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Schüler mit Sprachförderbedarf

Zwei Drittel der Lehrer fühlen sich nicht ausreichend vorbereitet

Zwei Drittel der Lehrer fühlen sich nicht ausreichend auf Schüler mit Sprachförderbedarf vorbereitet obwohl 71 Prozent von ihnen Schüler unterrichten, die gefördert werden müssten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Erhebung.

Mittwoch, 06.06.2012, 8:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 11.06.2012, 23:31 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

83 Prozent der Lehrer in Deutschland unterrichten Kinder mit Migrationshintergrund, 71 Prozent von ihnen Schüler mit Sprachförderbedarf – 66 Prozent fühlen sich jedoch durch ihr Studium nicht ausreichend darauf vorbereitet. Dies ist das Ergebnis einer am Dienstag (5.6.12) veröffentlichten repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Ipsos im Auftrag des neu gegründeten „Mercator-Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache“ durchgeführt hat.

Erstmals wurden darin Lehrer in ganz Deutschland zu den Themen Sprachförderbedarf und Qualifizierung befragt. 71 Prozent der Befragten forderten, dass Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache (DaZ) verbindlicher Teil der Lehrerausbildung sein sollten. 48 Prozent wünschen sich, bei ihrer Arbeit durch speziell qualifizierte Sprachförderkräfte unterstützt zu werden.

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Download: Die Ergebnisse der Umfrage „Sprachförderung in deutschen Schulen – die Sicht der Lehrerinnen und Lehrer“ kann kostenlos als PDF-Datei heruntergeladen werden.

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Prof. Bernhard Lorentz, Geschäftsführer der Stiftung Mercator: „Unser Ziel ist es, herauszufinden, welche Förderinstrumente am besten funktionieren und die größte Wirkung erzielen. Darüber wissen wir noch viel zu wenig. Außerdem brauchen wir dringend eine Aus- und Weiterbildung, die Lehrern die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten für den Umgang mit sprachlich heterogenen Klassen vermittelt.“

Verbesserung der Sprachförderung
Mit der Gründung des bundesweit bislang einzigartigen Mercator-Instituts reagieren die Stiftung Mercator und die Universität zu Köln auf den wachsenden Sprachförderbedarf in deutschen Schulen und die Defizite in der Lehrerausbildung. „Das Institut besetzt eine Schnittstelle zwischen Bildungspolitik, Bildungspraxis und Bildungsadministration“, erläutert Prof. Michael Becker-Mrotzek, Direktor des Mercator-Instituts. „So soll es dazu beitragen, langfristig die Sprachförderung an deutschen Schulen nachhaltig zu verbessern.“

Das Institut wird Politik und Bildungsadministration beim qualitativen Ausbau sprachlicher Bildung beraten, Bundesländer dabei unterstützen, die Sprachförderung in der Lehrerbildung zu stärken, bundesweit Forschungsaktivitäten in diesem Bereich fördern sowie Qualifikationsmaßnahmen für Schlüsselpersonen in der Sprachförderung initiieren. (sb)

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