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Mann zielt mit einem Luftgewehr (Symbolfoto) © Branislav Cerven @ shutterstock.de

Schüsse auf Moschee

Özoğuz: Hetze gegen Muslime senkt Hemmschwelle für Gewalt

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoğuz, warnt vor einer wachsenden Islamfeindlichkeit in Deutschland. Die immer lauter werdende Hetze gegenüber Muslimen senke die Hemmschwelle für Gewalt.

Donnerstag, 15.02.2018, 6:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 18.02.2018, 12:55 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoğuz (SPD), warnt vor einer wachsenden Religionsfeindlichkeit. Neben zunehmender Feindseligkeit gegen Muslime gebe es in Deutschland auch „einen neuen Antisemitismus“ und Angriffe auf Kirchen, sagte Özoğuz am Mittwoch in Halle. „Das darf nicht Raum greifen in der Gesellschaft.“ Es dürfe nicht sein, dass häufig pauschal über ganze Religionsgruppen geurteilt werde.

Özoğuz äußerte sich während eines Besuchs des „Islamischen Kulturcenters Halle/Saale“ (IKC). Auf die Einrichtung hatten Unbekannte vor knapp zwei Wochen Polizeiangaben zufolge aus größerer Entfernung Schüsse abgegeben, vermutlich mit einem Luftgewehr. Dabei wurde ein 34-jähriger Syrer von einem von der Wand abgeprallten Projektil getroffen und leicht an der Hand verletzt.

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„Wir müssen noch das Ergebnis der Ermittlungen abwarten, aber Übergriffe wie auf das IKC zeigen, dass die lauter werdende Hetze gegenüber Muslimen bei manchen Menschen offensichtlich die Hemmschwelle für Gewalt senkt. Es ist kein Zufall und muss uns alle alarmieren, dass der verbalen Hetze immer häufiger Taten folgen, wie man an der gestiegenen Zahl der islamfeindlichen und antisemitischen Straftaten in Deutschland ablesen kann“ eklärte. Özoğuz

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Özoğuz: Teilhabe bedeutet Sichtbarkeit

Mehr Teilhabe von Muslimen an der Gesellschaft bedeute auch mehr Sichtbarkeit. Ein aktives Gemeindeleben und sichtbare Moscheen seien Teil der gesellschaftlichen Realität. „Das kann im Einzelfall vor Ort auch zu Spannungen führen. Umso wichtiger ist es, miteinander zu reden und mehr Möglichkeiten für den gegenseitigen Austausch zu schaffen“, so Özoğuz weiter.

Der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Abdassamad El Yazidi, bezeichnete den Angriff vom 2. Februar als tragischen Fall und betonte: „Das ist nicht Halle, nicht Sachsen-Anhalt und nicht Deutschland. Das sind einzelne Menschen, die Schlechtes tun und versuchen, eine Gemeinde zu stigmatisieren.“ Vertreter von Politik, Gesellschaft und Glaubensgemeinschaften müssten nun für die von der Verfassung garantierte Religionsfreiheit eintreten. (epd/mig)

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