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Islamwissenschaftler Ceylan

Auch Moscheegemeinden werden die Gläubigen wegbleiben

Droht den Mocheegemeinden der gleiche Säkularisierungsprozess, wie ihn Kirchen durchmachen? Davon ist Islamwissenschaftler Rauf Ceylan überzeugt. Plurale Lebensstile und die Wahrnehmung des Islam als Ausländerreligion begünstigten diesen Prozess.

Montag, 03.11.2014, 8:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 04.11.2014, 17:51 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Nach Einschätzung des Islamwissenschaftlers Rauf Ceylan droht den Moscheegemeinden in Deutschland der gleiche Säkularisierungsprozess, wie ihn Kirchen bereits durchmachen. „Auch den Moscheen werden bald die Gläubigen wegbleiben“, sagte er der Neuen Osnabrücker Zeitung. Schon jetzt gebe es auch unter Muslimen eine „Pluralität der Lebensstile“.

Die Lebensrealität der Muslime, die in dritter oder vierter Generation in Deutschland lebten, und die in Moscheen vertretene Religiosität klafften auseinander. „Dies ist eine Entwicklung, wie wir sie bereits seit Jahrzehnten in Kirchengemeinden beobachten“, sagte der Wissenschaftler vom Institut für Islamische Theologie an der Universität Osnabrück.

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Ceylan: Zahl der Gläubigen wird zurückgehen
Die derzeit noch hohen Besucherzahlen in Moscheen begründet der Experte mit dem „Migrationseffekt“. „Gesellschaftlich wird der Islam in Deutschland noch immer als Ausländerreligion wahrgenommen“, sagte Ceylan: „Das führt dazu, dass Migranten muslimisiert werden: Sie suchen ihrerseits eine engere Bindung zu Moscheen.“ Er rechne aber damit, dass der Säkularisierungsprozess und ein Rückgang der Zahl der Gläubigen sichtbar würden, sobald sich die Wahrnehmung des Islams normalisiere.

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Der Islamwissenschaftler forderte die Moscheegemeinden auf, sich bereits jetzt mit dieser Entwicklung auseinanderzusetzen. Er schlug einen engeren Kontakt zu den Kirchen vor: „Die haben Erfahrung mit diesen Prozessen und können auf Erfahrungswerte zurückgreifen.“ Gleichzeitig wies er darauf hin, wie wichtig vor diesem Hintergrund die Ausbildung von Moscheepersonal in Deutschland sei. „Hier ausgebildete Imame haben einen engeren Bezug zur Lebensrealität der Muslime“, sagte Ceylan. (epd/mig)

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