Armutsgefährdungsquote

Auf den Pass kommt es an

Die Armutsgefährdungsquote in Deutschland ist im Jahr 2012 um 0,1 Prozent auf 15,2 Prozent gestiegen. Wie Recherchen des MiGAZIN zeigen, betrifft der Anstieg vor allem Migranten. Und Menschen ohne deutschen Pass sind noch häufiger betroffen.

Freitag, 30.08.2013, 8:30 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 04.09.2013, 1:25 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Die Armutsgefährdungsquote ist in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozent auf 15,2 Prozent gestiegen. Auffallend ist, das die Quote in den neuen Ländern mit 19,7 Prozent nach wie vor deutlich höher als im früheren Bundesgebiet (14 Prozent) liegt. Das teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit.

Deutlich höher klaffen die Armutsquoten auseinander bei Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, wie Recherchen des MiGAZIN auf Grundlage weiterer Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen. Danach war im Jahr 2012 mehr als jeder vierte (26,8 Prozent) Person mit Migrationshintergrund armutsgefährdet. Bei Bürgern ohne diesen Hintergrund betrug diese Quote vergleichsweise niedrige 12,3 Prozent.

Der Pass entscheidet
Noch deutlicher sind die Unterschiede, wenn man die Zahl von Deutschen und Ausländern vergleicht. Während 13,5 Prozent der Deutschen im Jahr 2012 armutsgefährdet waren, war fast jeder dritte (32,1 Prozent) Ausländer von Armut betroffen.

Auch im Vorjahresvergleich schneiden deutsche und Personen ohne Migrationshintergrund besser ab. Während hier die Armutsquote konstant geblieben ist, ging die Armutsquote bei Ausländern und Migranten um jeweils 0,2 Prozent nach oben. Erst ein Langzeitvergleich relativiert diesen Anstieg. So sieht man im Vergleich zum Jahr 2005 einen Rückgang der Armutsgefährdungsquote bei Migranten um 1,4 Prozent und bei Ausländern um 2,2 Prozent.

Info: Die Armutsgefährdungsquote ist gemäß der EU-Definition der Anteil der Personen, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung auskommen müssen.

Der Süden ist top
Am geringsten ist die Armutsgefährdung seit 2005 durchgängig in Baden-Württemberg und Bayern mit jeweils knapp über 11 Prozent, am höchsten in Bremen und Mecklenburg-Vorpommern (Bremen 23,1 Prozent; Mecklenburg-Vorpommern 22,9 Prozent).

Bei Menschen mit Migrationshintergrund und Ausländern zeigt sich ein ähnliches Bild: In Baden-Württemberg (18,8 Prozent bzw. 23,4 Prozent bei Ausländern) und Bayern (18,4 Prozent bzw. 21,4 bei Ausländern) sind die Armutsquoten am geringsten, in Bremen (40,7 Prozent bzw. 47,6 Prozent bei Ausländern) und Berlin (38 Prozent bzw. 41,3 bei Ausländern) hingegen am höchsten. (etb)

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