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KfW-Studie

Migranten gründen häufiger Firmen in Deutschland

Auf Migranten entfällt mehr als jede fünfte Existenzgründung. Damit tragen sie mehr zum Gründungsgeschehen bei als es ihrem Bevölkerungsanteil entspricht. Zudem beschäftigen sie häufiger von Anfang an Mitarbeiter und schaffen Arbeitsplätze.

Montag, 25.08.2014, 8:25 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 08.01.2020, 15:44 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

21 Prozent der rund 868.000 Gründer, die im Jahr 2013 eine Selbstständigkeit begannen, sind Migranten, haben also ausschließlich eine ausländische Staatsangehörigkeit oder die deutsche Staatsbürgerschaft erworben. Migranten tragen somit, wie in früheren Jahren auch, etwas mehr zum Gründergeschehen bei als es ihrem Anteil an der Bevölkerung entspricht (18 Prozent). Sie gründen dabei häufiger mit Mitarbeitern: Im Durchschnitt der Jahre 2008-2013 beschäftigten 42 Prozent von Anfang an Mitarbeiter, während dies nur für 29 Prozent aller Gründer gilt.

„Die Gründungsprojekte von Migranten sind für das Gründungsgeschehen in Deutschland von wesentlicher Bedeutung. Die Mehrheit der Migranten gründet aufgrund einer konkreten Geschäftsidee und bringt damit auch häufiger eine Marktneuheit mit an den Start“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW über die Ergebnisse einer Studie mit Daten des KfW-Gründungsmonitors. „Gut jeder vierte der gründenden Migranten startete im Handel. Es ist anzunehmen, dass viele über gute Kenntnisse ihrer Heimatmärkte verfügen und bei günstigen Geschäftsgelegenheiten deshalb im Handel aktiv werden.“

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Türken am aktivsten
Personen mit früherer (bei Einbürgerung) oder aktueller türkischer Staatsangehörigkeit sind bei Migranten am stärksten unter den Gründern vertreten (Ø 2008-2013: 21 Prozent). Auch auf Gründer mit früherer oder aktueller russischer (10 Prozent), polnischer (7 Prozent) oder italienischer (5 Prozent) Staatsangehörigkeit entfallen relativ hohe Anteile; dabei entsprechen die Relationen ungefähr auch ihren Bevölkerungsanteilen.

Der Anteil Migranten, der bei der Gründungsfinanzierung auf Schwierigkeiten stößt, ist 2013 im Vergleich zum Vorjahr überdurchschnittlich stark zurückgegangen – von 34 Prozent auf 25 Prozent. Gleichwohl haben Migranten häufiger mit Finanzierungsproblemen zu kämpfen als der Durchschnitt aller Gründer (2013: 17 Prozent).

Info: Die Ergebnisse sind eine Sonderauswertung des KfW-Gründungsmonitors 2013, einer repräsentativen Erhebung zum Gründergeschehen in Deutschland. Weitere Ergebnisse zur Gründungsaktivität durch Migranten finden Sie in der aktuellen Studie unter kfw.de.

Hohe Abbruchsquote
Die Abbruchquote von Gründungsprojekten ist allgemein relativ hoch: nach 12 Monaten bestehen bereits 15 Prozent der Unternehmen nicht mehr, nach 36 Monaten steigt die Abbruchquote auf 30 Prozent. Bei Migranten ist die Abbruchquote noch etwas höher (21 Prozent nach 12 Monaten, 39 Prozent nach 36 Monaten).

„Für das Abbruchrisiko ist nicht die Staatsangehörigkeit der entscheidende Faktor; vielmehr starten viele Migranten besonders jung, aus der Arbeitslosigkeit, mit Handelsunternehmen – alles Merkmale, die mit einer geringeren Bestandsfestigkeit von Gründungsprojekten einhergehen. Migranten beenden ihre Selbstständigkeit auch eher wieder, wenn sich attraktive Jobmöglichkeiten bieten“, sagt Dr. Zeuner. (etb)

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