TV-Tipps des Tages

16.02.2012 – Islam, Türkei, Migranten, Izmir, Ausländer, Istanbul, Mekka

TV-Tipps des Tages sind: Vielfalt des Islam: Frieden und Gewalt; Reisewege Türkei - Von den Dardanellen zum Golf von Ed, An der Küste zwischen Izmir und Be; Istanbul? Begegnungen am Bosporus; Heilige Städte: Mekka: Der Film begleitet Muslime auf ihrer Pilgerreise in die heilige Stadt Mekka

Von Donnerstag, 16.02.2012, 8:18 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 14.02.2012, 16:30 Uhr Lesedauer: 6 Minuten  |   Drucken

Vielfalt des Islam
(3) Frieden und Gewalt – Junge Muslime, die ihre Wut mit Gewalt ausdrücken, stehen im Blickpunkt der Medien. Das Verhältnis des Islam zur Gewalt hängt jedoch davon ab, wie entsprechende Stellen im Koran ausgelegt werden. Mit diesem kontroversen Thema beschäftigen sich muslimische Intellektuelle in aller Welt. In Europa bemüht man sich punktuell um Jugendliche, die in den Extremismus abzudriften drohen, und in Indonesien gibt es Schulen, die sich ausdrücklich dem Prinzip der Toleranz und des Friedens verpflichten fühlen.

Hintergrundinformationen: Der 4. Teil folgt am 23. Februar. 10:00-10:15 • HR

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Reisewege Türkei (1/3) – Von den Dardanellen zum Golf von Ed
Durch das Land der Trojaner – Die Meeresenge der Dardanellen, das Tor zur Ägäis, wurde in der Antike von der Burgstadt Troja bewacht und ihr Hinterland, die Troas, weithin sichtbar vom sagenumwobenen Berg Ida überragt, dem heutigen Kaz Dagi, der auch das Küstenpanorama am Golf von Edremit bestimmt.

Kaum mehr als einen Kilometer breit, aber doch eine schicksalhafte Scheidelinie zwischen Okzident und Orient, zwischen Europa und Asien: die Dardanellen. Zwei türkische Burgen wachen über den neuralgischen Punkt. Die Festung auf dem europäischen Ufer trägt den unzweideutigen Namen: „Kilitbahir“, Meeresverschluss.

Mitten im quirligen Alltag des Städtchens Canakkale am asiatischen Ufer führen zahlreiche Wege und Begegnungen auf die Spuren einer langen Geschichte als Schmelztiegel vieler Kulturen hier am Übergang zwischen Abendland und Morgenland.

Die Menschen im einstigen Land der Trojaner erscheinen uns heute längst nicht mehr nur fremd und fern, vieles ist uns in unergründlicher Weise vertraut. Und die einheimischen Anatolier leben, wie es scheint, gut mit ihrem schwierigen doppelten Erbe, den aus Mittelasien an einen der Ursprünge Europas mitgebrachten Traditionen. 12:45-13:30 • PHOENIX

Reisewege Türkei (2/3) – An der Küste zwischen Izmir und Be
Im Land des Goldkönigs Krösus – Izmir – Drittgrößte Stadt der Türkei und Hafenmetropole an der mittleren Ägäisküste Kleinasiens. „Tismuma“ nannten die Hethiter die Siedlung vor dreitausend Jahren. Unter Griechen, Römern und Byzantinern wuchs ‚Smyrna‘ zu einer Weltstadt heran mit damals schon mehr als hunderttausend Einwohnern.

Die Osmanen schließlich gaben ihr im 15. Jahrhundert den heutigen Namen mit dem Zusatz „Gavur Izmir“, zu Deutsch „ungläubiges Izmir“, denn noch Anfang des 20. Jahrhunderts lebten hier mehrheitlich Christen, Griechen und Armenier. Fährschiffe überqueren unablässig die natürliche Hafenbucht von einem Stadtviertel ins andere.

Tausende Pendler umgehen so den mörderischen Straßenverkehr der Vier-Millionen-Stadt morgens auf dem Weg zur Arbeit und abends zurück in die Wohnviertel. Nirgendwo anders in der kleinasiatischen Türkei ist der Einfluss des Westens so spürbar wie hier in Izmir.

Wenn irgendwo in Kleinasien die Menschen Kurs genommen haben auf Europa, dann hier, modern, weltoffen, kemalistisch

Im anatolischen Hochland östlich von Izmir liegt Sardis, die einst goldreiche Residenz des legendären Königs Krösus, im Hinterland des Golfs von Edremit das antike Pergamon, heute Bergama. Um die weite Meeresbucht breitet sich die türkische Olivenriviera. Das Öl der Olivenbäume begleitet seit der Antike alle Menschen, die hier zuhause sind, ihr Leben lang. Doch jetzt ist der Jahrtausende alte Zauber dieser Landschaft an der Küste des Lichts von zerstörerischen Goldgruben bedroht. 13:30-14:15 • PHOENIX

Istanbul? Begegnungen am Bosporus
Istanbul ist die vielleicht vielfältigste Stadt der Welt? hier treffen sich Tradition und Moderne, Arme und Reiche, Mächtige und Machtlose, Schönes und Hässliches. Die Stadt am Bosporus vereint alle nur erdenkbaren Gegensätze. Die größte Attraktion der Stadt sind ihre Bewohner? die sich selbst Istanbulis nennen. ZDF-Korrespondent Halim Hosny taucht ein in den Schmelztiegel Istanbul. Er trifft u.a. einen stolzen Müllsammer, eine Geschäftsfrau mit Mission, einen Fischer mit Leib und Seele und einen exklusiven Modedesigner. Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, Begegnungen am Bosporus der ganz besonderen Art.

Familienvater Bayram Renkilhava ist erst 37, er sammelt schon seit 25 Jahren Müll. Bayram ist stolz darauf Müllsammler zu sein. Wenn es die Zeit erlaubt, nimmt er seinen ältesten Sohn mit auf die täglich neue Suche nach Verwertbarem. Bayram Renklihava lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in einem ehemaligen Keller? mietfrei. Wie lange er dort bleiben kann weiß er noch nicht. Doch weggehen aus dem Moloch Istanbul? Auf gar keinen Fall!

Die agile Geschäftsfrau Güler Sabanci wird als mächtigste Frau der Türkei bezeichnet. Sie ist die Vorsitzende der weltweit agierenden Sabanci Holding. Sie setzt sich aktiv für die Gleichstellung der Frauen auf der ganzen Welt ein. In ihren Unternehmen haben Frauen die gleichen Aufstiegschancen wie Männer. Außerdem ist sie passionierte Kunstsammlerin. In der boomenden türkischen Metropole Istanbul veranstaltet Güler Sabanci in ihrem eigenen Museum Ausstellungen aller Art.

Kaptän Ali Sarihan ist Bosporus-Fischer. Die Fischerei ist ihm schon in die Wiege gelegt worden und hat in seiner Familie eine lange Tradition. Mit 15 Jahren hat Ali das Handwerk von seinem Vater gelernt. Der Familienvater fährt seit 20 Jahren zur See. Inzwischen als Kapitän auf seinem eigenen Schiff mit einer 15 Mann starken Besatzung. Doch immer öfter fangen sie nichts ? der Bosporus ist fast leer gefischt.

Rossi Barbarossa ist ein gefeierter Modedesigner. Selbst Stars wie Britney Spears, Justin Timberlake oder die verstorbene Popikone Michael Jackson ließen bei ihm fertigen. Die Catwalks der Welt sind seine Bühnen, doch Istanbul ist seine Basis. Hier genießt der Paradiesvogel ein Fischbrötchen am Bosporus genauso wie eine Spritztour mit dem Porsche. Die Metropole, in der Multikulti täglich gelebt wird ist seine Inspiration. 14:15-15:00 • PHOENIX

Heilige Städte: Mekka
Dokumentation – Ein Film von Ingo Langner – Der Film begleitet Muslime auf ihrer Pilgerreise in die heilige Stadt Mekka. Die Reisenden erfüllen mit dem Besuch der Kaaba im Herzen der Stadt ihre wichtigste religiöse Pflicht.

Für Nichtmuslime ist Mekka tabu. Nur Muslime dürfen in die Stadt einreisen, die zur Kaaba, dem islamischen Heiligtum, pilgern wollen. Jedes Jahr machen sich Millionen Anhänger des Islam auf die Reise in die saudiarabische Stadt, um hier ihre wichtigste religiöse Pflicht zu erfüllen. Für die Pilger ist nicht der Weg das Ziel, sondern die innere Umkehr. Wer als Pilger nach Mekka kommt, der möchte als neuer Mensch nach Hause zurückkehren. Obwohl sich viele Menschen im Westen seit dem New Yorker Terroranschlag vom 11. September 2001 mit dem Islam beschäftigen, wissen die wenigsten, was Muslime in und um Mekka herum eigentlich tun.

Die Dokumentation hat sich zum Ziel gesetzt, diese Wissenslücke zu schließen. Sie zeigt Bilder von großer Intensität und lässt Mekkapilger ausführlich zu Wort kommen. Im Grunde ist der Film selbst eine Pilgerfahrt. Und er geht von der Hoffnung aus, dass der Gottesfrieden von Mekka sich segensreich auch auf jene auswirkt, die mit Terror und Blut ihre intolerante Version des Islam der ganzen Welt aufzwingen wollen. 15:15-16:00 • RBB Berlin

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