Studie

Migranten machen sich häufiger selbstständig als Einheimische

Migranten machen aus der Not eine Tugend. Sie machen sich deutlich häufiger selbstständig als einheimische Deutsche. Grund ist das höhere Arbeitslosigkeitsrisiko. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie.

Mittwoch, 13.04.2011, 8:30 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 08.01.2020, 15:45 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

In den letzten dreieinhalb Jahren haben rund sieben Prozent der Migranten in Deutschland ihr eigenes Unternehmen gegründet oder waren gerade dabei, es zu tun. Unter den Personen ohne Migrationshintergrund waren es weniger als fünf Prozent. Dies ist das Ergebnis einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Instituts für Wirtschafts- und Kulturgeographie der Leibniz Universität Hannover.

Häufig spielt das höhere Arbeitslosigkeitsrisiko von Ausländern eine Rolle: Ihre Arbeitslosenquote ist doppelt so hoch wie die deutscher Staatsbürger. Viele Migranten machen aus der Not eine Tugend und entscheiden sich für die Selbstständigkeit anstelle von Arbeitslosigkeit, erklären die Arbeitsmarktforscher.

Migranten gründen größere Unternehmen
Daneben spielen aber auch Vorbilder eine wichtige Rolle: Migranten haben häufiger Bekannte, die sich kürzlich selbstständig gemacht haben. Rollenvorbilder seien sehr wichtig, um die Idee einer eigenen Unternehmensgründung zu entwickeln, betonen die Autoren der Studie.

Auffallend ist der Studie zufolge, dass die von Migranten gegründeten Unternehmen im Durchschnitt größer sind als die von anderen Selbstständigen. Mehr als 70 Prozent beschäftigen bereits bei der Gründung Mitarbeiter oder beabsichtigen, Mitarbeiter einzustellen. Bei den einheimischen Gründern ist dies bei rund 50 Prozent der Betriebe der Fall.

Download: Eine ausführliche Zusammenfassung der Studie „Unternehmensgründungen von Migranten – Ein Weg zur ökonomischen und sozialen Integration“ kann kostenlos heruntergeladen werden.

Heimatverbunden und International
Zudem sind die Unternehmen von Migranten häufiger international aktiv. Einwanderer sind häufig noch lange eng mit ihrem Heimatland verbunden, so die Forscher. Dadurch seien ihnen die kulturellen Besonderheiten und die Märkte dieser Länder vertraut. (etb)

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  1. schneider sagt:

    „Zudem sind die Unternehmen von Migranten häufiger international aktiv.“

    Ach kommt, ich bitte Euch. Wir wissen doch, um was für „Unternehmen“ es sich handelt. Es mag sein, dass es türkische Maschinenbau-Gmbhs gibt, aber die meisten Unternehmungen finden sich doch sicherlich im Bereich Gastronomie, Lebensmittel und in sogenannten Import-Export-Läden.

  2. Der Türke sagt:

    ………………aber die meisten Unternehmungen finden sich doch sicherlich im Bereich Gastronomie, Lebensmittel und in sogenannten Import-Export-Läden.
    —————————
    auch wenn es so wäre. Schlimm? Wären Sie zufrieden wenn alle Migranten ein Konzern leiten und die Deutschen für uns arbeiten, oder wie?

  3. Mika sagt:

    Hauptsache man macht alles schlecht, was von den Migranten herrührt. Sonst heißt es ja, die Migranten plündern unsere Sozialsysteme. Ach, wohl doch nicht, wenn eben jene Migranten sich selbständig machen und arbeiten. Aber selbstverständlich sind diese nach Meinung von Herrn/Frau Schneider lediglich Einzelfälle….

  4. schneider sagt:

    Mika, ich habe nichts dagegen, wenn sich orientalische ausländer (= Migranten) selbstständig machen. Aber mir schauen doch viele Dönerstände und Imbissbuden nicht danach aus, als ob das seriöse Geschäfte wären. Arbeiten tun in solchen Läden nur Familienmitglieder, die Löhne sind vermutlich unterirdisch. Ich weiss nicht, ob da alles mit rechten Dingen zugeht. Muss nicht immer so sein. Es müsste ganz transparent in Deutschland sein, wer wieviele Steuern zahlt.

  5. Mika sagt:

    @Schneider
    Ist halt nicht so wie in vielen deutschen Kleinstbetrieben: Die Migranten-Familien halten zusammen. Was gibt es daran auszusetzen?
    Sie möchten sich lediglich eines Klischees bedienen, in dem Sie behaupten, dass es nicht mit rechten Dingen zugeht! Es übertrifft einfach Ihre Vorstellungskraft, dass Migranten ehrlich und hart arbeiten! Wenn ein Top-Bankier Boni-Zahlungen in Millionenhöhe bekommt, nach dem die Steuerzahler gegen deren Willen etliche Banken vor de Pleite gerettet haben, wird das nicht angeprangert. Aber angeblich sind sämtliche Dönerbuden-Besitzer nur Steuerhinterzieher! Wie lächerlich ist das denn?