TV-Tipps des Tages

09.02.2012 – Islam, Migranten, Religion, Karneval, Muslime, Zuwanderer, Österreich

TV-Tipps des Tages sind: Der Türkenpfarrer: so wird der Pfarrer von Wien-Neufünfhaus von den einen liebevoll, von den anderen missbilligend genannt; Ethik im Gespräch: Seit die ersten Gastarbeiter geholt wurden, sind Migranten Spielball von Politik und Wirtschaft; Vielfalt des Islam; Meine Kindheit - im Karneval

Von Donnerstag, 09.02.2012, 8:18 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 07.02.2012, 14:36 Uhr Lesedauer: 4 Minuten  |   Drucken

Der Türkenpfarrer
alpha-Österreich-„Der Türkenpfarrer“ – so wird der Pfarrer von Wien-Neufünfhaus von den einen liebevoll, von den anderen missbilligend genannt. Dass Martin Rupprecht türkisch spricht, eröffnet ihm freilich viele Kontaktmöglichkeiten.

Allein in seinem Pfarrgebiet, im 15. Wiener Gemeindebezirk, sind rund 15 Prozent der EinwohnerInnen türkischer Herkunft. Hier gibt es Schulen mit bis zu 90 Prozent Zuwanderern, die größtenteils Muslime sind. Nicht zuletzt in seinem Pfarrgebiet wird heftig und kontrovers diskutiert, ob sich Muslime in unsere westliche Gesellschaft integrieren wollen und können und ob der Islam mit einer pluralistischen, demokratischen Staatsform kompatibel sei. Martin Rupprecht und seine Gemeinde haben in den vergangenen Jahren Pionierarbeit geleistet und den Kontakt zu den Muslimen in der Umgebung offensiv gesucht. 09:30-10:00 • BR-alpha

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Ethik im Gespräch
(2/3) Ethik des Fremden – Zwischen Politik und Wirtschaft – alpha-Österreich – Seit die ersten Gastarbeiter geholt wurden, sind Migranten Spielball von Politik und Wirtschaft. Einmal werden sie benötigt und mit Vergünstigungen angelockt, dann wieder versucht man sie, mit Geld wieder abzuschieben.

So, wie es der Wirtschaft gerade passt. Inzwischen sind Migranten auch Wähler, die von der Politik umworben werden. Was sagt die Ethik dazu? Darüber diskutieren Prof. Nausikaa Schirilla, Philosophin und Migrationsforscherin, Katholische Hochschule Freiburg; Dr. Stefan Luft, Politikwissenschafter und Migrationsforscher, Universität Bremen mit Prof. Peter Kampits, Philosoph, Universität. 10:00-10:15 • BR-alpha

Vielfalt des Islam
(2) Männer und Frauen – Wissen und mehr – Das Selbstverständnis der Geschlechter in der islamischen Kultur ist von der Tradition und der Gesellschaft des Landes geprägt, in der die Mitglieder der Glaubensgemeinschaft leben.

Bei einer Hochzeit in Marokko wird die Bedeutung der Ehe für das Verständnis der Geschlechterrollen klar. In Saudi-Arabien treten junge Männer und Frauen mit dem Segen des Königs in einen ersten Dialog. Ganz anders hingegen diskutieren junge Muslime in Deutschland Fragen von Beziehung und Religion. (Der 3. Teil folgt am 16. Februar.) 10:00-10:15 • HR

Meine Kindheit – im Karneval
Heute baut der Düsseldorfer Künstler Jacques Tilly – mitunter provozierende – Wagen für den Düsseldorfer Karnevalszug. Die Chance, ungestraft über die Stränge zu schlagen, hat er schon als Kind genutzt. Er war Zorro, er war Teufel – jeden Tupfer der Schminke legte er selbst auf, jedes Kostüm bastelte er allein zusammen.

„Wir fieberten das ganze Jahr darauf hin“, erinnert sich die Kölnerin Eva Frings an ihre Kindheit im Karneval. Und Tom Buhrow, seriöser Anchorman der „Tagesthemen“, überlegte als Kind tagelang, wie er am besten die „Kamelle“ fangen konnte.

„Für ein paar Tage durfte man jemand anders sein“, erinnert sich Peter Brings von der Rockband „Brings“. Er entschied sich für „Cowboy“ und brachte seinen Vater Rolli, einen ausgewiesenen Pazifisten, damit Ende der 1960er Jahre zur Verzweiflung. Unzählige Kinder spielten damals zu Karneval auf den Spielplätzen Cowboy und Indianer, während die Eltern in den umliegenden Veedelskneipen kräftig feierten. „Schlüssel um den Hals und fertig“, sagt Peters Bruder Stephan: „Da gab’s keine Aufsicht“.

Drei Jahrzehnte früher erlebte Annette Dommes den Karneval zum ersten Mal: eine Schulfreundin unterbreitete der staunenden Annette, dass man am Rosenmontag geschminkt zur Schule gehen darf. Den Moment, als sie im bayerischen Dirndl mit klopfendem Herzen auf die Straße trat, hat sie nie vergessen. „Freiheit war das“, meint sie rückblickend auf eine Zeit, in der Kinder vor allem eines mussten: gehorchen.

Der Bonner Geschäftsmann Amir Shafaghi war zehn Jahre alt, als er 1980 mit seinen Eltern aus dem Iran floh. Bei seiner Ankunft in Bonn regnete es Bonbons. „Ich war so aufgeregt, dass ich mich nicht mal danach bücken konnte.“ Im nächsten Jahr ging Amir dann verkleidet zum Zug. Er hatte den Traum, einmal darin mitzugehen – doch dieses Privileg, so sagte man ihm, haben nur „bönnsche Pänz“. Amir war tief enttäuscht. Aber 2010 erfüllte sich sein Traum: Er wird zum ersten muslimischen Prinz Karneval von Bonn gekürt.

Ungefähr zur gleichen Zeit geht für ein echtes kölsches Mädchen eine Karnevals-Karriere zu Ende: Eva Frings, die Enkelin des Liedersängers Ludwig Sebus, war jedes Jahr im Zug mitgelaufen. Für den Karneval tat sie alles: „Ich war Kindermariechen, Kamelleträger und später Funkenmariechen der Altstädter“. Als sie mit 30 Jahren aus Altersgründen ihre Karriere beenden musste, stand sie weinend am Zugweg.

„Meine Kindheit … im Karneval“ erzählt die persönlichen Erlebnisse heute erwachsener Kinder, die Karneval auf völlig unterschiedliche Weise erlebt haben. Gemeinsam lassen sie über sechs Jahrzehnte ein Bild der „fünften Jahreszeit“ entstehen. Karneval ist für jeden von ihnen etwas anderes, aber immer ein großes Gefühl. 22:30-23:15 • SWR BW

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