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Heißluftballon mit WDR-Aufschrift (Archiv) © Michael_Luenen @ pixabay.com (Lizenz), bearb. MiG

Nach dem Rassismus-Talk

WDR erzählt „Vom Winde verweht“ aus Perspektive einer Sklavin

Als Reaktion auf eine umstrittene Folge der Talkshow "Die letzte Instanz" hatte der WDR einen Programmschwerpunkt zum Thema Rassismus angekündigt. Der Südstaaten-Epos "Vom Winde verweht" aus einer anderen Perspektive ist der Auftakt.

Freitag, 05.03.2021, 5:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 04.03.2021, 16:48 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Anlässlich eines Programmschwerpunkts zum Thema Rassismus erzählt der Westdeutsche Rundfunk (WDR) das Südstaaten-Epos „Vom Winde verweht“ aus einer anderen Perspektive. Ab Montag ist im WDR-Hörspiel-Speicher und der ARD-Audiothek das sechzehnteilige Hörspiel „Vom Wind verweht – Die Prissy Edition“ zu hören, wie der WDR am Donnerstag in Köln mitteilte. Das Hörspiel der Autorin Amina Eisner wirft dabei einen Blick auf die Sklavin Prissy und ihre Erfahrungen mit dem Thema. Das Hörspiel ist zudem vom 8. März bis 1. April montags bis donnerstags in WDR 3 und WDR 4 zu hören.

„Kaum etwas hat unser Bild von den Südstaaten und dem amerikanischen Bürgerkrieg so sehr geprägt wie Margaret Mitchells ‚Gone With the Wind'“, sagte der WDR-3-Programmchef Matthias Kremin. Gleichzeitig stünden Roman und Film für einen verklärenden, romantisierenden Blick auf Sklaverei und die Fortschreibung rassistischer Stereotype. Mit dem Hörspiel wolle man die Chance dafür nutzen, „möglichst vielen Menschen die Symptome und Strukturen bewusstzumachen, in denen uns historischer und aktueller Rassismus begegnet“.

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Thema „Black Matters“

„Vom Wind verweht – Die Prissy Edition“ lege die Erzählposition in die Hände von Sklaven, hieß es. Diese seien in dem Buch zu Statisten und Klischees degradiert worden. Dabei verwebe sich der erzählerische Strang des Originals mit der Fortführung der Geschichte Prissys. Die Autorin Amina Eisner entwirft eine Familie im heutigen Berlin. Prissys Nachfahren erben die in den 1860er Jahren beginnenden Aufzeichnungen und damit auch die Verantwortung, diese Tradition weiterzuführen. Vor dem Hintergrund von Rassismuserfahrungen im heutigen Deutschland entfaltet sich das Geschehen des amerikanischen Bürgerkriegs.

In der Woche ab dem 8. März werden im Anschluss an das Hörspiel im WDR Sendungen zum Thema „Black Matters“ mit verschiedenen Schwerpunkten gebündelt. Zu den weiteren Produktionen zählen unter anderem das Kulturfeature „Black Heroes – Zwischen Hollywood-Traum und Wirklichkeit“ von Markus Metz und Georg Seeßlen sowie die Lesung von James Baldwins „Nach der Flut das Feuer“.

Reaktion auf „Die letzte Instanz“

Der WDR hat den Programmschwerpunkt zum Thema Rassismus als Reaktion auf eine umstrittene Folge der Talkshow „Die letzte Instanz“ geschaffen. In der Fernsehsendung hatte Moderator Steffen Hallaschka mit Gästen wie etwa Thomas Gottschalk gesellschaftliche Themen diskutiert, darunter auch rassistischen Sprachgebrauch und die Frage „Das Ende der Zigeunersauce: Ist das ein notwendiger Schritt?“

Vertreter von Minderheiten kritisierten unter anderem die Äußerungen und die Tatsache, dass in der Runde keine Menschen mit Migrationsgeschichte vertreten waren. Sowohl der WDR wie auch einige der Diskutanten entschuldigten sich im Nachhinein für die Sendung. (epd/mig)

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