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Plenarsaal des Sächsischen Landtags © Oliver Killig

Ausländerbeauftragter

Sachsen braucht dringend Einwanderung

Sachsens Bevölkerung schrumpft, der Wohlstand ist gefährdet. Der sächsische Ausländerbeauftragte fordert mehr Einwanderung, um wirtschaftlich und menschlich nicht zu verarmen. Ablehnung von Ausländern sei in Sachsen noch ausgeprägt.

Sonntag, 29.05.2022, 19:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 30.05.2022, 5:31 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Der sächsische Ausländerbeauftragte Geert Mackenroth warnt vor einem Wohlstandsverlust durch fehlende Einwanderung. „Zuwanderung muss in Sachsens Gesellschaft grundverankert werden, sonst verarmen wir nicht nur wirtschaftlich, sondern auch menschlich“, appellierte der CDU-Politiker am Freitag in Dresden. Die teilweise negative Grundeinstellung mancher Menschen gegenüber Ausländern sei in Sachsen leider in viel zu vielen Situationen noch ausgeprägt. Das müssten ausländische Mitbürger in ihrem Alltag erleben.

Nach einer Prognose der Staatsregierung werde Sachsen bis 2030 über acht Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung verlieren. Allein altersbedingt verlören sächsische Unternehmen bis 2030 rund 180.000 Arbeitskräfte. Aktuell hätten sächsische Firmen etwa 100.000 freie Stellen. Zugleich seien in Sachsen nur 6,5 Prozent der Beschäftigten Ausländer im Vergleich zu 13,4 Prozent im bundesweiten Durchschnitt, sagte Mackenroth.

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Er sprach von „alarmierenden Zahlen“. Langsam müsse jeder begreifen, dass in Sachsen Fachkräfte fehlen. „Wir brauchen in allen Branchen gebündelte Initiativen von Staat, Gesellschaft, Industrie und Handwerk zur Anwerbung ausländischer Fachkräfte, um unseren Wohlstand zu sichern“, sagte der Ausländerbeauftragte.

AfD stärkste Kraft in Sachsen

Es gehe dabei nicht nur um Hilfskräfte, sondern um gut ausgebildete Fachkräfte für die mittelständischen Unternehmen, es gehe um Service, Handwerk und Dienstleistungen: „Es geht um Menschen, die hier mit ihren Familien ankommen müssen. Es geht um rasche Integration, Normalität im menschlichen Umgang.“

Das rechtsextremistische Personenpotenzial in Sachsen beziffert das Landesamt für Verfassungsschutz für das Jahr 2020 auf 4.800 Personen. Bei der Bundestagswahl 2021 war die rechtsextreme AfD mit mehr als 25 Prozent stärkste Kraft im Land. (epd/mig)

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  1. J-S sagt:

    „Fachkräfte“
    Und das ist nun mal das Problem. Viele der hier ankommenden sind eben -keine- ob man das nun sehen will oder nicht, die Zahlen sprechen da für sich.

    Insofern ist der Titel „Sachsen braucht dringend Einwanderung“ irreführend. Es werden Fachkräfte benötigt. Diese -können- auch aus dem Ausland kommen (=Einwanderung), aber natürlich könnten auch Menschen aus den Ballungsgebieten umsiedeln.
    Berlin hat z.B. ein großes Problem mit zu vielen Menschen was sich auf alles auswirkt. Wohnraum, Schulen usw. Würde man diese Menschen nach Sachsen „locken“ könnte man 2 PRobleme auf einmal lösen.