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Arbeitsmarkt 2011

Zwei von fünf Nicht-EU-Ausländern sind atypisch beschäftigt

Die Zahl der Beschäftigten steigt, ebenso die Zahl der atypisch Beschäftigten. Hier sind vor allem Ausländer betroffen und Nicht-EU-Ausländer in ganz besonderem Maße. Das teilt das Statistische Bundesamt auf Anfrage des MiGAZIN mit.

Dienstag, 31.07.2012, 8:30 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 06.08.2012, 1:59 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Die Zahl der Beschäftigten in einem Normalarbeitsverhältnis stieg im Jahr 2011 um rund 610.000 Personen auf insgesamt 23,67 Millionen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis von Ergebnissen des Mikrozensus mitteilt. Im selben Zeitraum stieg die Zahl der atypisch Beschäftigten um 80.000 Personen auf insgesamt 7,92 Millionen und erreichte einen historischen Höchststand.

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Wie das Destatis auf Anfrage des MiGAZIN mitteilte, sind vor allem Ausländer atypisch beschäftigt. Während 31,45 % oder 6,89 Millionen der deutschen Staatsbürger atypisch beschäftigt waren, betrug diese Quote unter Ausländern 52,15 % (1,59 Millionen). Differenziert nach EU-Bürgerschaft zeigt sich, dass vor allem Nicht-EU-Ausländer einer atypischen Beschäftigung nachgehen müssen. So sind EU-Ausländer zu 31,33 % (923.000) atypisch beschäftigt, bei Nicht-EU-Ausländern beträgt diese Quote sogar 39,4 % (667.000).

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Ausländer häufig Leiharbeiter
In Wirklichkeit dürfte die Zahl der atypisch Beschäftigten jedoch viel höher liegen. So rechnet das Statistische Bundesamt bereits Jobs ab 21 Stunden die Woche als Normalarbeitsverhältnis. Zu den atypisch Beschäftigten werden Erwerbstätige in befristeten, geringfügigen und Teilzeitbeschäftigungsverhältnissen sowie solche in Zeitarbeit gezählt. Für Jutta Krellmann (Die Linke), ist dieser Sektor „das Haupteinfallstor für Niedriglöhne“.

Betroffen sind hiervon vor allem Leiharbeiter und hier wiederum Nicht-EU-Ausländer in besonderem Maße. Über sechs Prozent oder 108.000 von ihnen bestreiten ihren Lebensunterhalt als Leiharbeiter. In diesem Sektor arbeiten EU-Ausländer mit 4,51 % (133.000) deutlich seltener. Bei deutschen Staatsbürgern liegt diese Quote bei vergleichsweise niedrigen 2,12 % (613.000). (etb)

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