Wirtschaftsflüchtlinge

Ein bedingungsloses Ja zu den christlich-abendländischen Werten

Ok-Hee Jeong und ihre zwei Geschwister waren drei, fünf und acht Jahre als ihre Eltern sie in Korea ließen und nach Deutschland zogen. Das war in den 70ern. Heute würde man sie als Wirtschaftsflüchtlinge bezeichnen und nicht haben wollen.

Von Ok-Hee Jeong Dienstag, 03.02.2015, 8:25 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 08.02.2015, 11:54 Uhr Lesedauer: 8 Minuten  |   Drucken

Jak (Name geändert), ein Freund aus Gambia, bedeutet seine Familie ebenfalls alles. Daher lebt er schon seit mehreren Jahren in Deutschland. Die Pegida-Anhänger würden ihn einen Wirtschaftsflüchtling bezeichnen. Nicht religiöse und politische Verfolgung trieb ihn von seiner Heimat weg, sondern Armut und Perspektivlosigkeit. Hier in Deutschland lebt er immer wechselnd zwischen Hartz IV und den Jobs als Küchenhilfe.

Die Augen des sonst so stolzen Mannes sind stets melancholisch. Er vermisst seine Heimat. Vielleicht vermisst er auch das Leben, das er trotz Armut als geachteter Mann leben konnte in seinem Dorf. Hier in Deutschland ist er auf der untersten Stufe des Prekariats und der deutschen Gesellschaft. Aber dennoch möchte er in Deutschland bleiben. Denn er ist der Älteste seiner Großfamilie. Er ist verantwortlich für sie. Und es macht ihn wahnsinnig, dass er ihnen nicht so helfen kann, wie er es gern täte. Bei allen Telefonaten, die sie führen, bitten sie ihn um Geld. Für Nahrungsmittel. Für Elektrizität. Für Medizin. Für Arztbesuch. Für Schulbesuch. Alles kostet Geld. Geld, was sie dort nicht haben. Geld, was er hier nicht hat. Es macht ihn wahnsinnig, dass er ihnen nicht so helfen kann, wie er es gern täte. Er kann sich ja kaum selber helfen in diesem Land. Aber wieder zurückkehren in seine Heimat? Dort hat er noch weniger Perspektive als hier. Seine deutsche Freundin Elke, die Humanistische Lebenskunde an einer Grundschule unterrichtet, versucht ihm zu helfen, so gut wie es geht, und versucht für Jaks Verwandtschaft Geld- und Kleidungsspenden über Freunde zu sammeln, nachdem sie Jaks Heimat besucht hat. Rund fünfzig Euro sind notwendig, damit ein Kind dort ein Jahr zur Schule gehen kann. Als Elke aus Gambia zurückkommt, ist sie erschüttert: „Wir beklagen uns, dass wir wenig Geld haben? Ok-Hee, du kannst gar nicht vorstellen, wie das Leben dort aussieht. Hier wissen wir doch gar nicht, was wirkliche Armut ist.“

Ja, wer will denn schon freiwillig sein Heimatland verlassen? Heimat ist der Ort, wo man seine Eltern hat, wo man seine Kinder hat, wo man seine Geschwister hat, wo man seine Freunde hat, wo man die Erinnerung der Kindheit einatmen kann. Wenn man nicht getrieben wäre von existenziellen Sorgen, wenn nicht der Krieg, politische oder religiöse Verfolgung oder Hunger oder Armut oder Perspektivlosigkeit einen wegtreiben würde aus der Heimat, wer wollte da freiwillig sein Zuhause verlassen? Aus freien Stücken sein Heimatland zu verlassen, mag Abenteuerlust und Freude und Gänsehaut bringen, aber sein Heimatland verlassen zu müssen, in die ungewisse Fremde gehen zu müssen, wo man nicht einmal die Sprache versteht und seine geliebten Menschen verlassen und zurücklassen zu müssen, – das muss einem das Herz zerreißen.

Auch die Pegida-Anhänger, die in Dresden für den Schutz des christlichen Abendlandes auf die Straßen gehen, müssen seit der Wende unmittelbar am eigenen Leib die Binnenmigration und Auswanderung ihrer Familien, Verwandten, Nachbarn und Freunden massiv erfahren haben. Vielleicht sind sie gerade diejenigen, die die Flüchtlinge, besonders die Wirtschaftsflüchtlinge aus anderen Ländern, mehr als gut verstehen könnten. Verstehen, welche mehr als berechtigten Gründe die Menschen aus der eigenen Heimat wegtreiben können. Dass man manchmal einfach keine andere Wahl hat, wenn man überleben möchte.

Ist es unser Verdienst und gottgegebenes Recht, dass wir in einem reichen Land wie Deutschland leben? Es ist leider nur einer banalen Laune des Schicksals geschuldet, dass wir in diesem reichen Land geboren wurden, und nicht in einem Gebiet, wo Hunger oder Krieg herrscht. Die christlichen Werte des Abendlandes schützen? Christlich-abendländische Werte wie Dankbarkeit in Demut über diesen glücklichen Zufall? Christlich-abendländische Werte wie die Nächstenliebe, wovon Jesus predigte?

„Und es trat zu ihm einer von den Schriftgelehrten, der ihnen zugehört hatte, wie sie miteinander stritten. Und als er sah, dass er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: ‚Welches ist das höchste Gebot von allen?‚ Jesus antwortete ihm: ‚Das höchste Gebot ist das: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften.‚ Das andre ist dies: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Es ist kein anderes Gebot größer als diese.‚“ (Markus 12,28-31)

Demut und Nächstenliebe. Der Schutz dieser christlich-abendländischen Werte, das verlangt wahrhaftig ein bedingungsloses Ja.

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  1. Sigi sagt:

    Ich denke wir sind den abendländischen Werten sicherlich verpflichtet, wir sind aber auch anderen Werten verpflichtet, nämlich den Geld-Werten. Geld regiert die Welt und ohne Geld ist man kein Mensch. Will man andere wie Menschen behandeln, braucht man Geld. Folglich hat man eine Verantwortung gegenüber dem Geld. Geld ist eine endliche Ressource, darum ist Menschenliebe auch eine endliche Ressource. Kann eine Menschenliebe, die das Machbare vergisst, eine wirkliche Menschenliebe sein? Hier kommt die „Verantwortung“ ins Spiel. Ist es richtig gegen Pegida zu demonstrieren, aber nicht gegen Billionenschuldenlasten für zukünftige Generationen? Hat es einen Sinn, vom Reichtum dieses Landes zu reden, wenn zukünftige Generationen deutlich weniger Rente haben werden?

    Ich habe noch keinen katholischen Bischof erlebt, der gesagt hätte: „Ihr behandelt die Jugend falsch!“

  2. Tai Fei sagt:

    Sigi sagt: 3. Februar 2015 um 11:31
    …Geld ist eine endliche Ressource, darum ist Menschenliebe auch eine endliche Ressource. Kann eine Menschenliebe, die das Machbare vergisst, eine wirkliche Menschenliebe sein? Hier kommt die “Verantwortung” ins Spiel. Ist es richtig gegen Pegida zu demonstrieren, aber nicht gegen Billionenschuldenlasten für zukünftige Generationen? Hat es einen Sinn, vom Reichtum dieses Landes zu reden, wenn zukünftige Generationen deutlich weniger Rente haben werden?“

    Geld ist keine Ressource, es ist ein Tauschwert und ein ziemlich ideeller noch dazu. Ferner ist Geld ein Nullsummenspiel. Die Schulden des Einen sind IMMER die Guthaben des Anderen und zwar IMMER der aktuellen Generation, weil jede Generation nur das verbrauchen kann, was erzeugt wird. Soziale „Billionenschuldenlasten“ sind daher lediglich ein Verteilungsproblem, das diesen ja private „Billionenguthaben“ gegenüberstehen. Ferner wird die Umlagerente gar nicht über Schulden finanziert, sondern über aktuelle Zahlungen der Rentenversicherungspflichtigen an die Rentenempfänger. Wenn eine Wirtschaft also einem Wachstum unterliegt, kann die Rente einer zukünftigen Generation gar nicht niedriger ausfallen. Da die zukünftigen Rentenempfänger selbstverständlich auch nur das bekommen, was zukünftige Rentenversicherungspflichtige einzahlen, was bei einem Wachstum ja mehr sein sollte.

    Kompletter Unsinn ist es dann noch Nächsten- bzw. „Menschenliebe“ an volkswirtschaftliche Zahlen zu koppeln. Das eine ist ein moralischer Wert, das andere ein wirtschaftlicher. Wir können uns allenfalls fragen, was ist uns unsere Moral wert, in welcher Gesellschaft wollen wir leben und wie soll unser Wirtschaftssystem diese finanzieren. Die Wirtschaft hat der Gesellschaft zu dienen und nicht umgekehrt.

  3. karakal sagt:

    Diese beiden „christlichen“ Werte, nämlich Gott von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen Kräften zu lieben und seinen Nächsten zu lieben wie sich selbst, sind auch Werte der islamischen Religion, was einen nicht nicht verwundern sollte, wenn man bedenkt, daß der Islam der Erbe des Judenchristentums und des messianischen Judentums ist.
    Die Frage ist jedoch, ob und wieweit die heutigen Christen diese beiden Werte verwirklichen. Da drängt sich einem Lessings Ringparabel in „Nathan der Weise“ auf. Wie viele der Christen unter den zig Millionen in Deutschland praktizieren Jesu Anweisungen und in welchem Maß? Betrachtet die Mehrheit der aufgeklärten und säkularisierten Christen diese Werte überhaupt noch als „ihre“ Werte? Wie kann man Gott von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen Kräften lieben, wenn man an seiner Existenz zweifelt? – Man suche nach Muslimen, die an der Existenz Gottes zweifeln. – Wie kann man seinen Nächsten lieben oder zumindest für ihn das Gleiche haben wollen, wie für sich selbst, wie der Prophet des Islams es sagte, wenn man ganz vom Egoismus eingenommen ist und in seinem Mitmenschen nur einen lästigen Konkurrenten oder ein Objekt der Ausbeutung sieht? – Im Ganzen ist den Muslimen die Nächstenliebe nicht so sehr abhanden gekommen wie den abendländischen Kulturchristen.
    Wie läßt sich der Schutz dieser christlich-abendländischen und zugleich islamisch-morgenländischen Werte besser verwirklichen als durch ein bedingungsloses Ja dazu, daß der Islam zu Deutschland gehört?

  4. Sigi sagt:

    @Tei Fei So wie Sie reden, waren Sie ganz bestimmt noch niemals arm. Wer jemals arm war, weiß ganz genau, dass die Welt in erster Linie eine Welt des Geldes ist. Die Basis für das Funktionieren unserer Gesellschaft ist das Kapital, weniger die Moral. Ohne Geld sind keine Renten, keine Kranken, keine Zuwanderer und keine Kinder finanzierbar. Ohne Geld ist der Staat wie ein Mann ohne Hosen, ohne Geld steht selbst der moralischste Ideologe vor verständnislosen Menschen.
    Die Gesellschaft dient in erster Linie der Wirtschaft und nicht umgekehrt. Wer anderes behauptet, ist kein Realist. Ohne Geld ist man subjektiv betrachtet kein Mensch. Darum ist Geld ein „Gut“, das nicht aus dem Fenster geworfen werden darf.

    Geld ist also in Hülle und fülle vorhanden? Billionenschulden müssen nur durch „Enteignung“ getilgt werden oder wie? Wie soll das ohne sozialen Unfrieden funktionieren? Wie soll den das bitte demokratie- und grundgesetzkonform gehen und wie wollen Sie Sachwerte in Geldwerte umwandeln? Sie vergessen, dass Millionärs- und Milliardärsvermögen ja keine Barvermögen sind, sondern Sachwertvermögen, mit denen keineswegs unbeschränkt laufende Kosten beglichen werden können. Was könnte der Fiskus mit 10000 Aldifilialen oder total überbewerteten Facebook-Aktien anfangen?

    Außerdem: Die Schulden des einen sind nicht das Guthaben des anderen. Im Gegenteil: Schulden machen alle, darum gibt es ja Weltwirtschaftskrisen. A leiht bei B, B leiht bei C, C leiht bei D und D leiht F, F leiht bei A. So funktioniert der Großkapitalismus. Wenn C ausfällt, haben alle anderen ein Problem. Das ist aber nicht so schlimm, denn die Staaten bürgen ja und die Notenbanken können ja auch noch Geld drucken. Dieses Geld fließt dann in Form von Kredit in den Finanzmarkt, so dass man problemlos Schulden durch noch mehr Schulden tilgen kann. Leider sinken dann die Zinsgewinne, so dass noch mehr riskant investiert werden muss, was die Blasenbildung noch mehr anheizt. aber kein Grund zur Sorge, man kann ja immer so weiter machen, denn bevor man den Kollaps in Kauf nimmt, verschiebt man die Probleme noch mehr in die Zukunft. Die Enkel werden es schon managen.

    Wenn Sie ehrlich sind, müssten Sie ja zugeben, dass Ihr Vorschlag der Umverteilung derzeit von den Banken umgesetzt wird, nur eben auf eine sehr subtile Weise.

    Mit dem Miniwachstum der Bundesrepublik und der Notenbankinflation wird es nicht gelingen, zukünftige Renten ohne Kürzungen zu finanzieren. Die Rente wird zwangsläufig niedriger ausfallen, weil die Jungbevölkerung pro Generation um ein Drittel abnehmen wird. Selbst wenn die Löhne theoretisch steigen sollten, wird die Last pro Arbeitnehmer immer größer, weil die Zahl der Alten viel zu stark zunimmt und die Vermögen und Ersparnisse dank der Billiggeldpolitik abgewertet werden. Insofern haben die „Schulden“ sehr wohl etwas mit den Renten zu tun. Mit 1, 2 oder sogar 2,5 Prozent Wachstum löst man auf jeden Fall die Probleme in Deutschland nicht.

    Aber das spielt natürlich keine Rolle, denn man kann ja weiterhin indirekt auf die Methode Umverteilung zurückgreifen, indem man leichtfertig Billiggeld zur ‚Hand nimmt, indem man als Staat Schulden über Schulden anhäuft. Seit 2007 waren das 500 Milliarden Schulden, welche die öffentlichen Haushalte zusätzlich angehäuft haben. Prima! Das gibt Zinseszinsen. Ist aber nicht so schlimm, denn man muss ja nur so weitermachen. Silvio Gsells Thesen werden so geradezu auf den Kopf gestellt, denn was nützt der beste Zins, wenn man am Ende nur das Papier in der Hand hält? Am Ende wird der Euro in sich zusammenfallen, weil die künstlich am Leben erhaltenen Wirtschaftskreisläufe in sich zusammenfallen. Wollen wir wetten?

  5. Rudolf Stein sagt:

    „Ist es unser Verdienst und gottgegebenes Recht, dass wir in einem reichen Land wie Deutschland leben? Es ist leider nur einer banalen Laune des Schicksals geschuldet, dass wir in diesem reichen Land geboren wurden, und nicht in einem Gebiet, wo Hunger oder Krieg herrscht.“ Ja, so mag jeder denken, der keinen Bezug zu diesem Land und seiner Geschichte hat. Nein, dass dieses Land so ist, wie es gegenwärtig ist, ist keine laune des Schicksals, sondern das Ergebnis härtester Arbeit meiner Großeltern- und Elterngeneration und nun meiner Generation. Wer hierher kommt, hat nicht die geringste Ahnung, wie es in diesem Land 1945 ausgesehen hat und er hat nicht die geringste Ahnung, welche Mühen und wieviel Hunger (jawohl Hunger!) es gekostet hat, dieses Land wieder aufzubauen. Niemand hatte die Möglichkeit, einfach seine Koffer zu packen und seiner Wege zu gehen und woanders unterzuschlüpfen.

  6. Ute sagt:

    @Rudolf Stein Ja und dass Deutschland vor 1933 ja auch noch ein armes Land war, zumindest für die „normalen“ Leute, sollte schon auch erwähnt werden. Von Wohnungsbädern, Wohnungsklos, Kühlschränken, Autos, Fernsehern und dergleichen konnten da die allermeisten Menschen nur träumen. Aber d a s ist natürlich kein Gegenstand der Beschäftigung mit der Vergangenheit.

  7. Tai Fei sagt:

    Sigi sagt: 3. Februar 2015 um 17:06
    „Die Gesellschaft dient in erster Linie der Wirtschaft und nicht umgekehrt. Wer anderes behauptet, ist kein Realist.“
    Das ist ja richtig, aber genau das ist ja das Problem!

    Sigi sagt: 3. Februar 2015 um 17:06
    „Geld ist also in Hülle und fülle vorhanden? Billionenschulden müssen nur durch “Enteignung” getilgt werden oder wie? Wie soll das ohne sozialen Unfrieden funktionieren? Wie soll den das bitte demokratie- und grundgesetzkonform gehen und wie wollen Sie Sachwerte in Geldwerte umwandeln? Sie vergessen, dass Millionärs- und Milliardärsvermögen ja keine Barvermögen sind, sondern Sachwertvermögen, mit denen keineswegs unbeschränkt laufende Kosten beglichen werden können.“

    Das mit den Sachwerten ist nicht richtig. Allein die Sichtguthaben in DE sind ausreichend um alle Schulden der BRD auf einmal zu begleichen. Die Sachvermögen sind da noch gar nicht mit drin. Im Übrigen sinkt seit Jahren der Wert an Sachvermögen, da die Investitionsrate unter die der Abschreibungen gefallen ist. Ferner geht es gar nicht um „Enteignung“. Das wäre sicher eine Lösung, wenn auch nicht demokratisch legitimiert. Es würde aber schon helfen, wenn man einfach nur wieder die Steuersätze einführen würde, die noch in den 70/80ern Bestand hatten. Das Steueraufkommen aus Kapitalerträgen ist prozentual seit Jahren rückläufig. Der Staat verschenkt hier Milliarden an das Großkapital.

    Sigi sagt: 3. Februar 2015 um 17:06
    „Außerdem: Die Schulden des einen sind nicht das Guthaben des anderen. Im Gegenteil: Schulden machen alle, darum gibt es ja Weltwirtschaftskrisen. A leiht bei B, B leiht bei C, C leiht bei D und D leiht F, F leiht bei A. So funktioniert der Großkapitalismus. Wenn C ausfällt, haben alle anderen ein Problem. Das ist aber nicht so schlimm, denn die Staaten bürgen ja und die Notenbanken können ja auch noch Geld drucken. Dieses Geld fließt dann in Form von Kredit in den Finanzmarkt, so dass man problemlos Schulden durch noch mehr Schulden tilgen kann.“

    Hübsch ausformuliert, widerspricht jedoch ihrer Anfangsthese: Sigi sagt:3. Februar 2015 um 11:31 „…Geld ist eine endliche Ressource…“ Sie haben hier aber nur teilweise recht, da Sie ja NUR ein Teil des Finanzmarkts betrachten. Die Realwirtschaft erzeugt ja durchaus auch reale Werte und Vermögen sind somit auch tatsächlich da. Tatsächlich sind die auch nicht zu knapp. Die Gesamtwirtschaftsleistung eines Jahres in den 1950ern wird heute in einem Bruchteil der Teil erzeugt. Im Übrigen kann man Staatsschulden nicht einfach mit Bankschulden gleichsetzen. Staatsschulden fallen eher in den Bereich von Investitionen. Selbst Sozialausgaben sind Investitionen in die Kaufkraft. Das Problem der Staaten liegt doch eher darin begründet, dass, wie Sie schon richtig erwähnen, Verluste verstaatlicht werden, werden Gewinne privatisiert werden.

    Sigi sagt: 3. Februar 2015 um 17:06
    „Wenn Sie ehrlich sind, müssten Sie ja zugeben, dass Ihr Vorschlag der Umverteilung derzeit von den Banken umgesetzt wird, nur eben auf eine sehr subtile Weise.“

    Ne, die Umsetzung verläuft ja in entgegen gesetzter Richtung. Das ist gerade NICHT mein Vorschlag.

    Sigi sagt: 3. Februar 2015 um 17:06
    „Mit dem Miniwachstum der Bundesrepublik und der Notenbankinflation wird es nicht gelingen, zukünftige Renten ohne Kürzungen zu finanzieren. Die Rente wird zwangsläufig niedriger ausfallen, weil die Jungbevölkerung pro Generation um ein Drittel abnehmen wird. Selbst wenn die Löhne theoretisch steigen sollten, wird die Last pro Arbeitnehmer immer größer, weil die Zahl der Alten viel zu stark zunimmt und die Vermögen und Ersparnisse dank der Billiggeldpolitik abgewertet werden. Insofern haben die “Schulden” sehr wohl etwas mit den Renten zu tun. Mit 1, 2 oder sogar 2,5 Prozent Wachstum löst man auf jeden Fall die Probleme in Deutschland nicht.“

    Mal davon abgesehen, dass wir gar keine Inflation haben sondern eher an einer Deflation gerade so vorbei schrammen, unterliegt Ihre Annahme hier einem falschen Ansatz. Sie müssen zuerst mal unterscheiden zwischen einer Umlagerente und einer kapitalgedeckten Rente. Die kapitalgedeckte Rente (siehe Riester) hat bei Minizinsen tatsächlich ein Problem, steht aber grundsätzlich vor dem Problem, dass zukünftige Aussagen zum Kapitalmarkt eher einem Glücksspiel gleichen. Die umlagefinanzierte Rente funktioniert aber gar nicht nach diesem Prinzip. Die Umlagerente gibt i.d.R. (Versicherungsfremde Leistungen klammere ich da mal aus) nur das aus, was sie einnimmt. Die jetzige Generation erwirtschaftet durch Ihre Beiträge Einnahmen, die an die Rentner ausgezahlt werden. Hier wird gar nicht auf zukünftige Generationen verteilt und diese werden auch nicht mehr belastet. Das die Zahl der Rentenempfänger zunimmt und die der Rentenzahler abnimmt ist kein neues Phänomen. Das passiert SEIT Einführung der Rente unter Bismark. Sie unterschlagen bei dieser Aussage ja den techn. Fortschritt. Heute sind viel weniger Einzahler nötig um die Renten zu erwirtschaften. Die Produktivität nimmt progressiv zu. Selbst ein Miniwachstum von 0,5% erzeugt heute mehr Werte als ein Wachstum von 5% in den 1950ern. Somit fallen zukünftige Renten auch nur dann niedriger aus, wenn die Wirtschaft in eine Rezession rutscht, was wiederum passieren kann, wenn die Massenkaufkraft abnimmt. Das ist z.Z. das Problem von DE. Der Einzelhandelsindex stagiert seit 1994. Die dt. Wirtschaft rettet sich insgesamt nur durch ihre Exporte.

    Sigi sagt: 3. Februar 2015 um 17:06
    „Aber das spielt natürlich keine Rolle, denn man kann ja weiterhin indirekt auf die Methode Umverteilung zurückgreifen, indem man leichtfertig Billiggeld zur ‘Hand nimmt, indem man als Staat Schulden über Schulden anhäuft. Seit 2007 waren das 500 Milliarden Schulden, welche die öffentlichen Haushalte zusätzlich angehäuft haben.“

    Nur fragen Sie hier gar nicht, wieso die zusätzlich Schulden zusammengekommen sind? Mit den öffentlichen Geldern wurden die Verluste der Banken aufgefangen, sprich deren Fehlinvestitionen. Die Umverteilung, die zurzeit stattfindet, läuft doch in die Falsche Richtung. Genau das ist unser Problem.

  8. Sigi sagt:

    @Tei Fei Das ist alles falsch. Sie haben die Funktionsweise unseres Geldsystems nicht verstanden. Jede Form der Geldvermehrung läuft auf eine schleichende Enteignung heraus. Das reduziert den Wert der Schulden, trifft aber logischerweise auch zukünftige Renten. Weil der Staat Interesse an der Entwertung seiner Schulden hat, begrüßt er es, dass zukünftige Renten abgewertet werden, was ja eine Entlastung des Fiskus und der Sozialsysteme bedeutet. Schulden und Renten stehen so in einem indirekten, aber eindeutigen Zusammenhang. Ein Staat ohne Schulden kann kein Interesse an einer Abwertung haben. Er würde sofort intervenieren. Der größte Banker ist der Staat selbst, darum sollte Bankenkritik erst einmal beim Staat ansetzen.

    Wenn Sie behaupten, dass viel weniger Einzahler für zukünftige Renten nötig sind, dann widerspricht diese Meinung dem Grundkonsens in der Wissenschaft. Deutschland braucht dringend mehr Einzahler (Hans Werner Sinn). Mehr Rentner bedeuten mehr Lasten pro Kopf, weniger junge Leute bedeuten doppelte Last pro Kopf. Alles klar? Sie vergessen, dass es in den 50er Jahren sehr viel weniger Rentner gab als heute. Folglich blieb auch mehr übrig. Und die Renten waren auch geringer.

    Eine Geldentwertung trifft immer die zukünftigen Generationen und eine verfehlte Bevölkerungspolitik trifft sie auch. Das ist doch eine Binsenweisheit.

    Nur wenige Superreiche dürften Milliarden bar auf dem Konto haben. Das Geld ist angelegt, damit es wirtschaftet. Es ist Teil des Wirtschaftskreislaufes. Würde man das enteignen, würden Wirtschaftskreisläufe erlahmen und Leute auf der Straße stehen. Die privaten Sichteinlagen betragen 1 Billionen Euro, das sind 12500 Euro, keine weltbewegende Summe. Das ist viel zu wenig um die derzeitigen Schuldenberge zu begleichen, denn Sie beziehen ja die
    P r i v a t s c h u l d e n nicht mit ein (35000 Euro pro Kopf), die ja auch bedient werden müssen. All das ist auch nicht wünschenswert, weil ohne Ersparnisse weniger Autos gekauft würden, weniger Häuser gerichtet werden würden usw. Kreditausfälle würden sich fatal auswirken.
    Die „Realwirtschaft“ existiert in vielen Ländern so gut wie gar nicht mehr, sonst hätten wir ja nicht derartige Probleme. Deutschland exportiert in Pleiteländern, um diesen Ländern noch Kredit dafür zu geben, damit sie bei uns einkaufen können. Das zeigt doch schon, wie krank unsere Ökonomie ist.

    Ein Wachstum von 0,5% bringt uns rein gar nichts, das ist einfach schlecht gerechnet. Die schönste Produktivität bringt null, wenn sie nicht in reale Wohlstandssteigerung umgewandelt wird. Spanien war vor Kurzem auch Wachstumskönig, na toll!
    Die echten Pleitebanken in Deutschland sind überwiegend staatliche. Gezockt hat vor allem die öffentliche Hand. Schulden haben wir wegen eines total aufgeblähten Sozialstaats, wegen der falsch organisierten Wiedervereinigung, wegen einer falschen EU Politik und einer fehl geleiteten Mentalität der Wähler. Schulden hatten wir schon vor 2007. Das sollte nicht vergessen werden. Kommunen, die pleite sind, sind meistens solche, die über ihre Verhältnisse gelebt haben. Hier ist NRW vorne dran.

  9. Tai Fei sagt:

    Sigi sagt: 4. Februar 2015 um 11:32
    „Jede Form der Geldvermehrung läuft auf eine schleichende Enteignung heraus. Das reduziert den Wert der Schulden, trifft aber logischerweise auch zukünftige Renten. Weil der Staat Interesse an der Entwertung seiner Schulden hat, begrüßt er es, dass zukünftige Renten abgewertet werden, was ja eine Entlastung des Fiskus und der Sozialsysteme bedeutet. Schulden und Renten stehen so in einem indirekten, aber eindeutigen Zusammenhang. Ein Staat ohne Schulden kann kein Interesse an einer Abwertung haben. Er würde sofort intervenieren. Der größte Banker ist der Staat selbst, darum sollte Bankenkritik erst einmal beim Staat ansetzen.“

    Sie werfen hier einfach Buchgeld und Basisgeld zusammen. Schulden vermehren zwar das Buchgeld, sind Schulden aber zurückgezahlt ist dieses wieder verschwunden. Platzt der Kredit ist das Geld auch weg. Die Geldmenge ist davon nicht betroffen. Es stimmt zwar das über den Zins eine gewisse Entwertung stattfindet. Sofern der Kredit jedoch als Investition gedacht war, findet hier ja auch ein Mehrwert in der Realität statt. Selbst ein reiner Konsumkredit, trägt zum Wirtschaftswachstum und damit zur Steigerung des realen Mehrwerts bei.

    Der dt. Staat zahlt im Übrigen nicht die Rente. Die Rente wird von der Rentenversicherung bezahlt. Die Verschuldung des Staates hat also mit der Rentenversicherung formal nichts zu tun. Wenn Geld entwertet wird, steigen i.d.R. die Löhne, damit auch die Rentenbeiträge und damit auch die Renten. Damit hat auch die Entwertung des Geldes nichts mit der Rente zu tun, sofern (hier der große Einwand) Renten im Umlageverfahren ausgezahlt werden. Kapitalgedeckte Renten, wie bei privaten Versicherungen üblich, haben hier die A-Karte gezogen. Im Übrigen ist der Staat keineswegs der größte Banker. Alle wesentlichen Zentralbanken der Welt sind NICHT staatlich

    Sigi sagt: 4. Februar 2015 um 11:32
    „Wenn Sie behaupten, dass viel weniger Einzahler für zukünftige Renten nötig sind, dann widerspricht diese Meinung dem Grundkonsens in der Wissenschaft. Deutschland braucht dringend mehr Einzahler (Hans Werner Sinn).“

    Hans Werner Sinns Meinung ist aber nicht DER Grundkonsens, auch wenn das gerne so vermittelt wird. Dass dieser „Experte“ ein volkswirtschaftlicher Volldepp ist, wurde schon mehrfach bewiesen. Vielleicht sollten Sie sich mal eher an Flassbeck oder auch Bofinger orientieren.

    Sigi sagt: 4. Februar 2015 um 11:32
    „Mehr Rentner bedeuten mehr Lasten pro Kopf, weniger junge Leute bedeuten doppelte Last pro Kopf. Alles klar? Sie vergessen, dass es in den 50er Jahren sehr viel weniger Rentner gab als heute. Folglich blieb auch mehr übrig. Und die Renten waren auch geringer.“

    Weniger junge Leute (Menge X) bedeuten also die doppelte Last, die Formel möchte ich mal sehen. Sie vergessen bei Ihrer Milchmädchenrechnung jedoch die Arbeitsproduktivität. Es gab in den 50ern wirklich weniger Rentner und die Renten waren auch niedriger. Deutschland hatte aber gerade ein Krieg verloren und die Wirtschaft musste erst wieder aufgebaut werden. Die Arbeitsproduktivität hatte nur einen Bruchteil der heutigen. Alles klar?

    Sigi sagt: 4. Februar 2015 um 11:32
    „Eine Geldentwertung trifft immer die zukünftigen Generationen und eine verfehlte Bevölkerungspolitik trifft sie auch. Das ist doch eine Binsenweisheit.“

    Die Geldentwertung spielt keine Rolle, wenn Löhne und Gehälter mitziehen. Die Steigerung der Arbeitsproduktivität wirkt der Entwertung entgegen, da diese die Lohn-Stück-Kosten senkt. Die Geldentwertung wird nur zu einem Problem, wenn sie in eine Inflation ausufert. Im Moment passiert aber gerade das Gegenteil. Die Inflationsrate sinkt.

    Sigi sagt: 4. Februar 2015 um 11:32
    „Nur wenige Superreiche dürften Milliarden bar auf dem Konto haben. Das Geld ist angelegt, damit es wirtschaftet. Es ist Teil des Wirtschaftskreislaufes. Würde man das enteignen, würden Wirtschaftskreisläufe erlahmen und Leute auf der Straße stehen. Die privaten Sichteinlagen betragen 1 Billionen Euro, das sind 12500 Euro, keine weltbewegende Summe. Das ist viel zu wenig um die derzeitigen Schuldenberge zu begleichen, denn Sie beziehen ja die P r i v a t s c h u l d e n nicht mit ein (35000 Euro pro Kopf), die ja auch bedient werden müssen. All das ist auch nicht wünschenswert, weil ohne Ersparnisse weniger Autos gekauft würden, weniger Häuser gerichtet werden würden usw. Kreditausfälle würden sich fatal auswirken.“

    Sie haben das Wesen unserer Wirtschaftsgesellschaft noch nicht verstanden. Unsere Gesellschaft benötigt den Verbrauch/Konsum. Natürlich sind viele Gelder fest angelegt, ein immer größere Summe ist jedoch frei verfügbar und sucht nach Anlagemöglichkeiten, daraus entwickeln sich ja die ständigen Blasen. Die meisten Autos und Häuser werden auch nicht über Guthaben gekauft sondern über Kredite finanziert. Das ist ja das WESEN des Finanzkapitalismus. Ferner stehen den Staatsschulden immer größere Vermögen gegenüber, nur ein kleiner Teil ist da fest investiert, was sich dadurch nachweisen lässt das die Investitionsquote (selbst die rein private) seit Jahren rückläufig ist.
    Hier mal ein kleiner Abgleich zum Thema Staatsschulden und Privatvermögen.
    http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/090330_staatsverschuldung_praesentation.pdf
    http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/120710_troost_staatsverschuldung.pdf
    http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=5967

    Sigi sagt: 4. Februar 2015 um 11:32
    „Die “Realwirtschaft” existiert in vielen Ländern so gut wie gar nicht mehr, sonst hätten wir ja nicht derartige Probleme. Deutschland exportiert in Pleiteländern, um diesen Ländern noch Kredit dafür zu geben, damit sie bei uns einkaufen können. Das zeigt doch schon, wie krank unsere Ökonomie ist.“

    Ach nee, Ihr Herr Sinn ist doch ein Verfechter unserer Exportweltmeisterei. Wie kommt es, dass Sie das auf einmal kritisch sehen? Im übrigen Haben auch die „Pleiteländer“ eine Realwirtschaft. Nur kann die mit unserem Lohndumping nicht mithalten. Wir haben in EU den größten Niedriglohnsektor. Die Löhne stagnieren seit über 10 Jahren, der Einzelhandelsindex in DE seit 20 Jahren. Natürlich ist unsere (DE) Ökonomie krank, weil sie komplett Exportorientiert ist. Selbst die Chinesen sind inzwischen zu der Erkenntnis gekommen, das der Binnenmarkt gefördert werden muss, während wir jedes Jahr unseren Exportweltmeistertitel feiern.

    Sigi sagt: 4. Februar 2015 um 11:32
    „Ein Wachstum von 0,5% bringt uns rein gar nichts, das ist einfach schlecht gerechnet. Die schönste Produktivität bringt null, wenn sie nicht in reale Wohlstandssteigerung umgewandelt wird.“
    Das stimmt sogar. Die Schere zwischen Reich und Arm spreizt in DE immer mehr auseinander, weil eben eine Umverteilung von unten nach oben stattfindet.

    Sigi sagt: 4. Februar 2015 um 11:32
    „Die echten Pleitebanken in Deutschland sind überwiegend staatliche. Gezockt hat vor allem die öffentliche Hand. Schulden haben wir wegen eines total aufgeblähten Sozialstaats, wegen der falsch organisierten Wiedervereinigung, wegen einer falschen EU Politik und einer fehl geleiteten Mentalität der Wähler. Schulden hatten wir schon vor 2007. Das sollte nicht vergessen werden. Kommunen, die pleite sind, sind meistens solche, die über ihre Verhältnisse gelebt haben. Hier ist NRW vorne dran.“

    Die echten Pleitebanken sind eben nicht staatlich. Die waren das mal, die Landesbanken tragen das nur noch im Namen ansonsten arbeiten sie rein privatwirtschaftlich. Die Commerzbank musste überhaupt erst verstaatlicht werden, um sie zu retten, ebenso die HRE. Ferner sind die Ausgaben des Sozialstaates prozentual zum BIP gar nicht so stark gestiegen. Von aufgebläht kann keine Rede sein. Tatsächlich sind inzwischen viele staatlichen Betriebe und Einrichtungen sogar privatisiert worden. Unser Staat ist also schon seit Jahren „schlanker“ denn je. Es ist auch nicht richtig, hier bestimmten Kommunen den schwarzen Peter allein zu zuschieben. Durch die H4-„Reform“ wurden den Kommunen zusätzliche Kosten aufgebrummt, für die es keinen Ausgleich gab.

  10. nanni60 sagt:

    Tai Fei sagt, hier in diesem Land wäre ein Billionenvermögen vorhanden. Ja, mag stimmen. Dazu zählen aber auch „Vermögen“, für die Menschen wie mein Mann und ich ein Leben lang geschuftet und gespart haben. Ich kann nur von mir reden, und ehrlich, ich würde von diesem „Vermögen“ keinen Cent abgeben. Denn keiner kann mir dann das Leben zurückgeben, das ich dafür aufgewendet hab. Wenn, dann soll einzig und allein meine Familie davon profitieren. Ich bin mir sicher, sollten Sie auch „Vermögen“ haben, dass Sie das nicht teilen würden. Ich spende, was ich ohne Not entbehren kann und das muss reichen. Und wenn man wirklich „Vermögende“ wie die Gebrüder Albrecht (Aldi), z.B., dazu herziehen will, aus welchem Grund denn? Auch die waren mal arm, waren fleißig und sparsam, sehr, sehr sparsam und haben mit guten, eigenen Ideen ihr Imperium aufgebaut. Das ist wie der Vergleich mit den Talenten, oder? Der eine vergräbt sie, der andere benutzt sie nur und wiederum der andere vermehrt sie. Jesus hat aber den, der sie vermehrt, nicht verdammt, oder ich hab da was falsch verstanden.
    Immer diese Verteileritis.