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Wachmänner eines privaten Betreibers des Burbacher Flüchtlingsheims misshandeln einen Flüchtling (Symbolfoto)

Freiheitsberaubung und Misshandlung

Anklage im Misshandlungsskandal in der Flüchtlingsunterkunft Burbach

Der Misshandlungsskandal in der Flüchtlingsunterkunft Burbach hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Siegen Anklage gegen 38 Personen erhoben, unter anderem wegen Freiheitsberaubung und Misshandlung.

Donnerstag, 23.03.2017, 4:20 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 26.03.2017, 20:34 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Nach rund zweieinhalb Jahren Ermittlungen zum Misshandlungsskandal in der Flüchtlingsunterkunft Burbach hat die Staatsanwaltschaft Siegen Anklage erhoben. Die Staatsanwaltschaft bestätigte am Dienstag, dass beim Landgericht Siegen Anklage eingereicht wurde, lehnte weitere Auskünfte aber ab. Nach einem Bericht der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung wird 38 Beschuldigten unter anderem Freiheitsberaubung durch Unterlassen und die Misshandlung von Flüchtlingen vorgeworfen.

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Neben 35 Mitarbeitern des damaligen Heimbetreibers European Homecare und des zuständigen Wachdienstes sollen dem Bericht zufolge auch ein ehemaliger Polizist aus Rheinland-Pfalz sowie zwei Mitarbeiter der Bezirksregierung Arnsberg zu den Beschuldigten gehören. Die Staatsanwaltschaft Siegen ermittelte demnach unter anderem gegen den Geschäftsführer der Betreiberfirma European Homecare sowie gegen den damaligen Leiter der Unterkunft in Burbach. Ihnen werde vorgeworfen, von den Misshandlungen der Flüchtlinge gewusst zu haben, berichtet die Zeitung. So sollen etwa Asylbewerber, die sich nicht an Regeln hielten, mit Wissen der Betreiber in ein sogenanntes Problemzimmer eingesperrt worden sein.

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Heimleitung

Ein im September 2014 bekanntgewordenes Foto, das zeigt, wie ein Wachmann einem auf dem Boden liegenden Flüchtling seinen Stiefel in den Nacken drückt, hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Der Algerier Marwan Rahmani, der auf dem Foto zu sehen war, hatte der früheren Heimleitung Untätigkeit vorgeworfen. Dem Magazin Stern hatte er berichtet, er habe die Übergriffe anzeigen wollen und sich bei der Heimleitung beschwert, doch sei nichts passiert.

Der Heimbetreiber European Homecare räumte nach Bekanntwerden der Misshandlungen „eklatantes Versagen“ in Sicherheitsfragen ein. Die Leitung der Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Siegerlandkaserne wurde dem Roten Kreuz übertragen. (epd/mig)

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