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Corona-Pause

Ansturm auf Online-Deutschkurse

Der Deutsche Volkshochschul-Verband verzeichnet in der aktuellen Corona-Krise eine enorme Nachfrage an Deutschkursen. Wegen Corona mussten etwa 200.000 Migranten ihre Integrations- und Berufssprachkurse unterbrechen.

Dienstag, 05.05.2020, 5:20 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 04.05.2020, 18:27 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Rund 150.000 Migranten lernen mit einem Online-Kurs an einer Volkshochschule (VHS) Deutsch. Zudem hätten sich mehr als 10.000 Lehrkräfte im April im VHS-Lernportal registriert, erklärte der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) am Montag in Bonn. Etwa 200.000 Migranten mussten demnach wegen der Corona-Pandemie ihre Integrations- und Berufssprachkurse im Klassenzimmer unterbrechen.

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Gerade in der aktuellen Krise sei es wichtig, dass Zugewanderte den Deutscherwerb fortsetzen können, erklärte der Verbandsvorsitzende Martin Rabanus. So könnten sie im Austausch bleiben und verlören nicht ihre gesellschaftliche Teilhabe.

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„Seit die Kurse unterbrochen wurden, lief bei uns das Telefon heiß. Viele hatten Sorge, alles zu vergessen und wollten weiter lernen“, berichtet Maria Seiter, Fachbereichsleiterin an der vhs Bingen. „Die Online-Tutorien mit dem vhs-Lernportal haben uns in dieser Situation gerettet, zumal im Lernportal sowohl die Lernumgebung als auch die Inhalte schon komplett zur Verfügung standen“, betont Seiter. Ihre Teilnehmenden hätten das Angebot dankbar angenommen und seien nun sehr engagiert dabei.

Virtuelle Lerngruppen

Bundesweit bieten den Angaben zufolge Volkshochschulen und andere Bildungseinrichtungen vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geförderte Online-Tutorien an. Diese virtuelle Lerngruppen werden von anerkannte Lehrkräften betreut, die die Migranten auch mit passenden Aufgaben versorgen. Die Teilnahme ist freiwillig.

Das kostenlose Lernportal in 18 Sprachen umfasst digitale Deutschkurse für alle Niveaustufen des Integrationskurses, wie der Verband erklärte. Ein Smartphone und eine Internetverbindung seien ausreichend, hieß es. (epd/mig)

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  1. Christiane Carstensen sagt:

    In Ihrem Artikel entsteht der Eindruck, dass die vhs-Lernplattform als solche eigenständigen Unterricht anbietet, dem ist aber im Fall der Integrationskurse aktuell nicht so. Die online-Kurse, die vom BAMF finanziert werden, werden bundesweit weiterhin von den zugelassenen Sprachkursträgern und Lehrkräften durchgeführt, unter anderem auch von den Volkshochschulen. Dabei nutzen die Träger und Lehrkräfte für die unterbrochenen Integrationskurse das vhs-Lernportal, aber auch andere zugelassene Lernportale, als Lernplattform. In diesen Fällen ist die vhs-Plattform das Medium und nicht der unterrichtsdurchführende Part.Die Berufssprachkurse werden von den zugelassenen Trägern und Lehrkräften in virtuellen Klassenzimmern weitergeführt. In diesen Deutschkursen wird zum großen Teil der Unterricht über Videoformate und entsprechende Tools durchgeführt. Hier handelt es sich um eine spannende Entwicklung, die differenzierter betrachtet werden sollte, denn auch wir haben, wie in den allgemeinbildenden Schulen, Lerner*innen, die den digitalen Weg mitgehen können und andere, die dies aus verschiedenen Gründen nicht tun können.