Bildung

Benachteiligung wegen Herkunft

Fehlendes Interesse an den eigenen Kindern, eine wachsende Leistungskluft und Defizite im Elternhaus. Das und zahlreiche weitere Ergebnisse hat nun eine von der Vodafone Stiftung in Auftrag gegebene Studie herausgefunden. Wirklich überraschend dabei ist die Auffassung von Lehrern und Eltern zum mehrgliedrigen Schulsystem.

Von Montag, 29.04.2013, 8:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 02.05.2013, 9:40 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Das Schulsystem in Deutschland ist ungerecht. Mit diesem Satz ließe sich die vom Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Vodafone Stiftung durchgeführte Studie „Hindernis Herkunft: Eine Umfrage unter Schülern, Lehrern, und Eltern zum Bildungsalltag in Deutschland“ zusammenfassen.

Denn 70 Prozent der Kinder aus gut situierten Elternhäusern besuchen ein Gymnasium und lediglich 30 Prozent aus sozial schwächeren. Entsprechend gehen fast 96 Prozent der Lehrer davon aus, dass vor allem der soziale Hintergrund des Elternhauses die Leistung von Schulkindern beeinflusse.

Bei der Frage nach der idealen Schulform sind sich Eltern und Lehrer gleichermaßen einig: Das Engagement der Pädagogen wird als der wichtigste Bestandteil einer idealen Schule verstanden. Bei der Bewertung, wie engagiert Lehrer sind, tut sich eine Diskrepanz auf: 74 Prozent der befragten Lehrer und lediglich 65 Prozent der Eltern teilen die Auffassung, dass Lehrer engagiert seien. Darüber hinaus haben 64 Prozent der Lehrer und nur 46 Prozent der Eltern die Meinung, dass Lehrer generell eine gute Ausbildung besitzen.

Bei der Frage nach der Ausgestaltung der weiterführenden Schulen befürworten 59 Prozent der Pädagogen und 54 Prozent der Eltern das mehrgliedrige Schulsystem. Das ist insofern überraschend, als gerade das Schulsystem in Deutschland als nachteilig für eine gerechte Bildung gilt. Darüber hinaus sind in diesem Zusammenhang 52 Prozent der Lehrer davon überzeugt, dass die Leistungseinschätzung eins Kindes durch dessen Lehrer das entscheide Kriterium zur Auswahl für die weiterführenden Schule sein sollte. Die Leistungseinschätzung der Eltern halten dagegen lediglich 24 Prozent der Lehrer für entscheidend.

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