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Vordere Reihe l. Andreas Kalbitz, r. Björn Höcke beim sog. "Trauermarsch" in Chemnitz (Archiv) © Tim Lüddemann @ flickr.com (CC 2.0), Tim Lüddemann

Aus nach AfD-Interview

RBB schafft Sommerinterview-Reihe aus Brandenburg ab

Nach Kritik an einem Interview mit Brandenburgs früherem AfD-Chef Andreas Kalbitz zieht der RBB Konsequenzen: Die Sommerinterview-Serie „Politik am See“ wird im kommenden Jahr eingestellt.

Donnerstag, 20.08.2020, 5:18 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 19.08.2020, 17:45 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) stellt seine Sommerinterview-Reihe „Politik am See“ mit brandenburgischen Spitzenpolitikern ein. Der Sender werde das Konzept der Interviewserie im Nachrichtenmagazin „Brandenburg aktuell“ im kommenden Jahr nicht mehr verfolgen, sagte RBB-Sprecherin Eva Marock dem „Evangelischen Pressedienst“ am Mittwoch in Berlin.

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Hintergründige Interviews mit Politikerinnen und Politikern, auch im Sommer, werde es jedoch im RBB „selbstverständlich weiter geben“. Zuerst hatte die „Die Zeit“ vorab über das Aus für die Sommerinterviews berichtet.

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Hätte besser vorbereitet werden müssen

Der Sender stand zuletzt wegen eines unkritischen Interviews mit Brandenburgs früherem AfD-Chef Andreas Kalbitz in der Kritik, das im Juli in der Gesprächsreihe gesendet worden war. „Es zwingt uns niemand, ein solches Konzept zu verfolgen“, sagte RBB-Chefredakteur Christoph Singelnstein der Zeitung: „Nicht nur ich halte das gesamte Format für veraltet.“

Das Gespräch mit Kalbitz hätte besser vorbereitet werden müssen, erklärte Singelnstein. Der RBB habe enorme Expertise im Bereich Rechtsextremismus und erfahrene Rechercheure, aber dieses Wissen sei nicht genutzt worden. „Es treibt mich noch sehr um, dass uns das passieren konnte“, sagte der Chefredakteur. Die AfD habe jedoch in der Interview-Reihe als zweitstärkste Kraft im brandenburgischen Landtag berücksichtigt werden müssen. (epd/mig)

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  1. Ute Plass sagt:

    „Das Gespräch mit Kalbitz hätte besser vorbereitet werden müssen, erklärte Singelnstein.“

    Das gilt doch grundsätzlich für alle Gespräche mit PolitikerInnen…..

    Das Versagen von Leit-Medien in Bezug auf kritisches Hinterfragen zeigt sich auch aktuell im Umgang mit der Corona-Krise.

    Mit der Rolle von Medien beschäftigt sich auch der Corona-Ausschuss. Sehr aufschlussreich das Gespräch mit dem Medienforscher Prof.Dr.
    Michael Meyen:

    STIFTUNG CORONA-AUSSCHUSS: Termin 09:
    https://corona-ausschuss.de/sitzung9/