter 112 Minderjährige sowie zahlreiche Traumatisierte und Erkrankte. Die Menschen waren bei mehreren Einsätzen aus Seenot gerettet worden.

Montag, 31.01.2022, 5:19 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 30.01.2022, 13:15 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Alle 439 Flüchtlinge an Bord des von „Ärzte ohne Grenzen“ betriebenen Rettungsschiffes „Geo Barents“ sind in Italien an Land gegangen. „Alle Überlebenden haben die #GeoBarents verlassen und haben nun die Möglichkeit, Zugang zu medizinischer Versorgung, Dienstleistungen und Sicherheit zu erhalten, die sie benötigen“, teilte die Hilfsorganisation am Samstag auf Twitter mit.

Am Freitag hatte die „Geo Barents“ den sizilianischen Hafen Augusta zugewiesen bekommen. Die Crew der „Geo Barents“ hatte die Flüchtlinge und Migranten seit Mittwoch vergangener Woche bei mehreren Einsätzen im Mittelmeer gerettet und tagelang auf die Zuweisung eines Hafens gewartet. Unter den Geretteten waren nach Angaben der Hilfsorganisation 112 Minderjährige. Alle Überlebenden seien aus Libyen geflohen.

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„Ocean Viking“ wieder frei

„Ärzte ohne Grenzen“ teilte am Samstag mit: In der vergangenen Woche hätte die Crew Überlebende von sexueller und körperlicher Gewalt sowie Menschen mit chronischen Krankheiten unterstützt. „Aber es ist nie genug, weil niemand in ihrer Situation sein sollte.“

Derweil wurde die „Ocean Viking“ am Donnerstag von den italienischen Behörden wieder freigeben, wie die Betreiberorganisation SOS Méditerranée mitteilte. Das Rettungsschiff war Mitte Januar wegen der fehlerhaften Registrierung von Container-Aufbauten im Hafen Trapani festgesetzt worden.

Keine staatliche Seenotrettung

Immer wieder wagen Flüchtlinge und Migranten in oft seeuntauglichen Booten von Libyen aus die Überfahrfahrt nach Europa. Es gibt auf dem Mittelmeer zurzeit keine staatliche organisierte Seenotrettungsmission, einzig die Boote privater Hilfsorganisationen halten Ausschau nach in Seenot geratenen Flüchtlingen und Migranten.

Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind seit Beginn des Jahres mindestens 108 Menschen bei der Überfahrt ums Leben gekommen oder werden vermisst. Im Jahr 2021 waren es 2.047 Menschen. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. (epd/mig)

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