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Menschen, Bevölkerung, Population, Demografie
Menschen © János Balázs @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Studie

Fremdenangst am stärksten in Regionen mit wenigen Migranten

Soziologische Studie der Universität Tübingen zeigt: In Zeiten hoher Einwanderung wächst die Fremdenangst – allerdings weniger in Regionen, in denen viele Migranten leben, sondern ausgerechnet dort, wo die wenigsten leben.

Dienstag, 21.06.2016, 8:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 08.01.2020, 15:44 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

In Gebieten mit wenigen Migranten ist die Angst vor Fremden stärker als in Regionen mit hohem Ausländeranteil. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Sozialwissenschaftlers Hannes Weber laut einer Mitteilung der Universität Tübingen vom Mittwoch. Demnach sind in den Landkreisen mit dem niedrigsten Zuwandereranteil die Ängste vor negativen Konsequenzen der Zuwanderung – etwa für Arbeitsmarkt oder Kriminalitätsrate – am weitesten verbreitet.

Weber erklärt diese Beobachtung damit, dass sich Menschen in ethnisch vielfältigeren Regionen offenbar stärker an die Präsenz von Menschen anderer Herkunft gewöhnt hätten. Dagegen fühle sich stärker bedroht, wer im Alltag wenigen Zuwanderern begegne, während gleichzeitig in den Medien über die hohe Zuwanderung diskutiert werde.

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Gleichzeitig beobachtet der Wissenschaftler allerdings, dass etwa in Stuttgart in den vergangenen 15 Jahren überproportional viele Deutsche aus Vierteln mit hohem Migrantenanteil weggezogen sind. Innerhalb von Städten seien eher die Bewohner in besser situierten Vierteln mit geringem bis moderatem Zuwandereranteil tolerant gegenüber Migranten eingestellt. „Das deutet darauf hin, dass Menschen der Zuwanderung besonders positiv gegenüber stehen, wenn sie zwar im Alltag sichtbar, aber weniger in der unmittelbaren Nachbarschaft zu finden ist“, sagte Weber. Räumliche Nähe zu Zuwanderern stelle deshalb nur bedingt ein „Rezept gegen Fremdenfeindlichkeit“ dar.

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Der Sozialwissenschaftler hatte für die Studie statistische Daten und Befragungen in Deutschland sowie Untersuchungen aus anderen europäischen Ländern ausgewertet. (epd/mig)

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