Falschmeldung

Wie aus einem US-Brutalo ein türkischer Polizist wurde

Seit Beginn der gewalttätigen Ausschreitungen in Istanbul beschweren sich türkische Regierungspolitiker über Falschmeldungen in den Medien. Wie eine jetzt bekannt gewordene Falschmeldung zeigt, wohl nicht zu unrecht.

Donnerstag, 20.06.2013, 8:27 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 23.06.2013, 23:06 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Viel wurde in den vergangenen Wochen über die Unruhen und Demonstrationen in Istanbul rund um den Taksim Platz berichtet, vor allem über den türkischen Premier Recep Tayyip Erdoğan und die harte Polizeigewalt. So auch die Hamburger Morgenpost am 18. Juni 2013.

„Ein Foto, das für Empörung sorgt“, zeigte das Blatt, darunter ein Artikel mit dem Titel „Polizist quält Frau in Fesseln – Ultrabrutale Staatsmacht“. Auf dem Foto ist zu sehen: eine auf dem Boden liegende und die Hände an den Rücken gefesselte Frau und ein Polizist, der ihr gerade brutal an den Kopf tritt.

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Foto stammt aus USA
Wie jetzt bekannt wurde, stammte das Foto jedoch nicht aus der Türkei, sondern aus dem US-Amerikanischen Lincoln aus dem Jahre 2009. Einer Meldung der Daily News aus Juli 2012 zufolge wurde der Polizist für seinen Tritt für zehn Jahre aus dem Dienst suspendiert.

Wiederholt hatten sich türkische Regierungspolitiker seit Beginn der gewalttätigen Auseinandersetzungen rund um den Taksim Platz in Istanbul über Falschmeldungen im Internet und in den Medien beschwert. Sie warnten mehrmals vor den Folgen von „Horrormeldungen“. Sie würden die Menschen zu Gewalt anstacheln und die Situation immer wieder eskalieren lassen. (bk)

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MiGDISKUTIEREN (Bitte die Netiquette beachten.)

  1. Mina sagt:

    Bestimmt gibt es auch ganz logische Erklärungen für tausende Verletzte, viele, die ein Auge verloren haben, gebrochene Knochen und vor allem für die Toten. Die zigtausenden Gaspatronen waren auch eigentlich Friedensbotschaften an die Aktivistinnen, sind halt alle übel missdeutet und gegen die AKP benutzt worden. Und alle anderen Bilder und vor allem alles, was wir mit eigenen Augen gesehen haben – alles Lüge! Danke, Migazin, für diese überaus ausgewogene, weil so neutrale Berichterstattungin den letzten Wochen. Schön, zu erfahren wo Deine Journalisten wirklich stehen!

  2. Duran sagt:

    Also langsam wird’s peinlich mit den Kommentatoren hier. Ja, es gab brutale Polizeigewalt in der Türkei. Darüber hat die gesamte deutsche Presselandschaft berichtet und auch das Migazin hat nicht geschwiegen, sondern beiden Seiten Raum gegeben – mehr als jedes mir bekannte Medium. Und einige Medien habe sogar mehr als nur Raum gegeben, wie man an diesem Beispiel sehen kann. Ich schätze das Migazin vor allem deswegen weil ich hier nicht das finde, was ich sowieso schon überall lesen kann. Mainstream gibt es eh genug. In diesem Sinne: Danke auch für diesen Artikel und weiter so!

  3. Pingback: Unruhen in der Türkei – ein differenzierter Blick | MuslimByChoice

  4. Ted sagt:

    direngezi: „… hier die türkische Regierung und Polizei als harmlos darzustellen ist auch keine schöne Sache ..“

    Könnten Sie bitte die Textstellen aufführen, in denen das brutale Vorgehen der Polizei als „harmlos“ dargestellt wurde?

    Bloghus: Sie sollten Ihre Anti-Türkei-Textbausteine vor der Veröffentlichung anpassen. Das Fälscherblatt wurde im Artikel doch eindeutig genannt. Im blinden Hass auf die Türken überlesen?

  5. Ercan sagt:

    Diese Meldung ändert nicht die tatsache, dass viele Menschen 3 Menschen durch Polizeigewalt in den letzten Tagen umgekommen sind. Die Meldung ändert auch nichts daran, dass in der Türkei keine Pressefreihet herrscht und viele Journalisten hinter gittern sind. Es wäre nur fair wenn migazin auch die gegenwärtigen Mißstände in der Türkei kritisiert. Weil heile Welt Blätter haben wir zu genüge!