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Die Studie von "Open Doors" © Szene aus YouTube, Open Doors

Zweifel

Studie zu Christenverfolgung in Flüchtlingsheimen unseriös

Einer Studie des christlichen Hilfswerks "Open Doors" zufolge werden christliche Flüchtlinge wegen ihres Glaubens in Flüchtlingsheimen von Muslimen bedroht, geschlagen und sexuell belästigt. Bis zu 40.000 seien betroffen. Jetzt kommen erhebliche Zweifel an der Studie auf.

Montag, 23.05.2016, 8:19 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 13.07.2016, 17:11 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |   Drucken

Eine kürzlich veröffentlichte Erhebung über die angeblich systematische Verfolgung von christlichen Flüchtlingen durch Muslime in deutschen Asylbewerberheimen ist nach Recherchen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung von zweifelhafter Aussagekraft. Das zum evangelikalen Spektrum zählende christliche Hilfswerk „Open Doors“ hatte am 9. Mai eine Erhebung über „Religiös motivierte Übergriffe gegen christliche Flüchtlinge in Deutschland“ veröffentlicht und von flächendeckenden Fällen von Gewalt und Drangsalierung gegenüber Christen in den Unterkünften berichtet.

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Nun bestätigte die Organisation der Zeitung, dass fast zwei Drittel der in der Erhebung aufgeführten mutmaßlichen Opfer aus einer einzigen Gemeinde in Berlin stammten. In der Publikation heißt es aber: „Die Erhebung fand deutschlandweit statt.“ Die Prüfung eines dieser Fälle ergab begründete Zweifel an der Darstellung der Opfer. So erhob der Heimbetreiber seinerseits den Vorwurf, die mutmaßlichen Opfer hätten den Konflikt bewusst herbeigeführt, um eine Umsiedlung in eine bessere Unterkunft zu erreichen.

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In einem anderen von „Open Doors“ als besonders krass dargestellten Fall sagten der Betreiber der Unterkunft sowie ein Pfarrer, der das Opfer betreut, dass der christliche Glaube des Mannes nicht Ursache des Konflikts gewesen sei. Darüber hinaus konnte „Open Doors“ dem Bericht zufolge binnen einer Woche nicht einen einzigen Fall aus einer kirchlich betriebenen Unterkunft einer Nachprüfung zugänglich machen, obwohl Geschäftsführer Markus Rode erklärt hatte, er kenne 500 solcher Fälle.

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Studie sprach von systematischer Verfolgung

Christliche Organisationen, darunter das der theologisch konservativen Deutschen Evangelischen Allianz nahestehende Netzwerk „Open Doors“, hatten am 9. Mai Ergebnisse einer eigenen Umfrage in Flüchtlingsunterkünften vorgelegt. Darin sind 231 Fälle dokumentiert, in denen christliche Flüchtlinge angaben, aufgrund ihres Glaubens beleidigt, bedroht oder verletzt worden zu sein. In 86 Prozent der Fälle handelte es sich den Angaben zufolge um Menschen, die zum christlichen Glauben übergetreten sind.

Die Organisationen sprachen von einer systematischen Verfolgung durch vor allem muslimische Flüchtlinge und Wachdienste und warfen Politik und Kirchen vor, dies zu verharmlosen. Evangelische und katholische Kirche wiesen daraufhin den Vorwurf zurück, sie würden Drangsalierung christlicher Flüchtlinge in deutschen Asylheimen bagatellisieren, und verwiesen auf die unzureichende Datenlage zu dem Thema.

Katholiken warnen vor Trennung

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) etwa lehnte eine getrennte Unterbringung von christlichen und muslimischen Flüchtlingen entschieden ab. ZdK-Präsident Thomas Sternberg warnte vor einem „verheerenden Signal“, das damit verbunden wäre. Damit würde man dem Eindruck Vorschub leisten, „wir seien nicht fähig zur friedlichen Koexistenz“, argumentierte Sternberg. Man dürfe nicht „den Irrglauben schüren, dass Christen und Muslime nicht gut zusammenleben könnten“. Damit widersprach der ZdK-Präsident, der auch CDU-Landtagsabgeordneter in Nordrhein-Westfalen ist, dem christlichen Hilfswerk „Open Doors“.

Sternberg hält dagegen, man müsse sich „davor hüten, es als typisch islamisch darzustellen, wenn Christen in mehrheitlich von Muslimen bewohnten Flüchtlingsheimen bedrängt“ würden. Immerhin hätten Christen „rund 1.350 Jahre in Ländern des Nahen Ostens überwiegend friedlich, wenngleich nicht gleichberechtigt mit einer muslimischen Bevölkerungsmehrheit gelebt“. (epd/mig)

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