TV-Tipps des Tages

07.12.2011 – Migranten, Terror, BKA, Ausländer, Kriminalität, Ägypten

TV-Tipps des Tages sind: Mit HipHop von der Straße; hessenschau: Terrorismus im Blick; Das Massaker von Luxor; Schlossplatz 1: Opposition contra Regierung bei Polizei und Verfassungsschutz; Vögel des Himmels: Shad und Otho, zwei junge Afrikaner ohne Aufenthaltserlaubnis, werden von der spanischen Polizei aufgegriffen

Von Mittwoch, 07.12.2011, 8:18 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 06.12.2011, 13:27 Uhr Lesedauer: 4 Minuten  |   Drucken

Mit HipHop von der Straße
Reggie ist 19 und arbeitslos, Migrant ohne Schulabschluss. Kriminalität und Drogen bestimmten sein Leben. Jetzt spielt er in drei Monaten mit 14 anderen Jugendlichen im Schauspielhaus Köln „Macbeth“ von Shakespeare – als HipHop-Musical.

Das Musical soll den jungen Migranten zu mehr Selbstbewusstsein verhelfen und ihnen Impulse für ein neues Leben geben. 08:30-09:00 • BR-alpha

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hessenschau
Regionalmagazin – Moderation: Holger Weinert. Themen: Herausragendes Engagement – Hessischer Friedenspreis wird verliehen; Terrorismus im Blick – BKA-Herbsttagung in Wiesbaden; Leben statt Bratröhre – Gänsemagd päppelt ihr Geflügel. 09:00-09:30 • HR

Das Massaker von Luxor
Dokumentation (Gesellschaft – Terrorismus) – Am 17. November 1997 griffen in Ägypten im Totentempel der Hatschepsut bei Luxor sechs Terroristen der Gruppe Al-Dschama’a al-islamyya eine Touristengruppe an. 62 Personen wurden bei diesem Anschlag getötet. Die Angreifer starben bei einem späteren Gefecht mit der Polizei oder begingen Selbstmord. Der Züricher Unternehmer Stephan Kopp verlor bei dem Massaker seine Ehefrau. Er selbst überlebte das Attentat nur, weil die Terroristen ihn wegen einer stark blutenden Schusswunde für tot hielten. Der Film „Das Massaker von Luxor“ begleitet Stephan Kopp auf seiner ersten Reise nach Ägypten nach dem schrecklichen Geschehen. Kopp will für seine Trauerarbeit noch einmal an jenen Ort zurück, wo seine Frau ermordet wurde. 15:35-16:15 • 3sat

Schlossplatz 1
Hessische Spitzenpolitiker im Gespräch – Moderation: Thomas Kreutzmann. Gäste: Christean Wagner, CDU; Thorsten Schäfer-Gümbel, SPD; Florian Rentsch, FDP; Tarek Al-Wazir, Bündnis90/Die Grünen; Janine Wissler, Linkspartei

Innere Un-Sicherheit? Opposition contra Regierung bei Polizei und Verfassungsschutz. Fragen zum Neonazi-Mord von Kassel 2006, bei dem ein Verfassungsschutzmitarbeiter am Tatort war, oder interne Streitigkeiten bei der hessischen Polizei: Das sind Themen, die SPD, Grüne und Linkspartei gegen die christliberale Landesregierung ins Feld führen.

Sie wollen dafür vor allem den früheren hessischen Innenminister und heutigen Ministerpräsidenten Volker Bouffier, CDU, verantwortlich machen. Doch Bouffier und seine Regierungsfraktionen kontern: Hier würden Sachverhalte aufgebauscht, ohne die Fakten zu prüfen. Hauptsächlich gehe es der Opposition darum, die großen Regierungserfolge bei der inneren Sicherheit zu überdecken. Herrscht in Hessen innere Un-Sicherheit, oder handelt die Opposition aus innerer Unsicherheit? In der ersten Sendung von „Schlossplatz 1“ aus dem Studio Wiesbaden debattieren Landespolitiker ein bürgernahes Thema. 21:45-22:30 • HR

Vögel des Himmels
Spielfilm – Shad und Otho, zwei junge Afrikaner ohne Aufenthaltserlaubnis, werden von der spanischen Polizei aufgegriffen. Shad kann untertauchen. Monat für Monat sendet er Geld an Otho, für seinen Vater und seine Verlobte. Doch Otho hat eigene Pläne.

Shad und Otho sind „sans papiers“: Von der Elfenbeinküste heimlich nach Spanien eingereist, leben sie von halbseidenen kleinen Geschäften, immer auf der Hut vor der Polizei. Deutsche Autos, französische Edelmarken – die Erwartungen, womit sie in die Heimat zurückkehren wollen, sind hoch gesteckt. Doch bei einer Razzia werden die beiden Freunde getrennt: Shad kann nach England fliehen und dort untertauchen, Otho, der sich nie etwas zuschulden kommen lassen wollte, wird wieder nach Abidjan abgeschoben. Und da er mit leeren Händen zurückkehrt, wird er in der Heimat schnell zum Ausgestoßenen. Nur seine Schwester Pelagie, die mit Shad verlobt ist und sehnsüchtig auf ihn wartet, hält zu Otho.

Shad kämpft weiter für den Traum vom großen Geld. Er lernt Tango kennen, eine junge Französin mit einem Faible für Afrika und jeder Menge Probleme mit ihrer Familie. Plötzlich scheint ein europäischer Pass, die endgültige Sicherheit, nicht mehr abgeschoben zu werden, zum Greifen nah, denn die lesbische Tango bietet Shad die Zweckheirat an. Doch Tangos Familie findet diesen Plan alles andere als gut …

Und während Shad sich mit afrikanischen Banden, den europäischen Behörden und vor allem Tangos eifersüchtigem Cousin herumschlagen muss, benutzt der gescheiterte Otho das Geld, das Shad für seinen Vater und Pelagie schickt, für seine Zwecke …

Hintergrundinformationen:
Aus der Sicht der Einwanderer erzählt, erweist sich „Vögel des Himmels“ als eine Bestandsaufnahme der Migration. Vom nach Ansehen und Reichtum strebenden Aufsteiger, über die selbstgerechte Entwicklungshelferin bis zum Geschäftsmann, der findet, Afrikaner seien schon in Ordnung aber sollten lieber unter sich bleiben – solcherlei Typen verschiedenster Menschen, deren Leben unmittelbar von den Grenzziehungen Europas betroffen ist, vereint der Film, frei von Klischees.

Das Diktiergerät, mit dem Shad immer wieder Nachrichten für Otho aufnimmt, wird zum zentralen Motiv für die Sehnsüchte und falschen Heilsversprechungen, die jährlich Tausende von afrikanischen Männern ins verheißungsvolle Europa aufbrechen lassen. „Ein junger Mann von der Elfenbeinküste ist […] in alltäglichen Szenen zu sehen, die er selbst kommentiert. Dabei spielt der Einfluss des Westens auf die afrikanische Lebensweise eine wesentliche Rolle, zum ersten Mal wird dieser aus afrikanischer Perspektive reflektiert. Irgendwann in Paris vertraut Shad seinem Diktiergerät einmal die Wahrheit an: dass sein europäisches Leben weder helden- noch traumhaft ist. Dann wirft er den Recorder in den nächsten Müllcontainer.“ (film-dienst, 7/2008)

Regisseurin Eliane de Latour arbeitete mehrere Jahre als Anthropologien in Westafrika. Seit 1982 dreht sie Dokumentarfilme, im Jahr 2000 folgte ihr erster Spielfilm „Bronx-Barbès“ (ARTE-Sendung vom 27.11.2002), der in den Ghettos von Abidjan spielt. „Vögel des Himmels“ ist als zweiter Spielfilm auch die thematische Fortsetzung ihres Debüts. Der Film lief in der Sektion „Panorama“ der Berlinale 2006. 23:25-01:15 • arte

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