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Rettungsschiff Alan Kurdi im Mittelmeer © Sea Eye/Fabian Heinz

Mittelmeer

Private Rettungsorganisationen retten 120 Menschen

Kaum sind die privaten Rettungsschiffe im Mittelmeer, treffen sie auf Fliehende in Seenot. Fast 120 Menschen wurden bei Rettungseinsätzen allein am Montag gerettet.

Dienstag, 21.09.2021, 5:20 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 20.09.2021, 17:35 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Private Rettungsorganisationen haben am Montag knapp 120 Menschen vor dem Ertrinken im Mittelmeer gerettet. Die Besatzung der „Ocean Viking“ holte in der Nacht 58 Flüchtlinge an Bord. Im Tagesverlauf rettete die „Geo Barents“ 60 Menschen in zwei Einsätzen.

Wie die Organisation SOS Méditerranée, die die „Ocean Viking“ betreibt, erklärte, wurden die 58 Geflohenen in der maltesischen Rettungszone an Bord genommen, nachdem sie zwei Tage zuvor von der libyschen Küste aus aufgebrochen seien. Nach weiteren Einsätzen am Wochenende versorge die Besatzung nun insgesamt 116 Flüchtlinge, unter ihnen zehn Frauen und 16 Kinder, darunter ein einjähriges Baby. Bei allen drei Einsätzen waren die Menschen in Holzbooten unterwegs.

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„Unser Leiden in Libyen ist vorbei“

Die Crew der „Geo Barents“ rettete zunächst sechs Menschen aus einem kleinen Glasfaserboot in der libyschen Rettungszone, wie die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ erklärte, die das Schiff betreibt. Später kamen weitere 54 Menschen dazu, darunter sechs Frauen, 21 unbegleitete Minderjährige und ein Baby. „Unser Leiden in Libyen ist vorbei“, schrien einige von ihnen, als die „Geo Barents“ sich ihrem Boot näherte.

Die „Ocean Viking“ war am Freitag im Einsatzgebiet vor der libyschen Küste eingetroffen. Bei ihrer vorangegangenen Rettungsfahrt Anfang August hatte die Crew des Schiffes rund 550 Menschen an Bord genommen. Nach tagelangem Warten konnte die „Ocean Viking“ den Hafen Pozzallo auf Sizilien anlaufen und die Flüchtlinge an Land lassen. Einige Gerettete waren schon zuvor aus gesundheitlichen Gründen von dem Schiff evakuiert worden.

Eine der gefährlichsten Fluchtrouten

Die „Geo Barents“ erreichte am Sonntag die libysche Rettungszone. Ende August hatte sie nach mehreren Tagen Wartezeit 322 Gerettete zum sizilianischen Hafen Augusta bringen dürfen.

Das Mittelmeer gehört zu den gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. Bislang sind in diesem Jahr laut der Internationalen Organisation für Migration mindestens 1.369 Migranten beim Versuch ums Leben gekommen, das Mittelmeer zu überqueren. Doch die Dunkelziffer wird weitaus höher geschätzt. Menschenrechtsorganisationen fordern von der Europäischen Union den Betrieb staatlicher Rettungsschiffe. Bisher ohne Erfolg. (epd/mig)

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