Arbeitsmarkt

Jeder Dritte Nicht-EU-Ausländer arbeitet atypisch

Im Jahr 2012 ist die Zahl der atypisch Beschäftigten um 146.000 Personen zurückgegangen. Von dieser Entwicklung profitieren auch Ausländer, die aber nach wie vor überproportional häufig in einem atypischen Beschäftigungsverhältnis stehen.

Montag, 02.09.2013, 8:28 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 05.09.2013, 23:46 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Die Zahl der atypisch Beschäftigten ist im Jahr 2012 auf 7,89 Millionen oder 21,8 Prozent gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang von 0,6 Prozent oder 146.000 Personen, wie das Statistische Bundesamt auf Basis von Ergebnissen des Mikrozensus mitteilt.

Damit setzt sich die Entwicklung der letzten Jahre fort, bei der sich die Zunahme atypischer Beschäftigter verlangsamt hat und jetzt sogar etwas rückläufig ist. Seit 1991 war der Anteil atypisch Beschäftigter (12,8 %) nahezu kontinuierlich gestiegen und hatte 2007 seinen bislang höchsten Wert von 22,6 % erreicht. Seitdem blieb er knapp unter diesem Niveau und war 2012 nun erstmals deutlich rückläufig.

Doch Grund zur Entwarnung gibt es nicht. Denn Werkverträge mit Niedriglöhnen werden in der Statistik nicht erfasst. Außerdem werden Beschäftigte schon bei einer Beschäftigung mit mehr als 20 Wochenstunden als Normalarbeitsverhältnis erfasst. „Damit gerät ein beträchtlicher Teil der Unterbeschäftigten aus dem Blick, die unfreiwillig in Teilzeit arbeiten“, so die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linkspartei, Jutta Krellmann. Zu den atypisch Beschäftigten werden befristet Beschäftigte, Teilzeitbeschäftigte mit bis zu 20 Wochenstunden, geringfügig Beschäftigte und Zeitarbeiter gezählt, die ihren Lebensunterhalt oft nur mit staatlichen Zusatzleistungen sichern können.

Ausländer besonders häufig betroffen
Und wie Recherchen des MiGAZIN auf Grundlage weiterer Daten des Statistischen Bundesamts zeigen, sind Ausländer nach wie vor überproportional häufig atypisch beschäftigt. Während 20,8 Prozent der Arbeiter mit einem deutschen Pass in einem atypischen Beschäftigungsverhältnis stehen, sind es bei Ausländern 29,2 Prozent.

Eine weitere Differenzierung zeigt, dass hier wiederum Nicht-EU-Ausländer betroffen sind. Von denen geht mehr als jeder Dritte (35 Prozent) einer atypischen Beschäftigung nach. Bei EU-15-Ausländern beträgt diese Quote vergleichsweise niedrige 22,5 Prozent und bei EU-27-Ausländern 26,4 Prozent. Ein Lichtblick gibt es dennoch. Im Vorjahresvergleich sieht man, dass atypische Beschäftigungsverhältnisse auch bei Nicht-EU-Ausländern rückläufig sind mit einem Minus von 1,5 Prozent. (etb)

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