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Schulklasse © Wokandapix @ pixabay.com (Lizenz), bearb. MiG

Integrationskurs

Deutschkurse in Corona-Krise auf Online-Lernportal

Die Corona-Krise hat auch laufende Integrations- und Sprachkurse unterbrochen. Der Deutsche Volkshochschul-Verband bietet jetzt die ersten Kurse online an. Nach und nach soll das Angebot ausgeweitet werden - mit Unterstützung des Bamf.

Donnerstag, 02.04.2020, 5:20 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 02.04.2020, 14:27 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Integrationssprachkurse werden in der Corona-Krise ins Internet verlagert. Auf dem Lernportal des Deutschen Volkshochschul-Verbands können Dozenten die Deutschkurse ab sofort online betreuen, wie der Verband am Mittwoch in Bonn mitteilte. Gefördert werden die Online-Tutorien für bis zu drei Monate vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf).

„Der Bundesregierung ist es wichtig, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Sprachkenntnisse festigen und das bereits Gelernte nicht verloren geht“, sagte Uta Saumweber-Meyer, Leiterin der Abteilung Integration und gesellschaftlicher Zusammenhalt beim Bamf. Mit dem VHS-Lernportal stehe dafür eine erprobte und anerkannte Lernplattform zur Verfügung. Das Bamf habe die Träger der Integrations- und Berufssprachkurse bereits über die Möglichkeiten des digitalen Lernens mit dem vhs-Lernportal informiert.

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Fortsetzung im virtuellen Klassenzimmer

Die Online-Kurse auf der Plattform orientieren sich den Angaben zufolge am Rahmencurriculum des Integrationskurses und sind vom Bamf als bislang einziges digitales Lehrwerk zugelassen. Lehrkräfte könnten dort etwa Lerngruppen anlegen, die Lernaktivitäten ihrer Teilnehmenden beobachten und Übungen individuell oder gruppenbezogen zuweisen. Auch die aktuell unterbrochenen Berufssprachkurse sollen laut Bamf möglichst in virtuellen Klassenzimmern fortgeführt werden.

Um die rund 900 Volkshochschulen und alle weiteren Bildungsträger bei der vorübergehenden Umstellung ihres Unterrichts auf E-Learning zu unterstützen, biete der Verband kostenlose Online-Schulungen für Lehrkräfte an, sagte Gundula Frieling, stellvertretende Direktorin des Volkshochschul-Verbands. (epd/mig)

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  1. Dorothea Lindenberg sagt:

    Leider ist die Überschrift eine inhaltlich irreführende Verkürzung: Gefördert werden keine ‚Deutschkurse‘ sonder ‚Online-Tutorien‘ über das vhs-Lernportal.
    Das BAMF weist ist ausdrücklich darauf hin: „Ein Online-Tutorium stellt keinen Ersatz für den Integrationskurs mit Präsenzunterricht dar“ https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Integration/Integrationskurse/Kurstraeger/Traegerrundschreiben/Anlagen/2020/traegerrundschreiben-20200330-09-anlage1.pdf
    Die Online-Tutorien sollen dazu dienen, die Wartezeit bis zur regulären Fortführung der Kurse sinnvoll zu nutzen.
    Diese Unterscheidung ist nicht unwesentlich, denn es kann keinesfalls im Interesse der Teilnehmenden sein, ihren Integrationskurs auf einem Smartphone fortführen zu müssen.

  2. Oli sagt:

    Stimme der Kollegin Lindenberg in allen Punkten zu und beobachte auch, und das schon im X-ten solcher Kurse seit 2015: Die allermeisten Teilnehmer haben keinen PC zu Hause, auch kein richtiges Tablet.* Die Bildungsträger („Schulen“) möchten die Leute zu Online-Tutorien verpflichten, um da noch was abrechnen zu können. Hier ist ein kleiner Einblick des ganzen Wahnsinns von Integrationskursen und sich oft anchließenden „Berufsbezogenen Deutschförderungskursen“: Viele Teilnehmer können nach sehr oft (auf dem Papier – man kann das mit d. BAMF abrechnen)TAUSEND Unterrichtstunden kaum einen deutschen Satz lesen. Grundlage der Kurses ist aber IMMER ein kurstragendes Lehrwerk (Lehrbuch, und zwareinsprachig auf Deutsch). Insofern stimme ich D. Lindenbergs Implikation, es sei im Interesse der (meisten) Teilnhemner, einen Integrationskurs fortzuführen, nicht zu, sofern es nicht um ihr finanzielles Interesse (reibungslose Fortzahlung ALG2) geht!
    *Das BAMF dazu:
    „Welche technischen Anforderungen müssen für die Teilnahme an einem Online-Tutorium erfüllt
    sein? (zuletzt aktualisiert am 08.04.2020)
    Der Deutsche Volkshochschul-Verband empfiehlt folgende Ausstattung zur Verwendung des Lernportals:
    • Laptop/Computer (Windows 7 SP1 oder höher / Mac OS X), Tablet oder Smartphone (Android ab Version 5, iOS ab Version 11)
    • Internetverbindung (500 Kbit/s pro Nutzer)

    Für die Nutzung des vhs-Lernportals eignen sich alle gängigen Browser (Mozilla Firefox,
    Google Chrome, Microsoft Edge, Safari) in der jeweils aktuellsten Version. In den Sicherheitseinstellungen des Browsers muss JavaScript aktiviert sein.“