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Ein rassistischer Facebook-Eintrag der rechtsextremen NPD © facebook

„I am not your negro!”

SPD-Politiker stellt Strafanzeige gegen Facebook-Rassisten

SPD-Abgeordneter Karamba Diaby erfreut sich derzeit Solidaritätsbekundungen aus ganz Deutschland. Er hatte auf einen rassistischen Facebook-Post der rechtsextremen NPD reagiert und damit inzwischen eine Million Menschen erreicht.

Mittwoch, 23.08.2017, 4:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 23.08.2017, 16:19 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Ein rassistischer Facebook-Post der rechtsextremen NPD über den Halleschen Direktkandidaten der SPD, Karamba Diaby, hat eine Welle der Entrüstung losgetreten. Tausende Facebook-Nutzer haben als Reaktion ihre Solidarität bekundet. Inzwischen hat der Post eine Million Menschen erreicht.

Dazu Diaby: „Ich bin überwältigt von den Solidaritätsbekundungen aus ganz Deutschland. Das bestärkt mich in meiner Arbeit für eine offene und solidarische Gesellschaft. Wir dürfen dieses Land nicht denen überlassen, die spalten wollen. Sie begehen Raubbau an der Demokratie. Sie versuchen mit ihren rassistischen Kommentaren, Demokraten einzuschüchtern und mundtot zu machen. Ich habe deshalb entschieden, Strafanzeige gegen einzelne rassistische Kommentatoren zu stellen.“

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Die NPD hatte am Montagvormittag (21.08.) auf ihrer Facebook-Seite unter dem Post eines Wahlkampfbildes von Diaby geschrieben: „Deutsche“ Volksvertreter nach heutigem SPD-Verständnis.“ Unter dem Post wurden daraufhin weitere rassistische Beleidigungen geäußert, darunter auch Äußerungen wie „ein schwarzer Affe“, „Volksverräter“ und das „N-Wort“.

„I AM NOT YOUR NEGRO!”

Unter Verwendung des Titels des 2017 erschienenen Dokumentarfilms von Paoul Pecks über den afroamerikanischen Schriftsteller, James Baldwin, hatte Diaby gestern auf die rassistischen Kommentare auf seiner Facebook-Seite mit „I AM NOT YOUR NEGRO!” geantwortet.

Diaby hatte weiter erklärt: „Nicht die Hautfarbe und auch nicht die Herkunft entscheiden darüber, wer Bundestagsabgeordneter wird, sondern die Bürger dieses Landes, die mit überwältigender Mehrheit für eine offene und solidarische Gesellschaft einstehen. Ich werde mich nicht einschüchtern lassen und ich werde nicht aufgeben, mich für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft einzusetzen!“ (hs)

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  1. Ursula Becker sagt:

    Was bilden sich die Rassisten eigentlich ein? Dass sie die besseren Menschen sind? Sie sind das Gegenteil, sonst wären sie keine Rassisten.

  2. Antoinette de Boer sagt:

    Deutschland — eine „Reisenation“ —nichts dazugelernt ??? Wir sind a l l e Menschen ! Man muss sich nicht gegen Menschen wehren,sondern gegen Hass,Gewalt,Ungerechtigkeiten,begangen auf a l l e n Seiten ,gegen Machtmissbrauch und Diskriminierung auf a l l e n Seiten ,man muss sich breit informieren,darf nicht in seiner „Blase“ hängenbleiben,das kostet Zeit,das kann anstrengend sein,aber hilft,Frieden durch Verstehen zu erhalten und Kompromisse zu finden.