Türkei-Reise

Papst verurteilt Islamfeindlichkeit

Mit deutlichen Worten hat Papst Franziskus die vorherrschende Islamfeindlichkeit kritisiert. Am Rande seiner Türkei-Reise machte er deutlich: „Man kann nicht sagen, dass alle Muslime Terroristen sind".

Dienstag, 02.12.2014, 8:17 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 02.12.2014, 9:06 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Papst Franziskus hat Islamfeindlichkeit verurteilt. Die Gleichsetzung des Islam mit Terrorismus als Reaktion auf Terrorattentate in Nahost und in einigen afrikanischen Ländern verletze die Muslime, sagte er am Sonntagabend auf dem Rückflug von seiner dreitägigen Türkeireise: „Man kann nicht sagen, dass alle Muslime Terroristen sind, ebenso wenig wie man sagen kann, dass alle Christen Fundamentalisten sind, auch wenn es welche gibt.“

Bei seiner Begegnung mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan habe er auf die Notwendigkeit einer umfassenden Distanzierung der muslimischen Welt von islamistischem Terror hingewiesen. „Wir brauchen eine weltweite Verurteilung“, sagte Franziskus. Religiöse und politische Führungspersönlichkeiten der muslimischen Welt sollten betonen, dass der Koran ein „Buch des Friedens“ ist. Derartige Gesten würde in der aktuellen Situation der Mehrheit der Muslime helfen.

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Im Zusammenhang mit islamistischer Gewalt in unmittelbarer Nachbarschaft der Türkei äußerte der Papst sein Bedauern, dass er bei seiner Reise kein Flüchtlingslager besuchen konnte. Es sei sein Wunsch, insbesondere in den Irak zu reisen. Das sei aus Sicherheitsgründen derzeit jedoch nicht möglich.

Vor dem Hintergrund der Konflikte in Nahost sagte der Papst überdies erneut, dass ein dritter Weltkrieg bereits begonnen habe. Neben politischen Problemen machte er Waffenhandel und das Interesse verantwortlich, „dieses System zu retten, in dem der Gott des Geldes im Mittelpunkt steht“. (epd/mig) Aktuell Politik

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  1. karakal sagt:

    Die Formulierung „Man kann nicht sagen, dass alle Muslime Terroristen sind“ ist nicht unbedenklich, da sie suggeriert, möglicherweise sei die Mehrzahl aller Muslime Terroristen, und nur einige wenige sind keine. Papst Franziskus hätte sich vorsichtiger äußern sollen.
    Was ist daran negativ, wenn Christen an den Grundlagen (Fundamenten) ihrer Religion festhalten? – Anscheinend wird unter dem Begriff „Fundamentalisten“ anders verstanden als in seiner ursprünglichen Bedeutung. Kann Papst Franziskus sich nicht geschickt ausdrücken, oder werden seine Worte von den Medien nicht richtig wiedergegeben?

  2. Markus Fern sagt:

    @karakal

    Ich glaube es ist schwer zu bestreiten, dass die Empörung der muslimischen Welt bei Krikaturen um ein vielfaches größer war, als sie jetzt gegenüber von islamistischen Fundamentalisten ist. Viel mehr konzentriert man sich in der muslimischen Welt mal wieder darauf dem Westen die Schuld in die Schuhe zu schieben, anstatt selbst aktiv zu werden. Insbesondere ein Herr Erdogan hält sich extrem bedeckt was Kritik am IS angeht.

    Es ist vom Papst keine aus der Luft gegriffenen Behauptung, dass die meisten Muslime dem Tun der Islamisten nicht besonders kritisch gegenüber stehn. Ich schau mir die Taten an und nicht die nach außen kommunizierte leeren Worthülsen muslimischer Anführer und Gelehrter.

    Wo bleiben die brennenden Fahnen vom IS? Die Flagge der USA hatte man seltsamerweise immer schnell bei Hand! Ein Schelm wer böss denkt.