Kündigung, Rauswurf, Entlassung, Arbeit, Fristlos
Kündigung © MiG

Positionspapier

Arbeiterwohlfahrt will keine AfD-Mitglieder beschäftigen

Der Bundesverband der AWO hat ein Positionspapier zum Umgang mit der rechtspopulistischen Partei AfD erarbeitet. Wer dort Mitglied ist, kann gekündigt werden. Diese Partei sei unvereinbar mit Grundwerten der AWO.

Montag, 11.07.2016, 8:20 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 11.07.2016, 17:39 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Die Mitgliedschaft in der rechtspopulistischen AfD kann für Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt AWO ein Ende des Arbeitsverhältnisses nach sich ziehen. Die wiederholten rassistischen und menschenverachtenden Parolen von AfD-Politikern stünden im unvereinbaren Widerspruch zu den Grundwerten der AWO, heißt es in einem am Freitag in Magdeburg bekanntgewordenen Positionspapier des AWO-Bundesverbandes.

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Die AWO werde dieser Partei aktiv entgegentreten, heißt es weiter: „Sollten Mitarbeiter der AWO oder ein Mitglied sich zu rechtsextremen, rassistischen und menschenverachtenden Haltungen bekennen, ist eine Kündigung oder eine Auflösung der Mitgliedschaft mit der AWO anzustreben.“ Über eine Vereinbarkeit der Beschäftigung mit einer AfD-Mitgliedschaft soll aber im Einzelfall und nach einem persönlichen Gespräch entschieden werden.

Die Präsidentin des AWO-Landesverbandes Sachsen-Anhalt, Barbara Höckmann, betonte, „die Arbeiterwohlfahrt hilft jedem Menschen ohne Unterschied in ihren sozialen Einrichtungen und Diensten“. Vor dem Hintergrund des Erstarkens einer Partei, deren Führungspersonal die „Volksgemeinschaft“ wieder aufleben lassen wolle, sehe die AWO demokratische Werte bedroht.

Mit Blick auf die Bedeutung der „Volksgemeinschaft“ im Nationalsozialismus sagte Höckmann: „Wer für eine solche Weltsicht eintritt, arbeitet an der Abschaffung des modernen Sozialwesens und seiner Sicherungssysteme für sozial Benachteiligte.“ Zudem sei sie „höchst alarmiert, dass es organisatorische Schnittmengen zu rechtsradikalen Gruppen wie der Identitären Bewegung in Sachsen-Anhalt gibt, die offenkundig eng mit einzelnen Landtagsabgeordneten der AfD zusammenarbeiten“. (epd/mig)

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MiGDISKUTIEREN (Bitte die Netiquette beachten.)

  1. Catherine Szczesny sagt:

    Eine sehr lobenswerte Entscheidung! Auch anderen Vereinen zu empfehlen.

  2. aloo masala sagt:

    Eine diskriminierende Entscheidung, die nicht vereinbar mit unseren Grundwerten ist. Selbst wenn diese Entscheidung rechtlich möglich sein sollte, offenbart die AWO einen katastrophalen Umgang mit Menschen, deren Ideologie ihnen nicht gefällt. In der AWO sitzen somit genauso verbohrte und engstirnige Rechthaber wie in der AfD. Hier haben Mitglieder der AfD meine uneingeschränkte Solidarität.

  3. Volker K. sagt:

    Ich kann die Motivation der AWO zwar nachvollziehen, aber bestimmt nicht gut finden. Die AWO ist eine der größten Nutznießer der Zuwanderung und profitiert besonders von der hohen Zahl von Flüchtlingen, unabhängig woher sie kommen und was deren Gründe sind. Da ist das Interesse natürlich gering bei den eigenen Mitarbeitern eine andere meinung dazu zuzulassen. Mit dieser unverhohlenem Drohung will man natürlich erreichen daß die wirtschaftliche Grundlage des eigenen „Unternehmens“ nicht wegbricht. Ein vergleichbares Verhalten wird wohl auch Monsanto an den Tag legen wenn sich ein Mitarbeiter als Aktivist gegen genveränderte Pflanzen zu erkennen gibt. Nur wird Monsanto da weniger Sympathien erhalten als die AWO. Jeder der dem Entschluß der AWO Beifall spendet sollte mal einen Schritt weiter denken. Was wäre wenn RWE Mitglieder der Grünen kündigen wollte, oder andere profitorientierte Unternehmen Mitglieder der Linken rauswerfen? Würde das Verständnis dann auch noch so groß sein und wäre es dann auch eine Entscheidung die man Vereinen empfehlen würde? Wo fängt es an und wo hört es auf?

  4. posteo sagt:

    aloo masala sagt: Eine diskriminierende Entscheidung, die nicht vereinbar mit unseren Grundwerten ist.
    Im Grundsatz haben Sie Recht, ABER, die Arbeiterwohlfahrt ist eine Gründung der SPD und unterliegt damit womöglich den Sonderrechten eines Tendenzbetriebs (=Glaubensgemeinschaften und Parteien).
    Grundsätzlich ist jedoch anzumerken, dass geeignete Fachkräfte gerade im Pflegewesen nicht gerade dicht gesät sind, damit schneiden sich die Wohlfahrtsverbände ins eigene Fleisch, wenn sie zu sehr auf die Weltanschauung schauen.