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Polizei vor Moschee

„Hinsehen, Erkennen, Handeln“

Berlin startet Kampagne gegen antimuslimischen Rassismus

Auf Plakaten, Flyern und Postkarten ruft Berlin zum Handeln gegen antimuslimischen Rassismus auf. Seit Jahren steigen die Fälle. Innensenatorin Spranger warnt: Islamfeindlichkeit immer mehr auch in der Mitte der Gesellschaft.

Montag, 24.01.2022, 5:20 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 23.01.2022, 14:22 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Unter dem Slogan „Hinsehen – Erkennen – Handeln“ ist am Freitag in Berlin eine Kampagne gegen antimuslimischen Rassismus gestartet worden. Sie ist die Fortsetzung einer Kampagne der Landeskommission Berlin gegen Gewalt, die sich in einem ersten Teil mit Antisemitismus befasst hatte.

Auf Plakaten, Flyern und Postkarten werden vier alltägliche Szenen von antimuslimischem Rassismus gezeigt und es wird zum Handeln aufgerufen. „Jede Berlinerin und jeder Berliner kann auf antimuslimische Vorfälle achten, Betroffene unterstützen und Fälle den Register- und Meldestellen mitteilen oder zur Anzeige bringen“, sagte Innenstaatssekretärin Nicola Böcker-Giannini (SPD).

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Zahl antimuslimischer Fälle steigt

Antimuslimischer Rassismus sei in allen gesellschaftlichen Schichten zu finden, betonte die Staatssekretärin, die die kurzfristig verhinderte Innensenatorin Iris Spranger (SPD) vertrat. Die Zahl der Vorfälle steige seit Jahren. In Berlin wurden 2020 trotz Lockdowns 208 Fälle von antimuslimischen Rassismus registriert. In den Vorjahren waren es 169 (2019) beziehungsweise 157 (2018). „Und das ist nur die Spitze des Eisbergs“, betonte Böcker-Giannini.

Innensenatorin Spranger erklärte schriftlich: „Gewalttaten wie in Hanau, wo Einzeltäter Unheil anrichten, machen uns fassungslos. Es mehren sich allerdings auch Äußerungen aus der Mitte der Gesellschaft, die den Islam für bedrohlich halten bzw. Musliminnen und Muslime als ‚störend‘ empfinden. Und darum müssen wir uns kümmern“.

Antimuslimischer Rassismus Alltag in Deutschland

Antimuslimischer Rassismus existiert laut Spranger in allen gesellschaftlichen Bereichen, von Alltagsrassismus und Diskriminierung bis hin zu körperlichen Angriffen. „Menschen aufgrund ihres Glaubens oder ihrer Herkunft zu diskriminieren, verträgt sich nicht mit einem toleranten und offenen Berlin“, so die Senatorin.

Die vier Motive zeigen Alltagssituationen in der U-Bahn, am Späti, im Hörsaal und vor der Moschee und werden in den nächsten zwei Wochen im ganzen Stadtgebiet plakatiert. „Antimuslimischer Rassismus ist für viele Menschen Alltag in Deutschland“, sagte Rima Hanano, Projektleiterin der Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit (CLAIM): „Daher brauchen wir dringend mehr Aufklärung und eine intensive Debatte in allen Bereichen der Gesellschaft.“ (epd/mig)

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