Enwicklungsminister

„Das sind keine Wirtschaftsflüchtlinge. Das sind Elends-, Hunger-, und Notflüchtlinge.“

"Auf dem Balkan gibt es keinen Grund für politische Verfolgung", sagt Entwicklungsminister Müller nach seinem Kosovo- und Serbienbesuch. Ein Roma-Lager bezeichnet er allerdings als ein "Schandfleck mitten in Europa". Man könn es den Menschen nicht verdenken, dass die Menschen flüchten.

Von Thomas Schiller, Tanja Tricarico Dienstag, 02.06.2015, 7:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 28.06.2015, 22:44 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Trotz der prekären Lage vor allem für die Gruppe der Roma hält Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) Serbien und Kosovo für sichere Herkunftsländer. „Auf dem Balkan gibt es keinen Grund für politische Verfolgung“, sagte Müller dem Evangelischen Pressedienst. Das müsse man den Menschen vor Ort klarmachen und ihnen sagen, dass sie in Deutschland keine Chance auf Asyl hätten. Müller zufolge kommen rund 60 Prozent der Asylbewerber in Deutschland aus den Balkanstaaten, mehr als 99 Prozent der Asylanträge werden abgelehnt.

Der CSU-Politiker äußerte sich im Anschluss an einen Besuch im Kosovo und in Serbien. Im serbischen Belgrad hatte Müller auch ein Roma-Lager besucht. „Dieses Lager ist ein Schandfleck mitten in Europa“, sagte Müller. Es gebe kein Wasser, die Menschen hausten in Verschlägen, und es gebe kaum Nahrungsmittel. „Man kann es den Menschen nicht verdenken, dass sie einen Ausweg aus einem ausweglosen Leben suchen“, sagte Müller: „Das sind keine Wirtschaftsflüchtlinge. Das sind Elends-, Hunger-, und Notflüchtlinge.“

Sein Ministerium will künftig verstärkt mit den Behörden vor Ort zusammenarbeiten und mehr Perspektiven für die Menschen schaffen. Vor allem den Kindern müsse man es ermöglichen, in die Schule zu gehen, sagte Müller. „Sie müssen aus dem Teufelskreis ihrer Eltern, den sie über Generationen gelebt haben, herauskommen.“ Dies werde nicht für alle gelingen. Aber viele würden dieses Leben nicht mehr wollen, betonte der Minister.

Mit Blick auf die Debatte um die Aufnahme von Flüchtlingen etwa aus Syrien in der EU forderte Müller eine differenzierte Betrachtung. „Es handelt sich um Menschen, die einen brutalen Krieg überlebt haben“, sagte der Minister: „Hier ist die Solidarität der Europäischen Union gefragt. Wir sind eine Wertegemeinschaft, die Europa unter Beweis stellen sollte.“ Im Moment werde die EU ihrer moralischen Verpflichtung nicht gerecht, sagte der Minister. Müller bezog sich dabei auch auf die Weigerung Großbritanniens, mehr Flüchtlinge aufzunehmen.

Zudem plädierte der Entwicklungsminister dafür, dass die EU schnell Verhandlungen etwa mit Libyen aufnimmt. Tausende Flüchtlinge würden dort auf eine lebensgefährliche Überfahrt nach Europa warten, sagte Müller. Dort müsse die EU schnell handeln. Trotz der gewaltsamen Auseinandersetzungen und der unterschiedlichen politischen Strömungen in Libyen müssten Gespräche mit den Gruppierungen aufgenommen werden. „Es gibt keine Alternative dazu, als in die Herkunfts- und Transitstaaten zu investieren“, sagte Müller.

Der CSU-Politiker unterstützte erneut die von Brüssel angestrebte Quotenregelung zur Aufnahme von Flüchtlingen, um eine bessere Verteilung in der EU zu ermöglichen. Zudem bekräftigte er seine Forderung nach einem Sonderfonds in Höhe von zehn Milliarden Euro für die Versorgung der Flüchtlinge aber auch zur Bekämpfung der Fluchtursachen in den Herkunfts- und Transitstaaten. Müller zufolge kann das Geld aus bereits vorhandenen EU-Töpfen organisiert werden. (epd/mig)

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  1. Volkswirt sagt:

    @Tei Fei Wenn man nach Ihrer Logik ginge, müsste Deutschland reich an der Krise in Griechenland werden. Das ist aber überhaupt nicht der Fall. Ihre Logik in diesem Punkt ist einfach krude. Die Armut des einen macht den anderen noch lange nicht reich. Das ist typisches Sozialistendenken nichts anderes. Wenn Sie alle Millionäre hierzulande enteignen würden, käme dabei buchstäblich nichts heraus. Die Regierung Hollande hat das auch gemeint. Sie bekommt jetzt ihre Quittung.

  2. Tai Fei sagt:

    @Rolfi
    Zu 1. Noch einmal der Hinweis, sehen Sie sich einfach die Statistiken der Reichstagswahlen an. KPD und SPD hatten nur minimale Verluste und immer ein relativ gleichbleibendes Ergebnis. Die Zuwächse der NSDAP basieren auf Verlusten der liberalen und nationalkonservativen Splitterparteien. Das ist ein Fakt, der nichts mit ihren „linksliberalen“ Kurs zu tun hat. Im Übrigen hat es eine geschichtliche Umbewertung erst NACH der Brand-Ära gegeben. Nämlich erst ab dem Zeitpunkt als relevante Stellen in Lehre, Bildung und Justiz nicht mehr von Altnazis dominiert wurden.
    Zu 2. Ist keine Behauptung, gilt immer noch als historisch erwiesen, auch wenn einige Reaktionäre das gerne relativiert hätten. Was das mit den Roma zu tun haben soll, weiß ich auch nicht, die haben SIE ins Spiel gebracht, in dem Sie Vergleiche zwischen dem Zwischenkriegs-DE und der heutigen Armut der Balkanländer verglichen haben. Der New Deal der USA setzte bereits 1933 ein. Da war an Rüstungsproduktion noch gar nicht zu denken. Tatsächlich wurden vor allem Infrastrukturprojekte verwirklicht. Ein wesentlicher Bestandteil war aber auch eine restriktive Besteuerung von Unternehmensgewinnen, hohen Vermögen und auch ein Goldverbot. Ferner wurde der Bankensektor stark reguliert und verkleinert.
    Zu3. Hier sollten Sie mal bei Wagenknecht nachlesen, die zitiert Erhard seit Neustem recht gerne. Sie werden sich wundern, was der alles so zu Umverteilung gesagt hat. Im Übrigen bin ich allerdings von diesem Arisierungsgewinnler auch nicht der größte Fan.
    Zu 4.
    Rolfi sagt: 9. Juni 2015 um 19:07
    „Bedeuten Schulden nicht automatisch, dass andere das Geld auf der hohen Kante haben. Wenn A bei B verschuldet ist, ist B bei C verschuldet und C bei A.“
    Schönes Bsp. geht aber an der volkswirtschaftlichen Realität völlig vorbei. Wenn das so funktionieren würde, warum gibt es denn dann steigende Staatsschulden und wiederum steigendes Volksvermögen? Wie kommt es, dass das Sichtvermögen der Dt. immer über der Staatsverschuldung liegt? Vielleicht mögen Sie daran nicht partizipieren, ich übrigens auch nicht, faktisch ist das aber gegeben. Ihr Bsp. klärt hier nicht einen Punkt. Tatsächlich gibt es in Ihrem Bsp. GAR KEINE Schulden. Wenn A seine Schulden nicht bei B bezahlt, bezahlt B seine nicht bei C und C nicht bei A – niemand hat Schulden, niemand hat Vermögen, tatsächlich hat sogar niemand Geld. Nun dürfen Sie sich gerne Fragen, warum das in der Realität irgendwie nicht so ganz klappt? Ein Tipp: Sie leben in einer Disney-Welt und projizieren den „Kreislauf des Lebens“ auf den „Kreislauf des Geldes“. Globale Volkswirtschaft ist aber kein Disney-Vergnügungspark oder wie man so schön sagt, kein Pony-Hof.

    Rolfi sagt: 9. Juni 2015 um 19:07
    „Schulden sind vorweggenommenes Wachstum, nichts anderes. Dieses Wachstum wird anderen weggenommen, unseren Kindern, Enkeln usw. Französische Banken sind z.B. wichtige Gläubiger der griechischen Banken. Und was haben Sie davon? Gar nichts. Sie müssen gerettet werden, damit sie nichtbankrott gehen.“
    Wieso sollten Schulden vorweg genommenes Wachstum sein? Allenfalls der Zins könnte so bezeichnet werden. Ein Kredit wird aufgenommen um Investitionen zu tätigen. Der Bankkredit steigert lediglich die Buchgeldmenge und ist nach Rückzahlung (oder Pleite) wieder verschwunden. Womit wir zu Kernpunkt kommen, wieso die Banken eigentlich gerettet werden mussten?

    Rolfi sagt: 9. Juni 2015 um 19:07
    „Einen langfristigen Profit für die “Reichen” (wer soll das sein?) gibt es nur auf dem Papier, denn in Wirklichkeit hat kein “Reicher” etwas davon, dass Banken gerettet werden müssen, dass Währungen inflationiert werden und dass das Heer der Armen von Tag zu Tag zunimmt. Das Problem des heutigen modernen Kapitalismus ist ein Problem der Arbeit und der Geldentwertung und nicht der falschen Verteilung.“
    Warum sollte ein „Reicher“ nichts von den Bankenrettungen gehabt haben. Wem gehören denn die Banken? Die gehören im doch nur noch einigen hundert Investmentgruppen, welche wiederum nur das Vermögen dieser „Reichen“ verwalten. Und nochmal unsere derzeitige Inflation liegt UNTER 2% damit liegt kaum eine Entwertung des Geldes vor. Wann akzeptieren Sie endlich mal Fakten. Dass das Heer der Armen wächst liegt eben sehr wohl an der Verteilung. Die Indirekten Steuern, welche arme Bevölkerungsgruppen mehr treffen sind ständig gestiegen. Die Steuern auf Kapitalgewinne, die vor allem Reiche betreffen, wurden wiederum fortwährend gesenkt. Der Anteil der Lohn- und Kapitalsteuer am Gesamtsteueraufkommen ist seit Jahren rückläufig. Da die Masse also immer weniger zur Verfügung hat, bleibt ihr nur zwei Alternativen. Konsum auf Kredit, siehe USA, Südeuropa oder Kosumverzicht, siehe DE (unsere Einzelhandelsbilanz stagniert SEIT 1994). Ersteres führt über kurz oder lang zu Pleiten, bei welchen größere Verluste gerne sozialisiert werden. Letzteres bewirkt ein negatives Investitionsklima für die Realwirtschaft, die ja auf Konsum basiert. Die öffentliche und private Investitionsrate stagniert z.B. seit Jahren in DE und liegt z.Z. sogar unter der Abschreibungsrate.

    Rolfi sagt: 9. Juni 2015 um 19:07
    Entscheidend ist, d a s s man aus einem Euro zwei Euro macht. Das nennt man dann Kapitalismus. Will man aus einem Euro zwei Euro machen, braucht man Kredit. Den muss man dann zurückbezahlen. Derjenige, der den Kredit vergibt, macht das dann auf etwas gehobener Ebene genauso. Er holt sich Geld, um aus Geld Geld zu machen…Problematisch wird es nur dann, wenn die Realwirtschaft nicht mehr mitspielt. Dann gibt es eine Kreditkrise, einen Börsencrash und eine Weltwirtschaftskrise. Die hat bekanntlich auch die “bösen” Milliardäre getroffen.“

    Ihre Analyse ist schon richtig, dass nennt man das Prinzip des Maximalprofits. Ihre Folgerung ist aber etwas abstrus. Wieso muss ich einen Kredit aufnehmen um aus einem zwei Euros zu machen? Das ist keineswegs kausal und so funktioniert auch nicht das kapital. Finanzwesen. Wenn es so wäre, würde das System recht gut funktionieren, da es ja tatsächlich auch ein Wachstum gibt, sprich es wird real Mehrwert erschaffen. Sie vergessen aber hier den Zwang zum Maximalprofit. Dieser Zwang ist es, der i.d.R. Blasen erzeugt. Nur 3% vorgehaltenes Kapital ist für die Banken Pflicht. Alle anderen Gelder der Bilanzen sind REINES Buchgeld. Ferner fragen Sie gar nicht, wieso „…die Realwirtschaft nicht mehr mitspielt.“ Die Realwirtschaft existiert ja nicht im luftleeren Raum, wie der Name schon schön ausdrückt. Die Realwirtschaft ist abhängig vom Verbrauch bzw. Konsum. Und wovon ist der letztendlich abhängig (?) von der Massenkaufkraft! Genau das wird immer gerne vergessen. Löhne und Gehälter werden in Unternehmen natürlich nur als Kostenfaktor gesehen. Betriebs- und vor allem volkswirtschaftlich ist das aber verkürzt. Irgendjemand muss ja die Waren auch kaufen. Der Arbeitsmarkt ist daher nicht mit anderen Märkten gleichzusetzen.
    Im Übrigen hat der letzte Finanzcrash eben NICHT die „bösen Milliardäre“ getroffen. Die Banken wurden ja gerettet, damit die Einlagen der Investmentgruppen und damit die Vermögen der Milliardäre. Sie müssen die Linie schon bis zum Schluss durchziehen.

    Damit wird dann nämlich auch die Frage der Verteilung relevant. Vermögen, welches sehr breit verteilt ist, fließt relativ schnell in den Konsum. Davon profitiert die Wirtschaft, es wird moderates Wachstum erzeugt und Investitionen lohnen sich um die Profitrate zu halten, da eine Steigerung der Produktivität erfolgt. Ab einem gewissen Vermögenspunkt fließt das Geld aber eben nicht mehr in den Konsum. Spätestens nach dem 10. Auto in der Garage spielt Konsum irgendwann keine Rolle mehr. Überschüssiges Vermögen wird investiert. Da die Profitraten der Realwirtschaft (sofern kein Monopol vorliegt) aber kaum über der Geldentwertung liegen können, konzentriert sich dieses Geld in Blasen und Scheininvestitionen (Betongold, Kunstgegenstände, Weine, Derivate) – siehe Prinzip des Maximalprofits.

  3. Tai Fei sagt:

    Volkswirt sagt: 10. Juni 2015 um 11:17
    „@Tei Fei Wenn man nach Ihrer Logik ginge, müsste Deutschland reich an der Krise in Griechenland werden. Das ist aber überhaupt nicht der Fall.“
    Doch z.Z. ist GENAU das Fakt. DE leiht sich Geld für nahe Null % und vergibt Kredite an Griechenland, welches sich am Kapitalmarkt selbst keine Kredite leisten kann. Natürlich werden diese Kredite von DE an Griechenland eben nicht für 0% vergeben. Sprich DE sackt z.Z. Zinsgewinne ein.

  4. Tai Fei sagt:

    PS: @Volkswirt, bitte ändern Sie ihren Namen. Sie machen der Branche keine Ehre, zumal sie eh schon angeschlagen ist. ;)

  5. Volkswirt sagt:

    @Tei Fei Sie haben einfach null Ahnung, was Ökonomie anbelangt. Die Profitrate steigt nicht mit der Produktivität, sondern sie s i n k t. Da der Anteil menschlicher Arbeitskraft an der zu verkaufenden Ware mit zunehmender Produktivität sinkt, wird die Ware billiger, weil sie weniger Kosten verursacht. Billigere Ware führt zu sinkenden Profiten, gleichzeitig aber zu einer Ausweitung des Marktes, da die Ware für mehr Menschen erschwinglich wird (man denke nur an Mobiltelefone, PCs etc.). Das ist eine wichtige Antriebsfeder für die Globalisierung.
    Das Problem liegt darin, dass immer mehr vorinvestiert werden muss. Je fortschrittlicher ein Produktionsprozess, umso höher sind die Vorauskosten. Die müssen durch Kredit finanziert werden. Je geringer der Profit und je höher die Vorauskosten, umso instabiler wird das System. Das ist die Ursache für die jetzige Krise. Als weiteres Problem kommt hinzu, dass
    die Deinidustrialisierung zu einer strukturellen Sockelarbeitslosigkeit bzw. zu einem Billiglohnsektor weltweit führt. Alle diese Probleme kann man durch „Umfairteilung“ nicht lösen. Z.B. zeigt sich schon jetzt, dass das chinesische Wirtschaftswunder eine Luftblase ist, weil die zunehmende Automatisierung durch Roboter immer effektiver wird. Die Krise des Kapitalismus ist eine Krise der Arbeit, weniger die des Geldes. Das Kapital wird gewissermaßen arbeitslos, weil die Konsumenten wegfallen. Durch „produktiven“ Konsum kann das nicht ausgeglichen werden, sondern nur durch Konsum durch Schulden. Der Konsum lebt entweder indirekt von Defizitkreisläufen (deutscher Export in Schuldenländer) oder direkt von Schulden (z.B. Türkei, USA). Finanziert wird das durch die Notenpresse.
    Wirtschaftskreisläufe werden heutzutage durch Defizitkonjunkturen am Leben gehalten. Das erklärt ja dann wohl auch die irrational steigenden Börsenkurse und die gigantisch zunehmende Staatsverschuldung.

    Die Umverteilung von Vermögenswerten ändert an dieser Krise der Arbeit nichts, ja sie führt nicht einmal dazu, dass mehr erwirtschaftet wird. Denn wer arbeitet schon eifrig, wenn ihm in die Tasche gelangt wird? Der Durchschnittsbürger wird so und so nichts von ihrem „Umverteilungs-Programm“ haben. Bestenfalls werden Unternehmer ihre Produktion verlagern und Anleger sich einen anderen Standort suchen. Eine Verstaatlichung der Unternehmen und eine Enteignung der Bankeinlagen wird Ihnen nichts bringen. Das würde nur zu schwersten Verwerfungen gerade im Sozialbereich führen. Aber man kann ja immer noch an den von Ihnen so geliebten „Staatskapitalismus“ glauben und ausblenden, dass der schon längst gescheitert ist. „Ihr“ Wachstum bringt nichts. Ich frage: Wachstum auf welcher Basis? Antwort: Auf der Basis von Schulden, die nie mehr bezahlt werden können. Und Umverteilung für wen denn? Für die funktionslose Unterschicht? Auf Kosten der schwindenden Mittelschicht? Auf Kosten der „Reichen“? Bitteschön, aber nicht vergessen die „Reichen“ sind Deutschlands wichtigste Arbeitgeber. Ohne die liefe in unserem wunderschönen Export gar nichts. Und ohne den wäre in Deutschland schon längst tote Hose. Im Übrigen sind 5 Billionen Barvermögen bei 80 Millionen Menschen gar nicht so viel, wie Sie meinen. Das macht gerade mal 60000 Euro pro Kopf. Da können Sie sich zwei Autos kaufen, wenn der Kommunismus eingeführt wird. Toll. Welchen Sinn hat da Umverteilung? Gar keinen. Oder wollen Sie die nächste Aldifiliale ansägen oder für sich okkupieren, damit die Aldis nicht mehr so reich und privilegiert sind?

  6. Tai Fei sagt:

    Volkswirt sagt: 10. Juni 2015 um 22:14
    „@Tei Fei Sie haben einfach null Ahnung, was Ökonomie anbelangt. Die Profitrate steigt nicht mit der Produktivität, sondern sie s i n k t. Da der Anteil menschlicher Arbeitskraft an der zu verkaufenden Ware mit zunehmender Produktivität sinkt, wird die Ware billiger, weil sie weniger Kosten verursacht. Billigere Ware führt zu sinkenden Profiten, gleichzeitig aber zu einer Ausweitung des Marktes, da die Ware für mehr Menschen erschwinglich wird (man denke nur an Mobiltelefone, PCs etc.). Das ist eine wichtige Antriebsfeder für die Globalisierung. Das Problem liegt darin, dass immer mehr vorinvestiert werden muss. Je fortschrittlicher ein Produktionsprozess, umso höher sind die Vorauskosten. Die müssen durch Kredit finanziert werden. Je geringer der Profit und je höher die Vorauskosten, umso instabiler wird das System. Das ist die Ursache für die jetzige Krise.“

    Das ist nur halb wahr. Zunehmende Produktivität bewirkt ein Sinken der Lohn-Stück-Kosten, was wiederum die Profitrate steigen lässt. Dadurch können Produkte billiger angeboten werden, was wiederum die Kosten für Folgeprodukte sinken lässt. Billigere Preise mit niedrigeren Profiten gleichzusetzen ist Quatsch. Es ist auch nicht richtig. immer höhere Vorauskosten für höherwertigere Produktionsprozesse vorauszusetzen, eben weil die gesteigerte Produktivität als Kostenbremse wirkt. Die Ursache für unsere jetzige Krise ist eher in der Problematik des Absatzes zu sehen. Mit dem Umschwenken auf eine angebotsorientierte Wirtschaft steigert sich diese Krise immer weiter auf.

    Volkswirt sagt: 10. Juni 2015 um 22:14
    „Als weiteres Problem kommt hinzu, dass die Deinidustrialisierung zu einer strukturellen Sockelarbeitslosigkeit bzw. zu einem Billiglohnsektor weltweit führt. Alle diese Probleme kann man durch “Umfairteilung” nicht lösen.“

    Das ist nur Ihre Feststellung, die sie nicht begründen. Natürlich kann eine „Umfairteilung“ die allgemeine Krise des kapitalistischen Systems nicht lösen, aber hinauszögern. Ferner ist doch der „Billiglohnsektor“ eine politische Entscheidung und hat nicht mit der Deindustrialisierung zu tun. DE hat in Europa den größten Billiglohnsektor und viel geringere Probleme mit der Deindustrialisierung als Spanien oder Frankreich. Das ist also keineswegs kausal.

    Volkswirt sagt: 10. Juni 2015 um 22:14
    „Z.B. zeigt sich schon jetzt, dass das chinesische Wirtschaftswunder eine Luftblase ist, weil die zunehmende Automatisierung durch Roboter immer effektiver wird.“

    Dem wird inzwischen ja gegengesteuert. China will seine Abhängigkeit vom Export reduzieren, beschreitet inzwischen also den umgekehrten Weg als DE. Daher kann auch nicht unbedingt von einer Luftblase die Rede sein, immerhin hat China ein kleineres Handelsdefizit als DE. DE verschenkt seine Waren, nicht China.

    Volkswirt sagt: 10. Juni 2015 um 22:14
    „Die Umverteilung von Vermögenswerten ändert an dieser Krise der Arbeit nichts, ja sie führt nicht einmal dazu, dass mehr erwirtschaftet wird. Denn wer arbeitet schon eifrig, wenn ihm in die Tasche gelangt wird? Der Durchschnittsbürger wird so und so nichts von ihrem “Umverteilungs-Programm” haben. Bestenfalls werden Unternehmer ihre Produktion verlagern und Anleger sich einen anderen Standort suchen.“

    „Dem Durchschnittsbürger“ muss gar nicht in die Tasche gegriffen werden und er muss eigentlich auch nicht eifriger arbeiten. Im Gegenteil um seinen Lebensstandard halten zu können, müsste er in Zukunft sogar immer weniger arbeiten, da ja die Produktivität zunimmt. Natürlich steht es dem Unternehmer immer noch frei seine Produktion zu verlagern. Das ließe sich aber politisch erschweren. Nur ist das halt z.Z. nicht gewollt. Wie sonst ließe sich erklären, dass ein Briekasten in Luxemburg reicht, um für seine Produktion in DE keine Steuern zahlen zu müssen.

    Volkswirt sagt: 10. Juni 2015 um 22:14
    „Eine Verstaatlichung der Unternehmen und eine Enteignung der Bankeinlagen wird Ihnen nichts bringen. Das würde nur zu schwersten Verwerfungen gerade im Sozialbereich führen. Aber man kann ja immer noch an den von Ihnen so geliebten “Staatskapitalismus” glauben und ausblenden, dass der schon längst gescheitert ist.“

    Ob eine Verstaatlichung von Unternehmen was bringt ist gar nicht das Thema. Verstaatlichung habe ich NIE erwähnt. Allerdings sehe ich auch keine großen Verwerfungen im Sozialbereich. Der Sozialbereich ist doch noch am ehesten unter staatlicher Kontrolle bzw. Teil eines staatl. geförderten Sozialversicherungssystems.

    Ob Staatskapitalismus gescheitert ist, wird sich noch zeigen. China und Indien betreiben genau den.

    Volkswirt sagt: 10. Juni 2015 um 22:14
    „Und Umverteilung für wen denn? Für die funktionslose Unterschicht? Auf Kosten der schwindenden Mittelschicht?“

    Die „Mittelschicht“ schwindet doch jetzt schon und das ganz OHNE „Umfairteilung“. Ferner bleibt immer noch das Problem der Unterschicht, welche Sie funktionslos bezeichnen. 1. Ist sie gar nicht funktionslos, denn auch sie trägt ja zum Absatz bei und zahlt in jedem Prozess der Lebensführung Steuern. 2. Selbst wenn Sie funktionslos wäre, was wollen Sie mit ihr anstellen? Ausrotten etwa? Darauf läuft Ihr System doch hinaus!

    Volkswirt sagt: 10. Juni 2015 um 22:14
    „Auf Kosten der “Reichen”? Bitteschön, aber nicht vergessen die “Reichen” sind Deutschlands wichtigste Arbeitgeber. Ohne die liefe in unserem wunderschönen Export gar nichts. Und ohne den wäre in Deutschland schon längst tote Hose.“

    Sie vergessen, dass Ihr „wunderschöner Export“ real gar nichts beisteuert. Da DE jedes Jahr ein höheres Plus in der Außenhandelsbilanz aufweist, macht die Exportwirtschaft z.Z. nichts anderes als unsere Werte zu verschenken. Was bekommen wir denn für unsere Exportprodukte – ausländische Schuldverschreibungen. Ganz tolle Leistung!

    Volkswirt sagt: 10. Juni 2015 um 22:14
    „Im Übrigen sind 5 Billionen Barvermögen bei 80 Millionen Menschen gar nicht so viel, wie Sie meinen. Das macht gerade mal 60000 Euro pro Kopf.“

    Ja, ja Blub, blubb. Der See war im Durchschnitt nur einen halben Meter tief und dennoch ist die Kuh drin ertrunken. Durchschnitt ist Blödsinn, Sie sollten hier den Median heranziehen, dann sieht die Sache schon ganz anders aus.

  7. Karlochen sagt:

    @Tei Fei „Die Blindheit und intellektuelle Fahrlässigkeit, mit der wir dem Versorgungs- und Wohlfahrtsstaat zusteuern, kann nur zu unserem Unheil ausschlagen. Dieser Drang und
    Hang ist mehr als alles andere geeignet, die echten mensch- lichen Tugenden: Verantwortungsfreudigkeit, Nächsten- und Menschenliebe, das Verlangen nach Bewährung, die Bereitschaft zur Selbstvorsorge und noch vieles Gute mehr allmählich aber sicher absterben zu lassen – und am Ende steht vielleicht nicht die klassenlose, wohl aber die seelenlos mechanisierte Gesellschaft.“ (Ludwig Erhard) Soviel zu Ihrer Umverteilung

  8. Tai Fei sagt:

    PS:
    Ich muss Sie im Übrigen noch mal fragen, was für eine „Wirt“ sind Sie eigentlich?

    Volkswirt sagt: 10. Juni 2015 um 22:14
    „Da der Anteil menschlicher Arbeitskraft an der zu verkaufenden Ware mit zunehmender Produktivität sinkt, wird die Ware billiger, weil sie weniger Kosten verursacht. Billigere Ware führt zu sinkenden Profiten, gleichzeitig aber zu einer Ausweitung des Marktes, da die Ware für mehr Menschen erschwinglich wird (man denke nur an Mobiltelefone, PCs etc.). Das ist eine wichtige Antriebsfeder für die Globalisierung.

    Ich fasse IHRE Kausalkette mal zusammen
    Produktivitätserhöhung senkt Anteil mensch. Arbeitskraft. > Produkt wird in der Herstellung billiger, da Kosten sinken > damit sinkt Profitrate, weil Herstellung günstiger
    Im zweiten Teil des Absatzes geht es munter weiter
    Sinkende Preise für Produkte > höherer Absatz > höherer Absatz wiederum sinkende Profitrate
    Leben Sie im Ticka-Tacka-Land, 2×3=4? Bei Ihrer Kausalkette bekommt jeder BWLer einen Lachanfall und ein RICHTIGER Volkswirt einen Herzkasper.

  9. Thilo sagt:

    @Tei Fei Ach nein. Richtige Volkswirte würden Ihre postlinken Ansichten erst recht verspotten.
    Ich verstehe Ihre Polemik nicht. Die Betrachtung ist völlig richtig. In der Computer und Chipindustrie lässt sich das Gesetz der fallenden Profitrate am Besten nachverfolgen. Kostete ein Computer zu Beginn der 70er Jahre noch so viel wie ein Privatflugzeug, hat ihn heute jeder zweite Afrikaner in der Hosentasche. Dieser Sachverhalt ist keineswegs ein Segen, weil dadurch eine hochwertige, viel Gewinn bringende Ware zum Billigprodukt mutiert. eine der Gründe, wieso Siemens, Nokia usw. gescheitert sind – sie waren zu teuer.
    Ähnlich verhält es sich im Verwaltungsbereich. Wo man früher fünf Leute benötigt hat, reichen heute zwei, dank der Digitalisierung und so geht es weiter. Anders war das früher. Da konnte durch die technische Revolution noch menschliche Arbeitskraft mobilisiert werden, etwa im Autobau, im Straßenbau oder bei der Produktion von Konsumgütern. Aber das ist heutzutage anders. Was heute noch der Inder und Chinese produziert, wird morgen von Robotern erledigt. Die Digitalisierung ist die logische Folge des ökonomischen Konkurrenzdruckes. Sie führt zur Entwertung der Arbeitskraft und damit zur strukturellen Massenarbeitslosigkeit. Dadurch entstehen weltweit betrachtet Wohlstandsinseln und Zusammenbruchsregionen. Wenn wir in der 3. Welt eine Agrarkrise haben, hängt das zentral damit zusammen, dass die westlichen Staaten unendlich viel produktiver sind. Mit dem Ochsen können Sie nun mal nicht gegen einen hochtechnisierten Traktor antreten. Umgekehrt können sie in westlichen Ländern nicht mehr Produkte herstellen, die früher einmal seht teuer waren, etwa Textilien, weil die anderswo sehr viel billiger produziert werden können. All das sind Binsenweisheiten, welche die realwirtschaftlichen Probleme sehr genau und sehr praxisnah umreissen. Die Krise hat nicht nur ihre Ursachen im „Spekulationshimmel“, sondern gerade auch im Alltag. Ist Ihnen vielleicht schon einmal aufgefallen, dass auch in die Deutschland die industrielle Basis zusammenschrumpft? Mit dem „Wohlstand“ und der angeblichen „Raffgier“ der „bösen“ „Reichen“ lässt sich dieses Phänomen keinesfalls erklären.

  10. Tai Fei sagt:

    Thilo sagt: 11. Juni 2015 um 16:18
    „@Tei Fei Ach nein. Richtige Volkswirte würden Ihre postlinken Ansichten erst recht verspotten.Ich verstehe Ihre Polemik nicht. Die Betrachtung ist völlig richtig. In der Computer und Chipindustrie lässt sich das Gesetz der fallenden Profitrate am Besten nachverfolgen. Kostete ein Computer zu Beginn der 70er Jahre noch so viel wie ein Privatflugzeug, hat ihn heute jeder zweite Afrikaner in der Hosentasche. Dieser Sachverhalt ist keineswegs ein Segen, weil dadurch eine hochwertige, viel Gewinn bringende Ware zum Billigprodukt mutiert. eine der Gründe, wieso Siemens, Nokia usw. gescheitert sind – sie waren zu teuer.Ähnlich verhält es sich im Verwaltungsbereich. Wo man früher fünf Leute benötigt hat, reichen heute zwei, dank der Digitalisierung und so geht es weiter. Anders war das früher. Da konnte durch die technische Revolution noch menschliche Arbeitskraft mobilisiert werden, etwa im Autobau, im Straßenbau oder bei der Produktion von Konsumgütern.

    Der Preis eines Produkts hat nur wenig mit der Profitrate zu tun. Ein Computer hat früher in der Herstellung deutlich mehr gekostet als heute. Die Produktion ist billiger geworden, deshalb sind die Preise gefallen, aber nicht zwangsläufig die Profitrate, Apple könnte sein IPhone für den amerikan. Markt gut in den USA selbst herstellen. Nur läge der Reingewinn dann nicht bei 60% sondern nur zwischen 40-50%. Die Arbeitsproduktivität an sich ist hier also gar nicht der Punkt. Der Anteil menschl. Arbeitskraft durchaus. Weder Sie noch dieser „Volkswirt“ begründen aber WARUM der Anteil menschl. Arbeitskraft einen entscheidenden Einfluss hat. Wenn Sie das nämlich begründen würden, müssten Sie einräumen, dass eine Verteilung von unten nach oben stattfindet – die Schlagworte sind hier Repoduktionskosten und Mehrwert. Davor drücken Sie sich aber.

    Thilo sagt: 11. Juni 2015 um 16:18
    Aber das ist heutzutage anders. Was heute noch der Inder und Chinese produziert, wird morgen von Robotern erledigt. Die Digitalisierung ist die logische Folge des ökonomischen Konkurrenzdruckes. Sie führt zur Entwertung der Arbeitskraft und damit zur strukturellen Massenarbeitslosigkeit. Dadurch entstehen weltweit betrachtet Wohlstandsinseln und Zusammenbruchsregionen.

    Das ist völlig richtig und ist Bestandteil der allgemeinen Krise des Kapitalismus. Dieses Problem kann nicht im kapitalistischen System gelöst werden. Das Problem kann aber hinausgezögert werden. Dies würde jedoch dem Streben nach Maximalprofit im Wege stehen. Außerdem ignorieren Sie hier einen wesentlichen Punkt. Was machen die Menschen in den Zusammenbruchregionen? Meinen Sie, die bleiben da, verhungern und kucken zu, wie am anderen Ende der Welt „Wohlstandinseln“ entstehen, in denen die größte Sorge der Menschen ist, auch ja das neuste IPhone zu bekommen?

    Thilo sagt: 11. Juni 2015 um 16:18
    „Wenn wir in der 3. Welt eine Agrarkrise haben, hängt das zentral damit zusammen, dass die westlichen Staaten unendlich viel produktiver sind. Mit dem Ochsen können Sie nun mal nicht gegen einen hochtechnisierten Traktor antreten….. All das sind Binsenweisheiten, welche die realwirtschaftlichen Probleme sehr genau und sehr praxisnah umreissen.“

    Bei Ihren „Binsenweisheiten“ vergessen Sie aber hier einen wesentlichen Punkt. Natürlich sind die afrikanischen Staaten keine gleichwertigen Konkurrenten. Nur wird hier das Problem ja politisch zum Nutzen der westl. Nationen gesteuert über Weltbank, IMF und WTO. Die westl. Überproduktion überschwemmt die afrikan. Märkte mit billigen Produkten und diese Staaten werden gezwungen (Streichung von Krediten) ihre Märkte für diese Produkte zu öffnen. Man könnte nämlich sehr wohl Schutzzölle einführen um die heimische Wirtschaft zu schützen, was aber den westl. Industrienationen zuwider laufen würde. Durch ihre schwache Verhandlungsposition sind diese Staaten auch gezwungen, ihre einheimische Agrarwirtschaft zusätzlich zu schwächen. So ist Landgrabbing in der 3. Welt sehr verbreitet. Nehmen wir mal Kambodscha. Dort sind knapp 75% der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen an Konzerne verpachtet, die dort im Wesentlichen den Anbau von Kautschuk oder Palmöl betreiben. In afrikan. Staaten ist das ähnlich. Nun könnte man ja sagen, die tauschen einfach Kautschuk gegen Reis und schon sind sie fester Bestandteil des Weltmarktes. Hier kommt jedoch ein zweiter wichtiger Punkt (nach der menschl. Arbeitskraft) ins Spiel. Die Berechnung des korrekten Wertes natürlicher Ressourcen. Genau die ist nämlich nicht gegeben. Diese Monokulturen laugen die Böden aus und nach einigen Jahren gehen die Erträge aus diesen Plantagen zurück. Danach sind die Böden aber auch nicht mehr für die normale Landwirtschaft zu gebrauchen. Die einheimische Argarwirtschaft hätte diesen Faktor berücksichtigt, ähnlich dem Drei-Felder-System, was früher in Europa zur Anwendung kam. Hinzu kommt die Verdrängung von einheimischen Pflanzen zugunsten von gezüchteten Hybridpflanzen oder gar genmanipulierten. Die bringen zwar zuerst mehr Erträge verhindern aber Nachbau. Ferner benötigen diese Pflanzen oft noch zusätzlichen teuren Industriedünger um die Erträge überhaupt zu erbringen. Letztes Problem der 3. Welt ist auch der Handel mit CO2-Zertifikaten. Dies führt in der dritten Welt zu Landvertreibungen von Bauern zugunsten von Baumplantagen, welche angeblich das Zuviel produzierte CO der Industriestaaten dort kompensieren soll. In Südamerika bestehen die Plantagen in letzter Zeit oft aus Eukalyptusbäumen, die wiederum den Boden auslaugen

    Thilo sagt: 11. Juni 2015 um 16:18
    „Umgekehrt können sie in westlichen Ländern nicht mehr Produkte herstellen, die früher einmal seht teuer waren, etwa Textilien, weil die anderswo sehr viel billiger produziert werden können“

    Wieso können wir in Europa keine Textilien mehr herstellen? Es gibt noch einige Firmen, die das können und dabei keinen Verlust erwirtschaften. Sie vergessen, dass die Wirtschaft keineswegs Naturgesetzen folgt.

    Thilo sagt: 11. Juni 2015 um 16:18
    „Die Krise hat nicht nur ihre Ursachen im “Spekulationshimmel”, sondern gerade auch im Alltag. Ist Ihnen vielleicht schon einmal aufgefallen, dass auch in die Deutschland die industrielle Basis zusammenschrumpft?“

    Ja, nur was wollen Sie denn dagegen tun? Sie stellen doch selber fest, dass der Faktor der menschl. Arbeit immer weiter entwertet wird, was allerdings nur die halbe Wahrheit ist (aber lassen wir das mal so stehen). Was wollen Sie dann mit den ganzen Menschen machen? Die verschwinden ja nicht. Mit Ihren „BWL-Binsenweisheiten“ kommen Sie hier nämlich nicht weiter. Damit bleibt das Problem der Verteilung der Ressourcen bestehen, es sei denn Sie wollen Soylent Grün einführen.

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