Auswanderung in die Türkei

Integrationsministerin Alt: „Dies ist nicht in unserem Interesse“

Seit 2009 ist die Türkei gegenüber Deutschland zu einem der wichtigsten Netto-Auswanderungsländer geworden. Das bereitet der rheinland-pfälzischen Integrationsministerin Irene Alt Sorgen. In einem Thesenpapier fordert sie ein Umdenken.

Dienstag, 05.11.2013, 8:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 06.11.2013, 23:49 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Deutschland muss sich einen guten Ruf als Einwanderungsland erarbeiten. Das ist die zentrale Forderung der rheinland-fälzischen Integrationsministerin Irene Alt (Die Grünen). „Wir brauchen hierfür eine echte Veränderung im Denken unserer Gesellschaft“, forderte die Ministerin auf dem Fachtag „Demografie und Einwanderung“ am Donnerstag vergangener Woche.

Alt stellte zehn Thesen zur Einwanderungspolitik vor. Das Thesenpapier fordert die Bedingungen für „Faire Arbeit“ zu verbessern, um Arbeitsausbeutung, Lohndumping oder illegale Beschäftigung zu vermeiden. „Einwanderung ist eine Bereicherung, kein notwendiges Übel – egal, ob es sich um Arbeitsmigrantinnen und – migranten handelt, oder um Flüchtlinge, die ebenfalls häufig gut qualifiziert sind“, so Alt weiter.

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Willkommens- und Anerkennungskultur
Deutschland brauche eine gute Willkommens- und Anerkennungskultur und eine echte Chance auf Zugehörigkeit. Und man müsse Chancen auf einen adäquaten Zugang zum Arbeitsmarkt bieten. Dazu gehöre, die Anerkennung ausländischer Abschlüsse zu erleichtern.

Als weitere Voraussetzung für eine gelingende Zuwanderung nannte Alt die interkulturelle Öffnung der Gesellschaft: „Rassismus hat in unserer Gesellschaft nichts zu suchen. Wir müssen weg von einer ethnischen Definition der Zugehörigkeit. Stattdessen muss gelten: Alle, die hier leben, gehören dazu – unabhängig von ihrer Herkunft oder Religion.“

Nicht in unserem Interesse
Die Thesen zur Zuwanderung befassen sich auch mit dem Phänomen, dass die Türkei seit 2009 zu einem der wichtigsten Auswanderungsländer geworden ist. „Gerade gut ausgebildete Menschen mit Migrationshintergrund wandern immer häufiger in die Türkei aus. Dies ist nicht in unserem Interesse“, erklärte Alt weiter. In dem Thesenpapier heißt es: „Gerade die NSU-Morde und die Fehler in ihrer Verfolgung ebenso wie Alltagsrassismen verstärken eine solche Abwanderung.“ (ua)

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